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Transkript „Die Leiden des jungen Werther“ – Inhaltsangabe (Goethe)

“Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz hab' ich allein." Ein junger Mann, namens Werther ist auf der Suche nach sich selbst.

Der junge Rechtspraktikant Werther berichtet seinen Freund Wilhelm in Briefen, wie es ihm ergeht. Die Briefsammlung wird der Nachwelt von einem imaginären Herausgeber vorgestellt. In der Einleitung schreibt dieser nun Folgendes: “Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, dass ihr mir's danken werdet.”

Die Handlung des Briefromans “Die Leiden des jungen Werther" spielt von Mai 1771 bis Dezember 1772 in der Kleinstadt Wahlheim.

Werther ist in die Stadt gekommen, um für seine Mutter eine Erbschafts-Angelegenheit zu erledigen. “Wie froh bin ich, daß ich weg bin”, schreibt er in seinem ersten Brief an seinen Freund Wilhelm.

Die Briefe sind fortlaufend datiert, was den Eindruck einer chronologischen Geschichte erweckt. Der erste Brief ist vom 4. Mai. Frühling! Werther genießt es, in der Natur umherzustreifen und übt sich im Zeichnen.

Im Juni schreibt Werther, dass er auf einen Ball eingeladen wurde. Er soll Lotte, die Tochter des Amtsmannes dorthin begleiten. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert Lotte sich um ihre Geschwister. Werther weiß im Voraus, dass sie verlobt ist, aber er verdrängt dieses Wissen und verliebt sich sofort in Lotte.

Ein Gewitter setzt ein. Lotte und Werther fühlen sich gemeinsam an Klopstocks Ode "Die Frühlingsfeier" erinnert. Während sie am Fenster das Naturschauspiel betrachten, bemerken sie eine tiefe Seelenverwandtschaft. Von nun an besucht Werther Lotte beinahe täglich und verbringt viel Zeit mit ihr.

Erste Konflikte brechen auf. Als Albert, Lottes Verlobter, von einer geschäftlichen Reise zurückkehrt, ändern sich Werthers Gefühle. Die Anwesenheit des Verlobten macht ihm die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe bewusst. Albert ist ehrlich und sympathisch, dagegen hat Werther kein Mittel.

Wegen der Rivalität um Lotte ist das Verhältnis zwischen Albert und Werther gespannt. Außerdem hat der bodenständige Albert ganz andere Ansichten, als der schwärmerische Werther. Werther ist verwirrt. Schließlich erkennt er, dass seine starken und hoffnungslosen Gefühle für Lotte ihm gefährlich werden können.

Er beschließt er, die Stadt zu verlassen, um sich zu retten. Als ihm ein Graf einen Posten als Gesandter anbietet, ergreift Werther die Gelegenheit. Doch der Graf stellt sich als kleinlich und pedantisch heraus. Die Enge der Etikette ist drückend und bei einer Adels-Gesellschaft ist er als Bürgerlicher unerwünscht. Gedemütigt, gibt Werther den Gedanken an eine Karriere als Beamter auf.

Enttäuscht kehrt Werther an den Ort zurück, den seine Seele Heimat nennt, zu Lotte. Doch alles ist verändert. Werther denkt jetzt öfter an Selbstmord.

Lotte und Albert sind inzwischen verheiratet. Albert ist viel beschäftigt und daher manchmal missgestimmt. Werther bemerkt, dass Lotte deshalb die alte Vertrautheit mit ihm vermisst. Er bildet sich ein, dass sie nicht glücklich ist mit ihrem Mann.

Eines Abends, als Albert unterwegs ist, besucht Werther sie. Er liest ihr aus dem düsteren Ossian vor, und plötzlich umarmen und küssen sich die beiden. Werther wirft sich vor ihr auf den Boden, Lotte flieht ins Nachbarzimmer, um nicht Werthers Leidenschaft zu erliegen und will ihn nicht mehr wieder sehen. Nach diesem Ereignis verzweifelt Werther endgültig.

Was jetzt folgt ist der Bericht des Herausgebers. Werther schreibt einen Abschiedsbrief, leiht sich unter einem Vorwand von Albert zwei Pistolen und erschießt sich. Er ist in seine Uniform, blauer Frack und gelbe Weste gekleidet.

Auf dem Schreibtisch liegt aufgeschlagen “Emilia Galotti”. “Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet.” Die Gesellschaft hat ihn in den Tod getrieben, aber er bleibt der Außenseiter und darf nicht kirchlich beerdigt werden.

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