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Textversion des Videos

Transkript Das Vier-Seiten-Modell

Hallo, ich bin Lena, und in diesem Video geht es um das Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun. Ich werde dir die Parallelen zu anderen Kommunikationsmodellen zeigen, die 4 Seiten einer Nachricht nennen und erklären, den Bezug zu Sender und Empfänger herstellen und das Modell an einem Beispiel anwenden. Es wäre gut, wenn du das Video zur Einführung in die Kommunikation schon gesehen oder dich mal anderweitig über den Kommunikationsprozess informiert hättest. Das Vier-Seiten-Modell wird auch Vier-Ohren-Modell oder Kommunikationsquadrat genannt. Es handelt sich dabei um ein Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun, das sich auf die Mehr- bzw. Vierschichtigkeit menschlicher Nachrichten konzentriert. Es weist Parallelen zu Watzlawicks These auf, dass jede Aussage einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt enthält, außerdem zum Organon-Modell von Karl Bühler. In diesem Modell werden die Begriffe des Ausdrucks, des Appells und der Darstellung verwendet, die sich so oder so ähnlich im Kommunikationsquadrat wiederfinden. Schulz von Thun fügt diesen 3 Komponenten die Beziehungsseite hinzu, bezeichnet den Ausdruck als Selbstoffenbarung und die Darstellung als Sachebene. Demzufolge setzt sich jede Nachricht aus diesen 4 Seiten oder Ebenen zusammen. Die Sachebene ist der reine Informationsgehalt der Nachricht und für gewöhnlich der offensichtlichste und unmissverständlichste Teil des Kommunikationsquadrates. Sie enthält Fakten, Daten oder Sachverhalte, bzw. das, was der Sender dafür hält oder als solche ausgeben möchte. Die Selbstoffenbarung ist, was der Sprecher durch die Nachricht und die Form ihrer Äußerung über sich selbst kundgibt. Sie setzt sich aus einer zumeist unbewussten Selbstenthüllung und einer bewussten Selbstdarstellung zusammen. Das kann das Selbstverständnis betreffen, also zum Beispiel den Grad an Selbstbewusstsein oder Selbstvertrauen, einen akuten Gefühlszustand, Motive, Werte, soziokulturelle Hintergründe etc. ebenso wie Sinn für Humor, Intelligenz, Sprachgefühl und Ähnliches. Die Beziehungsseite sagt aus, wie die Kommunizierenden zueinander stehen und was der Sender vom Empfänger hält. Dadurch ist die Beziehungsseite streng genommen auch Teil der Selbstoffenbarung, da sie den Empfänger aber ganz anders betrifft als jene, muss sie als eigenständige Ebene behandelt werden. Sie beschäftigt sich damit, wie durch den kommunikativen Akt die Nähe bzw. Distanz zum Gegenüber eingeschätzt wird, ob es als gleichrangig, über- oder unterlegen verstanden wird, eine Abhängigkeit besteht usw. Die letzte Seite ist der Appellgehalt der Nachricht. Die meisten Äußerungen zielen darauf ab, eine ganz bestimmte Wirkung zu erzielen. Der Empfänger soll veranlasst werden, etwas zu tun oder zu unterlassen. Dabei kann der Appell sich sowohl auf Handlungen als auch auf Gedanken oder Gefühle beziehen. Wird der Appellgehalt bewusst versteckt übermittelt, spricht man von Manipulation. In diesem Sonderfall können die übrigen Ebenen funktionalisiert, also nicht länger authentisch sein. Statt der bewusst übermittelten Nachricht muss dann die Manipulation als kommunikativer Akt interpretiert werden. Da jeder kommunikative Akt sich aus 4 Seiten oder Ebenen zusammensetzt, könnte man sagen, dass der Sender die Nachricht mit 4 verschiedenen Mündern spricht und der Empfänger sie mit 4 unterschiedlichen Ohren aufnimmt. Aus diesem Umstand ergibt sich eine Vielzahl von Störungsquellen für die Kommunikation. Die verschiedenen Ebenen haben für den Sender je nach Situation eine bestimmte Gewichtung, die sich in der letztlichen Äußerung niederschlägt. Der Rezipient kann diese Gewichtung nun verlagern bzw. anders wahrnehmen - oder auch nicht mit der durch den Kommunikator gesetzten Gewichtung einverstanden sein. Zudem kann er jede einzelne Seite der Nachricht missverstehen oder anders zu den jeweils transportierten Botschaften stehen als der Sender. Den kritischsten Aspekt stellt dabei die Beziehungsebene dar. Betrachten wir ein Beispiel. Die Situation ist die folgende: Mittwochnacht um 2 Uhr sitzt ein Schüler an seinem Computer. Der Vater kommt ins Zimmer und sagt: Es ist schon ziemlich spät. Die Sachebene wird dabei ausgesprochen: Es ist spät. Über sich selbst könnte der Vater zum Beispiel aussagen, dass er besorgt ist. Die Beziehungsseite wäre in diesem Fall: Ich kümmere mich um dich. Ich fühle mich für dich verantwortlich. Oder: Du brauchst Schlaf. Der Appell lautete: Geh schlafen. Die Sachebene ist in diesem Fall geklärt. Die Selbstoffenbarung könnte der Jugendliche allerdings schon missverstehen, indem er die Sorge zum Beispiel als Ärger verkennt. Die Beziehung wäre dann für ihn: Er will mich erziehen. Der Appell hätte zwar den gleichen oder einen ähnlichen Wortlaut, wie vom Sender gedacht, würde aber als autoritärer Befehl aufgefasst werden. Ich hoffe, du hast alles verstanden und das Wichtigste behalten können. Auf Wiedersehen vielleicht, Lena.

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6 Kommentare
  1. Img 20150613 wa0007

    gutes video,hab alles verstanden

    Von Alex G., vor 29 Tagen
  2. 7 img 1864

    Gutes Video! Habe allerdings nicht alle verstanden.

    Von Li Don De M., vor etwa einem Jahr
  3. Default

    sehr gut!

    Von Henryberlin, vor mehr als 4 Jahren
  4. Default

    Die Audioqualität ist sehr schlecht. Geht dass nur mir so? Die slides lassen auch zu wünschen übrig. Welche Notenskala wird denn hier angewendet...?!

    Von Christoph Wirth, vor etwa 5 Jahren
  5. Avatar2

    Hallo Mathestar,
    danke dir. Ich werde es versuchen, momentan habe ich allerdings leider keine Zeit für weitere Videos.
    Liebe Grüße,
    Lena

    Von Lena Knaudt, vor mehr als 5 Jahren
  1. Default

    Hallo Lena,
    klasse Video! Es wäre schön, wenn Du noch ein Video mit verschiedenen Praxisbeispielen zu diesem Thema machen würdest.

    Von Mathestar, vor mehr als 5 Jahren
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