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Transkript „Iphigenie auf Tauris“ – Inhaltsangabe (Goethe)

Es sei "ganz verteufelt human", urteilte Goethe in einem Brief an Schiller über sein eigenes Drama "Iphigenie auf Tauris". Um dieses verteufelt humane Werk soll es in diesem Video gehen. Wir nähern uns ihm zunächst nicht über die Themen, die in ihm behandelt werden, sondern über seinen konkreten Inhalt und fassen die Handlung für jeden einzelnen Auftritt zusammen. So kannst du den Verlauf der Handlung in Goethes “Iphigenie auf Tauris” optimal nachvollziehen.

Das Stück spielt durchgängig auf der Insel Tauris, konkret auf dem "Hain vor Dianens Tempel", also in einem kleinen Wäldchen vor dem Tempel der Göttin Diana, wie wir heute sagen würden. Die Hausherrin im Tempel ist die Priesterin Iphigenie, die selbst griechischer Abstammung ist. Sie lebt aber seit längerer Zeit auf der taurischen Insel.

1. Akt „Iphigenie auf Tauris“

Iphigenie ist verzweifelt darüber, dass sie auf Tauris lebt – entfernt von ihrer Familie und fremdbestimmt vom barbarischen König Thoas. Sie bemängelt die Abhängigkeit der Frauen von den Männern und betet die Göttin Diana an, eines Tages wieder nach Hause zurückkehren zu können.

Arkas, ein Vertrauter des Taurer-Königs Thoas, tritt auf und kündigt Iphigenie an, dass der König nach siegreicher Schlacht um ihre Hand anhalten werde. Er wünscht sich, dass sie seinem Wunsch nachkommt, auch weil sich durch Iphigenies Wirken auf der Insel vieles zum Guten gewandt habe. König Thoas sei durch sie neu beflügelt und er habe den barbarischen Insel-Brauch abgeschafft, jeden Fremden töten zu lassen.

König Thoas wirbt um Iphigenie. Sie verweigert sich ihm und beruft sich dabei auf ihre Herkunft aus einem verfluchten Familiengeschlecht und darauf, dass sie allein der Göttin Diana zu dienen habe. Thoas ist verärgert und kündigt an, den Brauch der Menschenopfer wieder aufzunehmen. Gerade seien zwei Fremde am Strand aufgegriffen worden, die Iphigenie nun opfern soll.

Iphigenie betet Diana an, die Opferung nicht durchführen zu müssen.

2. Akt „Iphigenie auf Tauris“

Bei den beiden Aufgegriffenen handelt es sich um Iphigenies Bruder Orest und seinen Freund Pylades. Sie besprechen ihre Lage: Pylades ist nicht zum Sterben bereit, er will – wie ihm das Orakel verheißen – das Bild Dianas aus dem Tempel von Tauris zurück nach Delphi bringen. Die Priesterin Iphigenie soll bei der Flucht helfen.

Pylades und Iphigenie treffen aufeinander, sie begreifen, dass sie beide Griechen sind, verschleiern aber ihre wahren Identitäten. Iphigenie löst ihm die Fesseln und Pylades berichtet von den Eltern Iphigenies, dem mykenischen Herrscherhaus. Ihre Mutter Klytämnestra hat zusammen mit ihrem Liebhaber ihren Mann Agamemnon, den Vater von Iphigenie, umgebracht.

3. Akt „Iphigenie auf Tauris“

Iphigenie löst auch Orest die Fesseln. Er bestätigt das Familienschicksal und berichtet weiter, dass Iphigenies Mutter und ihr Liebhaber aus Rache von ihrem Sohn erschlagen wurden. Erst jetzt gibt sich Orest als dieser Sohn zu erkennen, woraufhin Iphigenie sich ihm als seine Schwester offenbart. Orest fällt angesichts der Vorstellung, dass seine eigene Schwester ihn opfern soll, in Ohnmacht.

Orest erwacht aus seiner Ermattung und sieht die Toten seiner Familie vor seinem geistigen Auge. In seiner Vision vom Hades, der Totenwelt, erscheinen sie friedlich vereint.

Als Orest die zurückkehrenden, Iphigenie und Pylades sieht, glaubt er, dass auch sie in der Unterwelt gelandet sind. Gemeinsam helfen sie ihm, wieder in die Realität zurückzufinden.

4. Akt „Iphigenie auf Tauris“

Während Orest und Pylades die gemeinsame Flucht von der Insel vorbereiten – am Ufer liegt versteckt ein Boot mit weiteren Gefährten – zeigt sich Iphigenie unentschlossen. In einem für das Stück zentralen Monolog bekräftigt sie ihren Widerwillen gegen List und Lüge. Unwahrheit richtet sich ihr zufolge gegen den, der sie spricht.

Als Arkas eintrifft und im Namen des Königs mahnt, das Opfer bald zu vollziehen, verhält sich Iphigenie einem Plan Pylades' folgend. Sie gibt vor, dass durch Orest der Tempel entweiht wurde und das Bild der Göttin Diana erst im Meer neu geweiht werden müsse. Arkas ist argwöhnisch und will zunächst das Einverständnis des Königs einholen. Er erinnert daran, dass Iphigenie nur dem Werben Thoas nachgeben müsse, um das Menschenopfer zu verhindern.

Iphigenie wird durch die Begegnung mit Arkas bewusst, dass eine Flucht auch bedeutet, die Menschen auf Tauris allein mit ihrem wütenden König zu lassen. Sie ist unsicher, was sie tun soll.

Pylades kehrt zurück und berichtet, dass alles für die Flucht vorbereitet sei. Doch Iphigenie fällt der Betrug an Thoas schwer. Sie will die Rückkehr Arkas’ abwarten. Pylades mahnt sie, dass in ihrer Lage List und Lüge notwendig seien, um zu überleben. Es könne in ihrer Situation kein moralisch richtiges Handeln geben.

Iphigenie fleht die Götter an, ihr zu helfen, damit sie ihren Idealen treu bleiben kann.

5. Akt „Iphigenie auf Tauris“

Arkas erzählt Thoas vom Gerücht, dass am Ufer ein verborgenes Schiff läge. Thoas befiehlt, dass Iphigenie zu ihm gebracht, das Ufer abgesucht und der Tempel überwacht werden soll.

Thoas kommt zur Überzeugung, dass seine Güte gegenüber Iphigenie ein Fehler war. Er erkennt das sie List und Lüge gegen ihn anwendet. Iphigenie legt dem König den Plan vom Raub des Bildes der Diana und der gemeinsamen Flucht offen und erklärt, dass Orest ihr Bruder ist. Sie appelliert an Thoas' Menschlichkeit und legt die Entscheidung über ihr Schicksal in seine Hände.

Orest erscheint, um Iphigenie zu holen und trifft dabei auf Thoas. Iphigenie kann den Waffenkampf der beiden abwenden und beichtet Orest, dass sie die Flucht verraten hat.

Als Pylades und Arkas hinzukommen, lässt Thoas den Kampf gegen die auf dem Schiff verbliebenen Griechen unterbrechen.

Erneut kann Iphigenie einen bewaffneten Zweikampf verhindern. Sie und Orest appellieren an Thoas. Er soll sie ziehen lassen, um so weitere Tote in ihrer Familie zu vermeiden. Er entspricht ihrem Wunsch. Anstatt das Bild der Diana zu rauben, kehren Orest und Pylades also mit Iphigenie nach Griechenland zurück und erfüllen so die Weissagung des Orakels.

Schluss

Soviel zur Handlung dieses Dramas. "Verteufelt human", wie Goethe sagte, ist es also auf jeden Fall. Aber ob du es wohl auch teuflisch gut findest?

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