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Transkript Exilliteratur und Literatur im Nationalsozialismus

Hallo liebe Schüler und Schülerinnen! Hier ist wieder euer Leo. In diesem Video erzähle ich euch etwas zur deutschen Literatur aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Dabei wird es viel um die historischen Umstände gehen, aber es wird auch um Schriftsteller und Werke gehen. Wenn ihr die Daten seht, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, was man so wissen sollte. Das heißt ihr solltet vertraut sein mit den Umständen von Hitlers Machtergreifung am 30. Januar 1933 und ihr solltet etwas über die strikte Verfolgung unter dem Nationalsozialismus wissen. Also die Nazis übernehmen die Macht in Deutschland und es beginnt die Gleichschaltung. Mit dem Mittel der Zensur, Schreibverboten, Inhaftierungen und Morden werden unliebsame Autoren zum Schweigen gebracht. Die spektakuläre Bücherverbrennung im Mai 1933 zeigt, was die Nazis von Büchern halten. Man hat die Tat  "Aktion wider den undeutschen Geist" getauft und mit einer antisemitischen Hetzkampagne untermauert. Mit dem Pamphlet "12 Thesen wider den undeutschen Geist" hat man jüdischen Intellektualismus, die Sozialdemokratie, Liberalismus und Kommunisten angegriffen und sie als Feinde des deutschen Geistes bezeichnet, die man tilgen muss, indem man die Zeugnisse über ihn verbrennt. Als ideologische Quellen für die Deutschen sollten fortan das Überleben der Tüchtigen, der Sozialdarwinismus, die Hierarchie der Menschenrassen, der Antisemitismus und die Rassenlehre von Alfred Rosenberg dienen. Für die Schriftsteller bleiben also drei Möglichkeiten: Ins Exil gehen, sich zurückziehen, das hat man auch als innere Emigration bezeichnet oder mitzumachen. So, schauen wir uns zuerst das Exil an. Es gab eine Menge Schriftsteller, deren Leben mit der Machtergreifung der Nazis akut gefährdet war. Es drohte vielen die Ermordung oder das KZ. Vor allem Schriftsteller jüdischer Herkunft oder Mitglieder der KPD mussten Angst haben. Rund 1500 namenhafte Autoren verließen Deutschland. Zunächst in Richtung europäischer Nachbarländer, wie die Tschechoslowakei, Dänemark, Norwegen, Schweden, die Schweiz oder nach Frankreich. Und ab 1938 ging es weiter nach Übersee, meistens nach Amerika. Viele gingen nach Los Angeles, um Arbeit in Hollywood zu finden. Manche landeten in New York, zudem waren Mexiko und Brasilien ein häufiges Ziel. So gehen zum Beispiel Thomas Mann und Ernst Toller in die USA. Anna Seghers geht nach Mexiko.  Doch viele haben das Exil nicht überstanden und wählten den Freitod, wie Kurt Tucholsky 1935 in Schweden, Stefan Zweig 1942 in Brasilien und Ernst Toller 1940 in den USA.  Die Exilliteratur kann nicht auf ein breites Publikum hoffen und so widmen sich die meisten Schriftsteller dem Roman. Thomas Mann schreibt den "Doktor Faustus", in dem er sich mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzt und publiziert ihn nach dem Krieg. Weitere namhafte Werke sind "Mephisto" von seinem Sohn Klaus Mann und "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers. Besonders interessant ist "Mephisto" von Klaus Mann. Auf der Folie des Schauspielers Gustaf Gründgens erzählt man die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgens, der sich aus Karrieregründen mit dem NS-Regime einlässt und davon profitiert. Das Grundthema der Exilliteratur ist die Humanität. Man stellt sich offen gegen die Diktatur und pocht auf eine deutsche Kulturtradition, mit der sich der Nationalsozialismus nicht vereinbaren lässt. Die Autoren klagen an, rufen auf, schreiben Analysen und versuchen die Verbrechen der Nazis zu dokumentieren. Viele Schriftsteller sind aber in Deutschland geblieben, oft fehlte ihnen die finanzielle Möglichkeit zu fliehen. Manche haben die Situation falsch eingeschätzt. Und manche sind freiwillig geblieben. Der Ausdruck, der sich eingebürgert hat, um die Haltung der Dagebliebenen zu beschreiben, nennt man innere Emigration. Er ist aber umstritten. Der Ausdruck bedeutet, dass man sich ins Private und Innerliche zurückzieht und somit eine geistige oder innere Distanz schafft zu den Nazis. Aber Distanz kann nicht nur Ablehnung, sondern auch Duldung bedeuten, frei nach dem Motto: Wer schweigt, gibt recht. Es war beinahe unmöglich, offen gegen das NS-Regime vorzugehen. Deshalb kann es problematisch sein, diese Haltung zu kritisieren. Eines der wenigen Organe, in dem die inneren Emigranten publizieren können, ist die Frankfurter Zeitung, die jedoch 1943 verboten wird. Aber auch dort konnte man das Regime nicht direkt angreifen, man hat versucht, zwischen den Zeilen das System zu kritisieren.Vor allem sollte man zur Inneren Emigration Werner Bergengruen, der auch in der Frankfurter Zeitung schrieb, Wolfgang Koeppen und Marie Luise Kaschnitz erwähnen. Es gibt zahlreichere weitere Beispiele aber diese 3 finde ich persönlich gut. Es gab natürlich auch Autoren, die sich mit dem Regime angefreundet haben und damit zunächst sympathisierten. Das prominenteste Beispiel ist der Lyriker und Arzt Gottfried Benn. Früher war er Expressionist, jetzt bekannte er sich offen zum Nationalsozialismus. Jedoch geriet er ziemlich schnell in Konflikt mit der  Diktatur und kehrte ihr den Rücken. Er wurde später mit Schreibverbot belegt, konnte aber als Arzt weiterarbeiten. Nach dem Krieg brachte ihm seine anfängliche Sympathie viel Kritik ein, aber er wurde wieder rehabilitiert. Zudem gab es Schriftsteller wie Alfred Andersch, der zwar nach dem Krieg zur Gruppe 47 stieß, aber während dem Krieg für das Reichspropagandaministerium arbeitete. Oder Günter Grass, der in jungen Jahren, gegen Ende des Krieges, in die SS eintrat. Dabei ist es schwierig, solche Autoren anzuklagen. Was hättet ihr denn gemacht? Der unwichtigste Zweig der Literatur dieser Zeit ist die faschistische Literatur. Es gibt, soweit ich weiß, kein Werk aus dieser Sparte, das es zu irgendeiner nennenswerten literarischen Qualität gebracht hat. Die Bücher drehten sich um Themen wie Volk, Reich, Krieg, Führer, Ehre und Heimat. Im Großen und Ganzen alles zum Vergessen. Merkt euch lieber die zwei Stichworte, Exilliteratur und Innere Emigration. Exilliteratur mit den Themen der offenen Anklage und der humanistischen Tradition und die innere Emigration als Rückzug in das Private und höchstens mit dem Versuch indirekt oder zwischen den Zeilen das Regime anzugreifen. Beide hatten kein Publikum. Das war es für dieses Mal. Mit einem ernsteren Adieu verabschiede ich mich. 

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2 Kommentare
  1. Default

    dange

    Von Benlenzen, vor fast 3 Jahren
  2. Default

    Vielen Dank!

    Von Rahim, vor fast 5 Jahren