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Transkript „Die Blechtrommel“ – Inhaltsangabe (Grass)

Günter Grass: Die Blechtrommel - Inhaltsangabe

"Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, läßt mich kaum aus dem Auge; denn in der Tür ist ein Guckloch, und meines Pflegers Auge ist von jenem Braun, welches mich, den Blauäugigen, nicht durchschauen kann.”

Mit diesen Worten eröffnet Günter Grass seinen Roman “Die Blechtrommel”. Der Roman ist in drei Bücher eingeteilt. Das erste Buch spielt vor dem Zweiten Weltkrieg; das zweite währenddessen; das dritte danach. Aus der Sicht der Hauptfigur Oskar Matzerath wird uns dessen Familiengeschichte von 1899 bis 1954 geschildert.

Erstes Buch

Das erste Buch spielt in Danzig, Oskars Geburtsstadt. Zu Beginn des Romans fasst Oskar das Leben seiner Mutter bis zu seiner eigenen Geburt kurz zusammen; dann beginnt die eigentliche Handlung.

Oskar ist zum Zeitpunkt seiner Geburt 1924 geistig vollends entwickelt. Diese Gabe teilt er jedoch niemandem mit. Als er zu seinem dritten Geburtstag von seiner Mutter eine Blechtrommel geschenkt bekommt, beschließt er, nicht mehr zu wachsen. Um seine Eltern zu beruhigen, inszeniert er einen Unfall, bei dem er auf den Kopf fällt. Die Eltern schieben das ausbleibende Wachstum darauf und schöpfen keinen Verdacht.

Oskars Hauptbeschäftigung ist von nun an das Trommeln. Auch anstatt zu sprechen trommelt er lieber. Allerdings befürchten seine Eltern, er könne sich an der nun schon alten Trommel verletzen und wollen sie ihm entreißen. Es kommt zum Streit und Oskar beginnt so sehr zu schreien, dass das Glas der Wanduhr zerspringt. Auf diese Weise lernt Oskar sein zweites Talent kennen: Glas zu zerschreien.

Diese Gabe nutzt er überall aus, um zu protestieren, wenn ihm etwas nicht passt. Es führt soweit, dass keine Schule ihn mehr aufnehmen möchte. Oskar beschließt daraufhin, sich selbst Lesen und Schreiben beizubringen.

Oskar durchschaut, dass Agnes - seine Mutter - eine Liebesaffäre mit Jan Bronski hat. Donnerstags muss Oskar immer zum Spielwarenhändler, damit die Mutter einige Stunden mit Jan Bronski ungestört sein kann. Es keimt der Verdacht bei Oskar, dass in Wahrheit Jan Bronski und nicht Alfred Matzerath sein Vater sein könnte.

Oskar berichtet außerdem von immer mehr NSDAP-Aufmärschen und SAMännern auf den Straßen. Auch wenn er bei einem Aufmarsch unter der Tribüne sitzt und mit seiner Trommel den Rhythmus dirigiert, so ist ihm dieses ganze Treiben nicht geheuer.

Oskars Mutter stirbt bald darauf an einer Fischvergiftung. Sie war schwanger, ob von Jan oder Herrn Matzerath, ist unklar.

Das erste Buch endet damit, dass Oskar in der Reichspogromnacht 1938 zum Spielzeughändler geht, um sich eine neue Trommel zu besorgen. SA-Männer sind damit beschäftigt, den Spielzeugladen zu verwüsten. Der jüdische Besitzer hat sich selbst getötet.

Zweites Buch

Zu Beginn des Zweiten Buches ist Oskar verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Blechtrommel. Er wendet sich an Jan Bronski, in der Hoffnung, er könne ihm helfen. Doch dieser ist dabei, die Poststation gegen SA-Männer zu verteidigen. Als diese die Post stürmen, gibt sich Oskar als entführtes Kleinkind aus. Jan Bronski wird abgeführt und erschossen. Oskar hingegen kommt lediglich für eine kurze Zeit ins Krankenhaus.

Sein Vater lässt ihn von nun ab oft bei Maria, die für ihn im Laden arbeitet. Mit Maria, die nur etwas älter ist als Oskar, macht dieser seine ersten sexuellen Erfahrungen. Zur selben Zeit entwickelt sich jedoch zwischen Maria und Herrn Matzerath ein Liebesverhältnis. Die beiden heiraten schließlich und Maria bekommt 1941 ein Kind, Kurt. Oskar ist sich jedoch sicher, dass es sich bei diesem Kind um seinen Sohn handelt.

Bebra, ein befreundeter Kleinwüchsiger, der im Zirkus arbeitet, überredet Oskar schließlich bei ihm im Fronttheater miteinzusteigen. Gemeinsam ziehen sie durch Frankreich und treten vor deutschen Truppen auf. Oskar beginnt eine Liebesbeziehung mit Roswitha, die ebenfalls beim Fronttheater als Liliputanerin dabei ist. Diese wird bei einem Angriff der Alliierten an der Front erschossen. Schwer erschüttert kehrt er 1944 zu seinem Vater und Maria zurück. Er schenkt seinem Sohn Kurt zum dritten Geburtstag eine Blechtrommel, doch dieser verprügelt ihn, anstatt sich zu freuen.

Als der Krieg Danzig erreicht, versteckt sich die Familie Matzerath im Keller. Alfred Matzerath hat noch einen Anstecker der NSDAP, den er loswerden will. Oskar jedoch steckt ihm diesen in die Tasche und sein Vater schluckt ihn in der Not herunter. Als Matzerath daraufhin zu ersticken droht und die einfallenden Russen dies bemerken, erschießen sie Oskars Vater.

Bei der Beerdigung seines Vaters beschließt Oskar wieder zu wachsen und begräbt die Trommel mit seinem Vater. Gemeinsam mit Maria und Kurt zieht er 1946 nach Düsseldorf. Wegen seines Wachstums hat er starke Schmerzen und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Damit verliert Oskar nach eigener Aussage die Fähigkeit, Glas zu zerschreien.

Drittes Buch

Oskar versucht in Düsseldorf Fuß zu fassen. Er beginnt eine Ausbildung, hat ein Rendezvous mit einer Krankenschwester und macht schließlich Maria einen Antrag. Diese lehnt aber ab und Oskar ist am Boden zerschmettert.

Durch Zufall bekommt er einen Job als Aktmodell für Kunststudenten an der Universität. Mit dem Gehalt kann er sich eine eigene Wohnung leisten. Diese Wohnung liegt neben der Wohnung von Dorothea, ebenfalls Krankenschwester. Sehr bald entwickelt Oskar eine Art Besessenheit von Dorothea; er liest ihre Post, versucht in ihr Zimmer zu gelangen und stellt sich ein gemeinsames Leben mit ihr vor. Eine nächtliche Begegnung mit ihr endet jedoch nicht, wie von Oskar gewünscht und Dorothea verschwindet.

Im selben Haus lernt Oskar auch den Musiker Klepp kennen. Die beiden beschließen eine Band zu gründen. Gemeinsam mit einem Gitarristen Namens Scholle haben sie bald schon eine Festanstellung im “Zwiebelkeller”. Dank diesem Engagement erhält Oskar bald schon einen Vertrag bei einer Agentur. Seine Trommelkünste bringen ihm schon bald Ruhm und Reichtum.

Allerdings fühlt er sich trotz allem alleine und kauft sich einen Hund. Dieser Hund bringt ihm bei einem Spaziergang einen abgetrennten Finger. Der Finger beeindruckt Oskar und er beschließt ihn zu behalten. Er lässt sogar einige Abdrücke - einen davon in Gold - von dem Finger anfertigen.

Nachdem er sich mit einem gewissen Vittlar angefreundet hat, ziehen die beiden durch die Stadt und fahren mit einer gekaperten Straßenbahn umher. Nachdem Oskar einen Mord verhindern kann, bittet er Vittlar, ihn bei der Polizei anzuzeigen. Dieser folgt der Bitte und Oskar wird vor Gericht gestellt. Er soll der Mörder von Dorothea sein. Es ist ihr Finger, den der Hund Oskar brachte. Er wird verurteilt und sitzt seitdem in der Nervenheilanstalt.

“Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt [...]” das sagt Oskar zu Beginn, doch am Ende sieht es so aus, als ob er noch vor seinem dreißigsten Lebensjahr entlassen wird. Es gibt Zweifel an seiner Schuld am Mord - den er ja nicht begangen hat. Oskar selbst hat Angst davor entlassen zu werden.

Günter Grass’ Hauptfigur hat viel erlebt und viel gesehen, jedoch selbst nie Verantwortung getragen. In der Heilanstalt kann das so bleiben, ob er es außerhalb schaffen würde, bezweifelt er selbst.

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