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Transkript „Buddenbrooks“ – Inhaltsangabe (Mann)

Der Roman "Buddenbrooks" von Thomas Mann zeigt in detailreicher Darstellung einen sich über vier Generationen hinziehenden Verfallsprozess. Man spricht auch von Dekadenz, was so viel wie Verfall bedeutet. Zunehmende selbstbezogene Innerlichkeit von Generation zu Generation, wachsende moralische Empfindsamkeit und Skrupel führen zum wirtschaftlichen Niedergang der im Titel genannten Familie.

Die Generation der Traditionen

Der Urgroßvater Johann Buddenbrook ist ein hanseatischer Patriarch. Er ist Norddeutscher, der in den Traditionen des alten Wirtschaftsbundes, der sogenannten Hanse, steht. Johann Buddenbrook ist das Oberhaupt der Familie. Er zeigt keinerlei moralische Skrupel beim Aufbau seines erfolgreichen Getreidehandels.

Der ökonomische, also der wirtschaftlich-finanzielle Erfolg, wird durch den Kauf eines neuen, repräsentativen Hauses gekrönt. Die erste im Roman geschilderte Generation der Familie besitzt eine ungezwungene Natürlichkeit. Diese wird weder diskutiert noch infrage gestellt.

Die Generation der Frömmigkeit

Sohn Jean, also die zweite Generation, ist bereits anders charakterisiert. Durch seine Frömmigkeit hat er Zweifel am rücksichtslosen wirtschaftlichen Verhalten seiner Familie. Er verliert dadurch das ökonomische Interesse seiner Familie teilweise aus dem Auge. Die geschäftliche Lage des Betriebes verschlechtert sich. Dennoch kann sein Sohn Thomas in dritter Generation eine immer noch gesunde Firma übernehmen.

Die dritte Generation der Buddenbrooks

Thomas ist zunächst sehr erfolgreich und wird sogar zum Senator gewählt. Er sorgt für einen Zuwachs des gesellschaftlichen Ansehens und des politischen Einflusses der Familie. Auch er kauft sich ein neues Anwesen. Schließlich aber nehmen die ökonomischen Schwierigkeiten zu, worunter das öffentliche Ansehen leidet.

Er stirbt mit nur 49 Jahren an einem Schlaganfall. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Bemühen um äußerlichen Erfolg seinem nach innen gekehrten, vergeistigten Wesen nicht entspricht. Bei seinem jüngeren Bruder Christian ist die Innerlichkeit und mit ihr die Lebensunfähigkeit noch deutlicher zu beobachten. Gewissensbisse plagen ihn und lassen ihn am Kaufmannsberuf zweifeln.

Er sucht seinen Lebenssinn in oberflächlichem Amüsement. Seine Schwester Clara lebt eine völlig weltabgewandte Religiosität. Ihr früher Tod steht in Zusammenhang mit dieser Weltfremdheit. Deren Schwester Tony scheint von der beginnenden Verfallsentwicklung verschont geblieben zu sein. Sie bleibt den hanseatisch-bürgerlichen Traditionen treu.

Nichts kann sie ernsthaft von den Tugenden der höheren Bevölkerungsschicht, dem Bildungs- und Besitzbürgertum, abbringen. Sie folgt nicht ihrem Herzen, sondern der überholten Norm. Aber gerade aus diesem Grunde heiratet sie zwei Mal einen Mann, der nur auf ihre Mitgift aus ist. Mit beiden wird sie unglücklich.

Das Verharren in überholten Tugenden, Normen und Ansprüchen bietet also auch keinen Ausweg. Der Versuch, das soziale Ansehen der Familie durch zwei gute Partien zu mehren, scheitert.

Der letzte Nachkomme der Familie Buddenbrook

Thomas' Sohn Hanno ist dagegen völlig lebensunfähig. Grund dafür ist sein hoch empfindsames und lebendiges Gewissen. Bei Thomas, Christian und Hanno kann man von Décadents sprechen. Dies ist die Bezeichnung für Menschen im Verfall, für gesellschaftsunfähige Menschen.

Hanno ist Zeit seines Lebens kränklich. Mit seiner gymnasialen Ausbildung ist er überfordert. Ihm fehlt jede Lebenspraxis. Er huldigt seiner großen Leidenschaft, der Musik, die hier die Lebensuntüchtigkeit symbolisiert und für die Auflösung der praktischen Fertigkeiten des Menschen steht. Er stirbt im Alter von nur 16 Jahren an Typhus. Mit ihm stirbt der letzte männliche Nachkomme.

Resümee des Romans

Die erste im Roman beschriebene Generation kommt also zu großem Reichtum. Die Dekadenzerscheinungen, die sich mit jeder Generation verstärken, verhindern den Erhalt des Reichtums. Das Firmenkapital schwindet, ebenso das gesellschaftliche Ansehen und die Lebensfähigkeit der Protagonisten.

Der ökonomische Abstieg der Familie Buddenbrook schreitet unaufhaltsam voran. Hierbei korrespondiert der äußere, vor allem finanzielle Verfall der Familie, mit einer innerlichen Veränderung der Charaktere. Voranschreitende Vergeistigung und Verinnerlichung machen den bürgerlichen Menschen lebensuntauglich. Er wird unfähig, den Anforderungen des Lebens und der Wirtschaft zu entsprechen.

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