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Transkript Gerhart Hauptmann – Leben und Werk

Arme Weber in einem schlesischen Dorf, die kurz vor dem Hungertod stehen. Alkoholismus und Gewalt in der eigenen Familie. All diese Missstände behandelt Gerhart Hauptmann vor allem in seinen bekannten naturalistischen Dramen. Hauptmann wurde zu einem der berühmtesten deutschen Theaterautoren. Wie und wodurch kannst du an seinem Lebensweg beobachten.

Gerhart Hauptmann wurde im Jahr 1862 in Schlesien geboren. Dort betrieben seine Eltern ein Hotel auf dem Land. Hauptmann genoss nur eine dürftige Schulbildung. Er besuchte die Kunsthochschule in Breslau, um Bildhauer zu werden. Außerdem versuchte er sich an der Dresdner Akademie als Zeichner.

In Jena studierte er Philosophie und Literaturgeschichte, später in Berlin auch Geschichte. Hier fand Hauptmann schließlich Anschluss an literarische Kreise. Er lernte Wilhelm Bölsche kennen und stand in Verbindung mit dem naturalistischen Literaturverein „Durch“. Damit gehörte er einer Gruppierung junger Intellektueller an, die Sympathien für die unterdrückte Bewegung der Sozialdemokratie hegten.

Gerhart Hauptmann & der Naturalismus

Der Begriff des „Naturalismus“ wurde von Emile Zola geprägt. Diese Avantgardebewegung wurde in Deutschland von antiautoritär eingestellten bürgerlichen Autoren getragen. Dazu gehörten unter anderem Arno Holz und Johannes Schlaf. Sie kombinierten die Sympathie für die Unterdrückten der Gesellschaft mit den modernsten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Naturalistische Darstellungen zeigen den industriellen oder bäuerlichen Alltag als Lebenswirklichkeit ihrer Helden. Diese Merkmale treffen auch auf bedeutende naturalistische Dramen Hauptmanns zu.

Zwischen 1889 und 1893 begründete Hauptmann als Naturalist seinen literarischen Ruhm. Er verfasste die Dramen „Vor Sonnenaufgang“, „Einsame Menschen“, „Die Weber“ und „Der Biberpelz“. Zum Erfolg der Stücke verhalfen wohlgesonnene Kritiker, Verleger und Theaterdirektoren. Hauptmanns Dramen wurden neben Boulevardkomödien und Historienstücken der Gründerzeit gespielt, denen Dekorationen wichtiger waren als Inhalte.

Ab 1900 darf Hauptmann als einer der erfolgreichsten deutschen Theaterdichter gelten: Er verdiente durch Gewinnbeteiligungen. Durch seine Frau Marie Thienemann war er abgesichert. Somit konnte er sich einen großbürgerlichen Lebensstil mit Wohnsitzen in Schlesien, Berlin und auf Hiddensee leisten.

1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Hauptmann war vorrangig für seine Dramatik bekannt. Er verfasste aber auch Lyrik, Versepik und Prosa. Noch vor späteren Dramen entstand 1888 die Novelle „Bahnwärter Thiel“. Sie ist noch heute eines der bekanntesten Werke Hauptmanns.

Gerhart Hauptmann & die Politik

Hauptmann war mehrfach von der wilhelminisch-kaiserlichen Rechtsprechung angeklagt worden. Etliche soziale und politische Gruppierungen sahen in ihm einen Repräsentanten ihrer Ideen.

Den Ersten Weltkrieg hatte der Autor zunächst begrüßt. 1918 aber solidarisierte er sich mit der neuen Republik. Hauptmann sah sich in erster Linie als „deutscher Dichter in Deutschland“. Darüber sollten seine wirkungsvollen frühen Stücke nicht hinwegtäuschen. Er wollte nicht ausschließlich auf seine frühe naturalistische Phase reduziert werden, denn er wandte sich in späteren Jahren auch anderen Stoffen zu. Hauptmann sagte von sich, dass er sich nie einer Regierung widersetzen und sich nicht in Tagespolitik einmischen wolle.

Hitlers „Mein Kampf“ hatte Hauptmann einer eingehenden Lektüre unterzogen. Deshalb verhielt sich der Autor den Nationalsozialisten gegenüber angepasst und distanziert zugleich. Seine jüngeren Werke wirkten politisch neutral. Hauptmann war in seinem Heimatland und sogar in den Vereinigten Staaten als Repräsentant der deutschen Literatur hoch geehrt.

1946 starb Hauptmann in Agnetendorf in Schlesien. Er wurde auf Hiddensee beigesetzt.

Zusammenfassung

Gerhart Hauptmann war ein produktiver und vielseitiger Autor. Insbesondere durch seine Dramen wurde er zum Repräsentanten des Naturalismus. Dies ermöglichten zeitgenössische Befürworter, die Hauptmanns Weg zum Theater finanziell und ideell ebneten. “Die Weber” gilt noch heute als eines der bedeutendsten Werke dieser Epoche.

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