Das Organon-Modell 03:28 min

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Transkript Das Organon-Modell

Hallo, ich bin Lena und in diesem Video geht es um das Organon-Modell. Ich werde dir das Modell nach Karl Bühler und seine Erweiterungen durch Roman Jakobson erläutern. Es wäre gut, wenn du das Video zur Einführung in die Kommunikation schon gesehen oder dich einmal anderweitig mit dem Kommunikationsprozess beschäftigt hättest. Karl Bühlers Organon-Modell setzt sich aus 4 Elementen zusammen. Dem Sender, dem Empfänger, Gegenständen bzw. Sachverhalten, dem Sprachzeichen, das im Zentrum steht und dem materiellen Zeichenträger bzw. Schallphänomen, das mit dem Sprachzeichen verknüpft ist.  Man könnte dabei sagen, dass das Sprachzeichen den verbalen, das Schallphänomen den nonverbalen Teil der Sprachkommunikation repräsentiert.  Dass der Kreis des materiellen Zeichenträgers stellenweise über das Dreieck des Sprachzeichens herausragt, bedeutet, dass in der Kommunikation noch Elemente enthalten sein können, die für die letztliche Nachricht nicht von Bedeutung sind. So ist zum Beispiel das Format eines persönlichen Briefes für gewöhnlich irrrelevant für die Nachricht. Dass der Empfänger automatisch, die für ihn relevanten Elemente des Schallphänomens herausfiltert, bezeichnet Bühler als abstraktive Relevanz. Dass das Sprachzeichen seinerseits stellenweise über das Schallphänomen herausragt, besagt, dass es zu Störungen auf der Ebene des materiellen Zeichenträgers kommen kann. Wenn zum Beispiel ein Wasserfleck stellenweise die Tinte in dem Brief verwischt hat. Die gesamte Nachricht ist durch sogenannte apperzeptive Ergänzungen dennoch erschließbar. Bezogen auf die 3 außenstehenden Elemente, erfüllt das Sprachzeichen 3 verschiedene Funktionen: 1. Den des Ausdruckes: wenn es sich auf den Sender der Nachricht bezieht. Dabei gibt der Sender durch Verwendung des Sprachzeichens, bewusst oder unbewusst, etwas von sich preis. 2. Die Funktion des Appells: wenn das Sprachzeichen auf den Empfänger ausgerichtet ist. Indem der Sender das Sprachzeichen verwendet, möchte er den Empfänger zu einer bestimmten Handlung oder dem Unterlassen einer Handlung bewegen. 3. Hat das Sprachzeichen die Funktion der Darstellung inne: wenn es sich auf Gegenstände oder Sachverhalte bezieht. Hierbei werden objektive Informationen übermittelt. Roman Jakobson hat in dieses Modell noch das Sprachsystem eingefügt und es um einige zusätzliche Funktionen des Sprachzeichens erweitert. So etwa um die Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen Sender und Empfänger. Auch die metasprachliche Funktion findet in dieser Darstellung Platz. Sie bedeutet, dass Sprache sich auch auf sich selbst beziehen kann. In seiner poetischen Funktion entstellt das Sprachzeichen sozusagen die Sprache. Das heißt, es interpretiert gängige Regeln der Syntax neu und schafft somit neue emotionale Perspektiven. Ich hoffe du hast alles verstanden und das Wichtigste behalten können. Auf Wiedersehen vielleicht, Lena.

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4 Kommentare
  1. Default

    Sorry, man sollte das Video erstmal zu Ende gucken! (Nehme alles wieder zurück) ;)

    Von Jannikk85, vor etwa einem Monat
  2. Default

    Ich verstehe nicht ganz, warum bei der abstraktiven Relevanz das Zeichen größer als der Träger sein soll. In meinen Aufzeichnungen steht es genau andersrum, also das Bild im Video müsste eine apperzeptive Ergänzung sein. Oder bin ich jetzt falsch?

    Von Jannikk85, vor etwa einem Monat
  3. Rene redaktion

    Hallo, das Organon-Modell wird eigentlich erst in der 11./12. Klasse behandelt, wenn es um Kommunikationsprozesse geht. Bis dahin wird es auch noch was mit den restlichen 70% ;)

    Beste Grüße
    Deine Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor etwa einem Jahr
  4. 7 img 1864

    für welche klassenstufe ist das video geeignet?
    ich gehe in die 9.Klasse und habe nur 30% verstanden

    Von Li Don De M., vor etwa einem Jahr