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Transkript Andreas Gryphius – Leben und Werk

Andreas Gryphius: Leben und Werk

Super, dass wir heute dein Wissen über Barockdichtung vertiefen. Andreas Gryphius war einer der wichtigsten Vertreter der barocken schlesischen Dichterschule. Deshalb eignet er sich besonders gut.

Das Motiv der Vergänglichkeit menschlichen Lebens verarbeitet der Dichter vielseitig in seinen Werken. Denn das prägende Ereignis dieser Zeit war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648. Daher der Leitspruch „Memento mori! Denke daran, dass du sterben musst!"

Gryphius wurde 1616 im schlesischen Glogau geboren. Er war der Sohn eines protestantischen Erzdiakons. 1636 schloss er das Gymnasium in Fraustadt ab. Bereits seine Lehrer am Gymnasium hatten sein Interesse an neuerer deutscher Dichtung geweckt. Als Schüler veröffentlichte Gryphius jedoch zunächst zwei Herodes-Dramen in lateinischer Sprache.

Ab 1636 arbeitete der Dichter als Hauslehrer bei einem Rechtsgelehrten in der Nähe von Fraustadt. Im Jahr darauf erschienen Gryphius' erste Dichtungen auf Deutsch, die „Lissauer Sonette“. „Du sihst, wohin du sihst/ nur eitelkeit auff erden“, heißt es darin.

Damit ist schon das zentrale Thema von Gryphius' Dichtung benannt: Sein Anliegen war es, auf „die vergänglichkeit menschlicher sachen“ aufmerksam zu machen. Er wollte das menschliche Streben auf das richten, „was ewig ist“.

Von 1638 bis 1644 begleitete er zwei Söhne seines Arbeitgebers zum Studienaufenthalt ins holländische Leiden. Leiden war zu jener Zeit ein gefragter Studienort für die Söhne wohlhabender protestantischer Schlesier. Gryphius selbst widmete sich Studien der Staatslehre und der modernen Naturwissenschaften.

1644 bis 1646 war der Dichter auf Reisen durch Frankreich und Italien. Dort erweiterte er seine Kenntnisse des europäischen Theaters. Er knüpfte wissenschaftliche wie literarische Verbindungen. In Paris lernte er Pierre Corneille kennen, einen klassischen französischen Dramatiker. In Venedig machte er sich mit der Commedia dell'arte vertraut, der zeitgenössischen Form der italienischen Volkskomödie. Bereits auf der Heimreise über Straßburg schloss Gryphius sein erstes deutschsprachiges Trauerspiel ab, den „Leo Armenius“.

Aufgrund seiner Dichtungen wollten ihn mehrere renommierte Universitäten zum Dozenten berufen. Doch Gryphius kehrte nach Hause ins schlesische Glogau zurück. Denn dort setzte die katholische Gegenreformation alles daran, ihren Einfluss wieder auszuweiten. Gryphius übernahm als Rechtsanwalt den Beistand für die einheimischen Protestanten. Er war hauptamtlich für seine Heimatstadt tätig. Daher schrieb Gryphius nur in seinen „Nebenstunden“ Poesie.

1650 erschienen seine „Teutschen Reim-Gedichte“, 1657 „Deutsche Gedichte / Erster Theil“ und 1663 „Freuden und Trauer-Spiele auch Oden und Sonnette“.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Gedichte „Es ist alles eitel“ und „Tränen des Vaterlandes“. Ebenso bedeutsam war sein dramatisches Werk. Mit ihm legte Gryphius den Grundstein für das deutschsprachige Kunstdrama. Auch mit „Catharina von Georgien“ und „Cardenio und Celinde“ von 1657, „Carolus Stuardus“ aus dem selben Jahr und „Papinianus“ von 1659 folgte Gryphius seinem Programm. Er wollte „die vergänglichkeit menschlicher sachen“ vor Augen zu führen.

Seine später entstandenen Lustspiele „Horribilicribrifax“, „Peter Squenz“ und das Gesangsspiel „Verlibtes Gespenste/Die gelibte Dornrose“ machen deutlich, dass Gryphius durchaus auch heitere Stoffe verarbeitete. Andreas Gryphius starb im Jahr 1664 mit 48 Jahren an einem Schlaganfall.

Dem Dichter ist es trotz aller Wirren und Gefahren des Dreißigjährigen Krieges gelungen, zu einem der bedeutendsten Sonettdichter und Dramatiker des Barock zu reifen. Er absolvierte eine zeittypische Bildungslaufbahn. Die Dichtung verband er mit seiner Tätigkeit als Hauslehrer und später mit einem öffentlichen Amt. Das Motiv “memento mori” blieb zeitlebens Grundlage seines literarischen Schaffens. Wie die Dichtungen von Opitz, Hallmann, Lohenstein und Hoffmannswaldau gehören auch Gryphius' Werke zur berühmten, einflussreichen schlesischen Dichtungstradition.

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