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Transkript Erzählperspektiven – Ich-Erzähler und personaler Erzähler

Hallo, heute beschäftigen wir uns mit Erzählperspektiven. Zunächst: Wer oder was ist eigentlich der Erzähler? Der Erzähler ist eine Figur, die der Autor erschaffen hat und diese Figur erzählt die Geschichte. Am Ende der Kette steht schließlich der Leser, welcher diese Geschichte liest. Merkt euch also: Der Autor ist nicht der Erzähler. Wenn ich jetzt eine Geschichte schreiben möchte, dann habe ich mehrere Möglichkeiten meinen Erzähler zu gestalten. Es gibt zwei verschiedene Erzählformen: einmal den Er- oder Sie-Erzähler und den Ich-Erzähler. Wir beschäftigen uns jetzt erst einmal mit dem Ich-Erzähler. In der Ich-Perspektive wird - ihr ahnt es schon - in der 1. Person Singular berichtet. Das seht ihr in diesem Ausschnitt der Geschichte "Mir fehlt ein Wort" von Kurt Tucholsky: "Ich werde ins Grab sinken, ohne zu wissen, was die Birkenblätter tun. Ich weiß es, aber ich kann es nicht sagen. " Der Ich-Erzähler ist eine Figur, die normalerweise auch in der Handlung vorkommt und aus ihrer Perspektive erzählt, was geschieht. Ihr seht, dass diese Geschichte in der 1. Person Singular erzählt wird. Ich werde, ich weiß, ich kann. Die zweite Möglichkeit ist, eine Geschichte in der 3. Person Singular zu erzählen. Das ist der Er- oder Sie-Erzähler. Schauen wir uns einmal den Anfang der Erzählung "Die Verwandlung" von Franz Kafka an: "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf einem panzerartig harten Rücken. " Ihr seht, dass dieser Text nicht von einem Ich-Erzähler, sondern von einem Er-Erzähler berichtet wird. Es heißt nämlich, "er lag auf seinem panzerartig harten Rücken" und nicht "ich lag auf meinem panzerartig harten Rücken". Das war einfach, oder? Hat der Autor einmal die Er- oder Sie-Erzählform gewählt, gibt es aber noch mehr Gestaltungsspielraum. Der Autor kann sich jetzt überlegen, ob er lieber einen auktorialen, einen personalen oder einen neutralen Erzähler wählt. Der Anfang von "Die Verwandlung" wird aus einer personalen Erzählperspektive erzählt. Der Erzähler in diesem Text sieht und weiß nur, was auch Gregor Samsa sieht und weiß. Deshalb kann uns der personale Erzähler auch nicht erklären, weshalb Gregor Samsa plötzlich zu einem Ungeziefer mutiert ist. Schließlich versteht das die Hauptfigur ja selbst nicht. Merkt euch also: Der personale Erzähler bleibt ganz nah an einer einzigen Figur. Er weiß nur, was dieser Figur passiert. Was diese Figur nicht wahrnimmt, das weiß auch also auch der personale Erzähler nicht. Ein personaler Erzähler schlüpft also in die Sichtweise einer Figur, erzählt aber - im Gegensatz zum Ich-Erzähler - aus der Er- oder Sie-Perspektive. Wir haben uns in diesem Teil mit dem Ich-Erzähler und dem personalen Erzähler beschäftigt. Im nächsten Video erkläre ich euch, wie der auktoriale und der neutrale Erzähler funktioniert. Also, bis bald.

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2 Kommentare
  1. Default

    Es kann aber sein das Autor über sein Leben erzählt,oder

    Von Cameliazz, vor 3 Monaten
  2. Default

    Dankeschön! :-)
    Jetzt habe ich alles verstanden und bin gut vorbereitet für die Arbeit!:D

    Von Gemasotomayor, vor etwa 3 Jahren