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Transkript Ostwaldsches Verdünnungsgesetz – Anwendung

  Einen schönen, guten Tag. Ich begrüße euch alle ganz herzlich zum bereits 18. Video aus der Reihe "Säuren". Heute geht es wieder um das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz. Wir werden uns heute mit seiner Anwendung befassen. Zum einmal formal und zur Wiederholung, was sagt das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz in der Formel aus. Nun ja, wir haben hier stehen α²/1-α multipliziert mit C ergibt Ks. Was bedeuten alle diese physikalischen Größen? Ich rufe in Erinnerung:

C ist die Säurekonzentration in mol/l. Bei Ks handelt es sich um die Gleichgewichtskonstante der Dissoziation der Reaktion einer Säure zu den entsprechenden Wasserstoffionen und Säurerestionen. So, diese Gleichgewichtskonstante Ks wird auch als Säurekonstante bezeichnet. Und als letztes dieses α. Was bedeutet α? Wenn sich dieses Gleichgewicht bei der Dissoziation eingestellt hat, so bezeichnet man α also Dissoziationsgrad und zwar genau den Anteil an dissoziierten Teilchen, die hier als Säurerestionen vorliegen, im Zähler geschrieben, sind zu dem gesamten Anteil an Teilchen. Das heißt also zur Säurekonzentration.   Die Frage, die sich uns hier stellt, ist dieses Gesetz auf alle Säuren anwendbar oder gibt es bestimmte Beschränkungen? Nun gut, der Mathematiker hat es zu Anfang einfacher, wenn er sagt: Diese Gleichung soweit in Ordnung ist. Sie wird nur ein Problem hervorrufen und zwar dann, wenn der Nenner in den Bereich von 0 kommt. Denn dann wird er unbestimmbar. Das heißt, wir erhalten Probleme, wenn 1-α=0 wird. Das ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass α=1 ist.   Was bedeutet α=1? α=1 bedeutet einen kompletten Dissoziationsgrad. Das heißt, die Säure dissoziiert vollständig. Wenn wir das einmal aufschreiben: α=1, so ist das sicher nur dann richtig, wenn wir es mit einer starken Säure zu tun haben, nämlich mit einer Säure, die vollständig dissoziiert. Dann schreiben wir auf: starke Säure. Für starke Säuren gilt das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz demzufolge nicht.   Dann bleiben nur noch diese Vertreter übrig, bei denen α nur einen kleinen Wert annimmt und zwar: α<<1 Für einen solchen Fall, spricht man dann, weil nur wenige Teilchen in dissoziierter Form vorliegen, dass man es mit schwachen Säuren zu tun hat. Hier können wir sagen, dass das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz anwendbar ist.   Dann wollen wir noch einige Vertreter nennen, damit wir auch einige Beispiele für die praktische Arbeit haben: Bei starken Säuren könnt Ihr sicherlich einige nennen. Richtig, Salzsäure ist auf alle Fälle eine starke Säure. Sie dissoziiert praktisch vollständig. Eine weitere Säure ist die Schwefelsäure H2SO4 und schließlich Salpetersäure HNO3. Auf diese Säuren können wir das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz nicht anwenden.   Worauf können wir es denn anwenden? Solche Säuren kennen wir, die schwachen Säuren. Eine Säure, für die es auf alle Fälle gilt, ist die Essigsäure CH3COOH. Eine weitere Säure ist an der Grenze, zählt aber noch zu den schwachen Säuren. Es ist die sogenannte Flusssäure HF. Dafür gilt das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz auch noch in guter Nährung. Weitere Säuren? Riecht nach faulen Eiern, H2S in wässriger Lösung ist Schwefelwasserstoffsäure, eine sehr giftige Säure, sehr schwache Säure. Und als letztes möchte ich eine Säure nennen, die ebenfalls sehr giftig und sehr schwach ist. Das ist die sogenannte Blausäure HCN.   Was haben wir gelernt? Wir haben gelernt, dass das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz auf schwache Säuren anwendbar ist. Das sind solche Säuren, die einen geringen Dissoziationsgrad haben, der viel geringer als 1 ist. Es ist aber in keinem Fall auf starke Säuren anwendbar. Das sind nämlich solche Säuren, die einen Dissoziationsgrad von α=1 haben oder einen Dissoziationsgrad der α=1 fast erreicht.   Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch weiterhin alles Gute und viel Erfolg.  

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2 Kommentare
  1. 001

    Du hast recht. Wenn es dort so steht, muss es sich wohl um einen Fehler handeln. Danke,

    André

    Von André Otto, vor fast 6 Jahren
  2. Default

    wenn man einen hohen pks wert hat,spricht das doch für eine schwache säure?warum darf dann das ostwaldsche gesetz nicht angewendet werden??--->abschlußfrage des videos.

    Von Sara123, vor fast 6 Jahren