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Transkript „Der Sandmann“ – Inhalt und Personenkonstellation

Hallo, ich bin Lena und in diesem Video geht es um E. T. A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann". Der Schwerpunkt liegt auf der Personenkonstellation. Ich werde dir den Inhalt zusammenfassen, kurz auf die Namen der Charaktere eingehen und ihre Beziehung zueinander darstellen. Es wäre gut, wenn du dich schon ein wenig mit der Literaturepoche Romantik und ihren verschiedenen Phasen und Strömungen auskennen würdest. Außerdem solltest du das Buch am besten schon gelesen haben oder nach dem Video noch lesen. Ernst Theodor Amadeus Hoffmann veröffentlichte "Der Sandmann" 1817 als ersten Teil seines Zyklus Nachtstücke. Literaturhistorisch ist die Erzählung damit der Schwarzromantik zuzurechnen und passt ins Genre der Schauerliteratur. Eingeleitet wird der Sandmann von drei Briefen. Der Erste vom Protagonisten, dem Studenten Nathanael, an seinen Freund Lothar. Er erzählt darin von einer Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola, die ihn an ein traumatisches Ereignis in seiner Kindheit - den Tod seines Vaters - und dessen Begleitumstände erinnert hat. In dem Händler meint Nathanael den Advokaten Coppelius wiederzuerkennen. Jener führte gemeinsam mit dem Vater Nathanaels alchemistische Experimente durch, bei welchen dieser schließlich zu Tode kam. Der junge Nathanael hatte Coppelius' abstoßende Gestalt damals mit dem Gruselmärchen des Sandmanns verknüpft, der Kinder ihre Augen beraubt, um sie an seine Kinder zu verfüttern. Der zweite Brief ist eine Antwort von Nathanaels Verlobten Clara, an die der für ihren Bruder Lothar bestimmte Brief versehentlich adressiert war. Sie versucht Nathanael davon zu überzeugen, dass die Bedrohung, die durch die Begegnung mit Coppola in ihm ausgelöst wurde, nicht real ist, sondern auf seiner sehr subjektiven Wahrnehmung der Ereignisse beruht. Im dritten Brief - wieder von Nathanael an Lothar - wird deutlich, dass diese aufgeklärte Betrachtung des ihn derart aufwühlenden Umstandes, ihn verärgert hat. Er bittet Lothar, nicht mehr mit Clara über ihn zu sprechen und kündigt einen baldigen Besuch an, um Abstand vom Erlebten zu gewinnen. An diesem Punkt übernimmt der Erzähler, laut Eigenaussage ein Freund Lothars und Nathanaels, die Schilderung der Ereignisse. Im Laufe des Besuchs wird deutlich, dass Nathanael völlig auf die vermeintliche Bedrohung durch den Dämon Coppelius fixiert ist und diese seiner Verlobten unbedingt ebenfalls bewusst machen will. Nachdem er in einer aufwendigen Dichtung ausführlich geschildert hat, wie Coppelius als bedrohlicher Schatten ihre Beziehung zerstört und Clara am Traualtar ihre Augen nimmt, jene seine Sorgen jedoch noch immer nicht teilt, beschimpft er sie als lebloses Automat. Lothar fordert ihn daraufhin zu einem Duell, das Clara gerade noch verhindern kann. Reuevoll bittet Nathanael die Geschwister um Verzeihung. Als er nach dem Besuch in seine Wohnung zurückkehren möchte, ist diese niedergebrannt. Er zieht in ein Zimmer gegenüber seines Professors Spalanzi. Durch ein Fenster kann er dessen schöne Tochter Olimpia sehen, der er zunächst allerdings keine weitere Beachtung schenkt. Ihm fällt bloß auf, dass sie den ganzen Tag ohne weitere Beschäftigung von ihrem Zimmer aus, zu ihm herüber zu schauen scheint. Als Coppola ihn erneut besucht, kauft er ihm aus Verlegenheit seines vorherigen Verhaltens wegen ein Perspektiv ab und richtet es auf Olimpia. In diesem Moment erkennt er in ihr eine himmlische Schönheit und beobachtet sie fortan, während er Clara vergessen zu haben scheint. Bald darauf richtet Spalanzi einen Ball aus, um seine Tochter der Öffentlichkeit vorzustellen. Nathanael tanzt als einziger mit ihr und verliebt sich endgültig in sie. In der Folgezeit treffen die beiden sich häufiger und er trägt ihr seine Dichtungen vor. In Olimpia findet er eine für ihn angenehmere Zuhörerin als in der kritischen Clara. Ihre Äußerungen beschränken sich auf die Interjektion "Ach!". Der narzisstische Nathanael versteht dies als völlige Übereinstimmung mit seiner Position und beschließt, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Als er sie jedoch aus diesem Anlass aufsuchen will, wird er Zeuge eines Kampfes zwischen Coppola und Spalanzi. Er erkennt, dass Olimpia bloß eine Puppe ist und verfällt dem Wahnsinn. Als Spalanzi ihn auffordert, dem entkommenen Coppola das Automat abzujagen und ihm die herausgefallenen Glasaugen Olimpias zuwirft, versucht Nathanael ihn zu erwürgen. Die herbeiströmenden Menschen können ihn davon abhalten und er wird für einen nicht näher bestimmten Zeitraum ins Tollhaus eingeliefert. Nach einer Weile scheint er wieder genesen und von seinem Wahn befreit. Vor allem seine Liebe zu Clara ist tiefer denn je. Die Heirat wird geplant - außerdem ein Umzug, die Familie hat ein Gut geerbt. Alles deutet auf ein baldiges Happy End hin. Als die beiden Liebenden allerdings auf einen Turm steigen und Clara einen grauen, sich bewegenden Busch in der Landschaft entdeckt, schaut Nathanael durch das Perspektiv, um herauszufinden, um was es sich handelt. Sein Blick fällt dabei auf seine Verlobte. Indem er sie durch Coppolas Perspektiv anschaut, wird er erneut wahnsinnig und will sie vom Turm herabwerfen. Lothar kann seine Schwester retten und mit ihr fliehen. Nathanael aber stürzt sich in den Tod, nachdem er Coppelius in der Menge der Schaulustigen am Fuß des Turmes entdeckt hat. Der Erzähler schließt damit, dass Clara später ihr Glück bei einem Mann und zwei Söhnen gefunden hat. Gehen wir noch mal auf die einzelnen Personen ein: Da ist zunächst Nathanael. Sein Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie "Gottesgeschenk". Er ist narzisstisch veranlagt und sucht in seiner Partnerin vor allem Bewunderung. Verlobt ist er mit Clara. Dieser Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "die Klare", "die Helle" oder auch "die Strahlende". Sie hält nichts von Mystik, vertritt die Positionen der Aufklärung, hat einen wachen Verstand und kritisiert Nathanaels Fixiertheit auf Coppelius. Claras Bruder, Lothar, ist mit Nathanel befreundet, jedoch bereit, sich mit ihm um die Ehre seiner Schwester zu duellieren. Coppelius ist ein deutscher Advokat, der in Nathanaels Kindheit mit dessen Vater alchemistische Experimente durchführte. Er hasst Kinder und wirkt auch äußerlich abstoßend. Nathanael hält ihn erstens für den Sandmann und zweitens für mit Coppola identisch. Coppola ist ein piemontesischer Wetterglashändler. Sein Name stammt aus dem Italienischen und bedeutet "Augenhöhle". Er ist bekannt mit dem Professoren Spalanzi, dessen Namen man mit dem italienischen Forscher Spalanzi in Verbindung bringen kann, der sich unter anderem mit künstlicher Befruchtung bei Tieren auseinandergesetzt hat. Spalanzi hat den Automaten Olimpia erschaffen. Dessen Name bedeutet "Die vom Olymp". Nathanael ist dem Automaten in Gestalt eines jungen Mädchens verfallen und möchte ihn zwischenzeitlich heiraten. Ich hoffe, du hast alles verstanden und das wichtigste behalten können. Auf Wiedersehen, vielleicht. Lena.

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3 Kommentare
  1. Rene redaktion

    Hallo und danke für den Kommentar! Du hast vollkommen recht, es müsste natürlich "Spalanzani" heißen. Scheinbar hat sich da ein kleiner Fehler eingeschlichen. Wir haben den Fehler weiter an unsere Produktion gegeben.

    Von René Perfölz, vor fast 2 Jahren
  2. Default

    Heißt der Professor nicht Spalanzani?

    Von Fikretyuezguelen, vor fast 2 Jahren
  3. Default

    HAMMER! !! ! ! !

    Von Fotomodell Kate, vor mehr als 3 Jahren