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Transkript Kovalente und ionische Bindungen

Chemische Bindungsarten - kovalente und ionische Bindungen

Hallo! Heute wollen wir uns mit chemischen Bindungen beschäftigen, also mit der Frage wie Atome untereinander gebunden sind und so zu Molekülen werden. Du weißt ja bereits, dass Moleküle aus mindestens zwei Atomen bestehen. Hier merkst du also schon, dass es in jedem Molekül Bindungen gibt. Nun sind natürlich nicht alle Bindungstypen gleich und daher werden wir uns heute mit den verschiedenen Arten von Bindungen beschäftigen.

An einer chemischen Bindung zwischen zwei Atomen sind immer die Außenelektronen dieser Atome beteiligt. Dabei sind die Elektronen der Bindung nicht immer gleichermaßen auf beide Atome aufgeteilt. Damit du verstehen kannst, wieso das so ist, zeige ich dir als erstes die Elektronegativität von Atomen.

Die Elektronegativität ist nämlich das Maß für das Bestreben eines Atoms, Bindungselektronen an sich zu ziehen. Die Elektronegativität kannst du dir wie die Kraft beim Seilziehen vorstellen, wobei auf dem Seil die Elektronen sitzen. Elemente mit hohen Elektronegativitäten können die Elektronen besonders stark an sich ziehen.

Wenn du dir das Periodensystem ansiehst, findest du einen Anstieg der Elektronegativität von links nach rechts und von unten nach oben. Das bedeutet, dass Fluor das elektronegativste Element ist, gefolgt von Sauerstoff. Nun können wir auf die zwei wichtigsten Bindungstypen eingehen. Die kovalente Bindung und die Ionenbindung.

Als erstes lernst du die kovalente Bindung kennen. Bei der kovalenten Bindung teilen sich zwei Bindungspartner gleichermaßen ein gemeinsames Elektronenpaar. Dies schauen wir uns am Beispiel des Wasserstoffmoleküls einmal an. Hier siehst du eine kovalente Bindung bei der sich die beiden Wasserstoffatome das Elektronenpaar zu gleichen Anteile teilen. Dies ist möglich, da die Elektronegativitätswerte der beiden Atome gleich sind.

Auch beim Sauerstoff finden wir eine kovalente Bindung mit gleichen Bindungsanteilen, mit dem Unterschied dass hier eine Doppelbindung ausgebildet wird. Ein weiteres Beispiel ist das Stickstoffmolekül. Hier wird eine Dreifachbindung ausgebildet, aber auch in diesem Beispiel handelt es sich um eine kovalente Bindung in der sich die beteiligten Bindungspartner die Elektronenpaare zu gleichen Anteilen teilen. Dies ist immer der Fall wenn beide Bindungspartner gleiche Elektronegativitätswerte besitzen.

Merke dir: Bei allen Molekülen, die nur aus einer Atomsorte bestehen, ist die Elektronegativität der Bindungspartner gleich. Es handelt sich also um unpolare Atombindungen. Dies ist auch der Fall, wenn die Differenz der Elektronegativitätswerte beider Partner innerhalb des Moleküls nur sehr gering ist. Das heißt, selbst bei einer Differenz von 0,5 handelt es sich immernoch um eine unpolar kovalente Bindung. Was passiert nun aber, wenn die Elektronegativitätswerte der Bindungspartner nicht gleich sind?

Wie du vorhin ja schon gesehen hast, ist die Elektronegativität ein Maß für das Bestreben eines Elements Elektronen an sich zu ziehen. Gibt es also in einem Molekül zwei Bindungspartner mit unterschiedlichen Elektronegativitätswerten, liegt der Schwerpunkt der Elektronenverteilung beim Partner mit der höheren Elektronegativität. Das bedeutet, dass dieser Bindungspartner etwas mehr vom Bindungselektronenpaar beansprucht. Dieser bekommt nun eine negative Teilladung, man spricht auch von Partialladung, und das Molekül wird polar. Wir werden dies nun am Beispiel von Chlorwasserstoff erläutern.

Hier siehst du, dass die Differenz der beiden Elektronegativitätswerte 0,9 beträgt. Somit haben wir also keine unpolare kovalente Bindung mehr sondern eine polare kovalente Bindung. Eine kovalente Bindung kann also polar oder unpolar sein.

Merke: Wenn die Differenz der Elektronegativitätswerte von 0 bis 1,7 reicht, spricht man von einer kovalenten Bindung. Die Polarität des Moleküls nimmt aber mit steigender Differenz der Werte zu. Ab einem Wert von 0,5 ist die Bindung polar. Ab einer Differenz von 1,7 spricht man dann von einer Ionenbindung.

Nun werden wir uns mit der zweiten Bindungsart, der Ionenbindung beschäftigen. Hier ist die Differenz der Elektronegativitätswerte so hoch, dass der elektronegativere Partner der Bindung seinem Partner das Elektron entzieht und somit eine negative Ladung bekommt. Der elektropositivere Partner erhält durch den Verlust des Elektrons eine positive Ladung.

Die Anziehung in einer ionischen Bindung beruht also auf einer so genannten elektrostatische Wechselwirkung, also auf der Anziehung zwischen Anion und Kation. Damit du das besser verstehen kannst schauen wir uns die Ionenbindung am Beispiel von Natriumchlorid an.

Im Natriumchlorid hat das Natrium einen Elektronegativitätswert von 0,9 und Chlor einen Wert von 3,0. Wenn wir nun die Differenz ermitteln kommen wir auf einen Wert von 2,1. Da diese Differenz höher ist als 1,7 besteht eine Ionenbindung. Das bedeutet die Anziehung dieser beiden Teilchen erfolgt durch die Anziehung von Anion und Kation.

Du hast heute gelernt, was Elektronegativität bedeutet und welche Auswirkungen diese auf die Bindungen innerhalb eines Moleküls hat. Bei einer kovalenten Bindung teilen sich die Atome der Bindung zum gleichen Anteil die Bindungselektronen. Sollte die Differenz der Elektronegativitäten höher als 0,5 sein, so entstehen durch das leichte Verschieben der Bindungselektronen bereits Partialladungen, wie beim Chlorwasserstoff. Ab einer Differenz von 1,7 kommt es zu einer ionischen Bindung. Das Elektron wird durch die so große Differenz der Elektronegativitäten komplett an das elektronegativere Atom der Bindung übergeben. Die Bindung der beiden Atome ist nur durch die Ladungen der Atome möglich.

Tschüss und bis zum nächsten mal!

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6 Kommentare
  1. Default

    Super erklärt, 100 %

    Von Gmauner, vor 24 Tagen
  2. Img 5859

    Ok, vielen Dank! ;)

    Von Chantal H., vor etwa 2 Monaten
  3. Bianka

    Von einer Dipol-Bindung spricht man, wenn Wechselwirkungen in Dipolmolekülen auftreten. Bei Dipolmolekülen tritt zwar auch eine gewisse Differenz zwischen den Elektronegativitäten der beteiligten Atome auf, allerdings nicht so stark, wie bei Ionen. Je höher diese Differenz ist, desto stärker ist auch der Ionenbindungsanteil in der Bindung. Unpolare Bindungen besitzen also gar keinen Ionenbindungsanteil, Ionenbindungen ausschließlich. Die Dipolbindung liegt dazwischen. In Natriumchlorid ist der Ionenbindungsanteil sehr hoch, da die Differenz der Elektronegativitäten sehr hoch ist. Hier spricht man nicht mehr von einer Dipolbindung, da die Ionenbindung ganz klar überwiegt.

    Viel Spaß auch weiterhin!

    Von Bianca Blankschein, vor etwa 2 Monaten
  4. Img 5859

    Hallo Chemie-Team, mir hat das Video sehr geholfen, dennoch habe ich jetzt eine Frage... Ist die Ionenbindung NaCl auch gleichzeitig eine Dipolbindung?

    Von Chantal H., vor etwa 2 Monaten
  5. Bianka

    Es freut mich, dass dir das Video geholfen hat. Auch weiterhin noch viel Freude mit der Chemie!

    Von Bianca Blankschein, vor etwa 2 Jahren
  1. Default

    Vielen vielen Danke für das super verständliche Video! Jetzt versteh ich das schon viel besser :-)

    Von Masigoli, vor etwa 2 Jahren
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