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Katalyse 09:06 min

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Transkript Katalyse

Guten Tag und Herzlich Willkommen! In diesem Video geht es um die Katalyse. Gliederung des Videos: 1. "unmögliche" exergone Reaktionen 2. Der Katalysator hilft 3. Tricks bei endergonen Reaktionen 4. Enzyme und gekoppelte Reaktionen 5. Zusammenfassung   1. "Unmögliche" exergone Reaktionen. Ich möchte euch hier 2 exergone Reaktionen vorstellen. Die Edukte sind jeweils A und B beziehungsweise C und D. Und es kommt bei diesen Reaktionen, so wie es sich für gute exergone Reaktionen gehört, zu einer Verminderung der Gibbs freien Reaktionsenergie. Das bedeutet bei Standardbedingungen, dass ∆ G1 und ∆ G2 jeweils kleiner als 0 sind. Die Thermodynamik, über die wir bereits gesprochen haben, sagt dann voraus, dass sowohl die linke als auch die rechte Reaktion spontan ablaufen. Einen wesentlichen Unterschied gibt es zwischen der linken und der rechten Reaktion: Während die Gibbs freie Aktivierungsenergie bei der linken Reaktion nur wenig größer als 0 ist, so ist sie bei der rechten Reaktion sehr hoch. Die Kinetik sagt dann voraus, dass die linke Reaktion möglich und die rechte Reaktion unmöglich ist. Die Gibbs freie Aktivierungsenergie der rechten Reaktion ist einfach zu hoch. Gibt es nun eine Möglichkeit, die rechte Reaktion zum Laufen zu bringen? 2. Der Katalysator hilft. Das Bild für die rechte Reaktion habe ich stehenlassen. Es ist der energetische Verlauf ohne Katalysator. Im Jahre 1835 schlug der berühmte Chemiker Berzelius einen neuen Begriff vor. Dieser Begriff hieß: Katalysator. Was ist das? Ein Katalysator ist ein Stoff, der eine chemische Reaktion beschleunigt. Der Katalysator verbraucht sich dabei nicht. Neben das Energiediagramm ohne Katalysator möchte ich nun das Energiediagramm mit Katalysator skizzieren. Die Energieniveaus der Ausgangsstoffe und Reaktionsprodukte bleiben erhalten. Es ändert sich jedoch die Aktivierungsbarriere: Sie wird stark vermindert. Von einem ehemals sehr hohen Betrag verändert sich die Gibbs freie Aktivierungsenergie zu einem Wert, der nicht viel größer als 0 ist. Die kleine Delle im Kurvenverlauf deutet daraufhin, dass sich in Anwesenheit eines Katalysators ein Komplex bildet. Wollen wir die Eigenschaften des Katalysators kurz zusammenfassen: Der Katalysator vermindert die Gibbs freie Aktivierungsenergie. Das führt dazu, dass eine Reaktion, die vormals sehr langsam ablief, nun sehr schnell abläuft. Das bedeutet als 2., dass es zu einer Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit gekommen ist. Und 3., der Katalysator verbraucht sich bei einer chemischen Reaktion nicht. Und noch etwas: Ein Katalysator ist kein Wundermittel. Wenn die chemische Reaktion nicht abläuft, so ist der Katalysator einfach sinnlos. 3. Tricks bei endergonen Reaktionen. Vom thermodynamischen Standpunkt aus, sind "endergone Reaktionen" Reaktionen, die praktisch nicht ablaufen. Betrachten wir den Fall, dass A zu B reagiert, und das chemische Gleichgewicht stark in Richtung A verschoben ist. Die Reaktion ist dann stark endergon. Das heißt, das energetische Niveau von B liegt weit über dem energetischen Niveau von A. Diese Reaktion hat ein zweifaches Problem: Nicht nur, dass die Gibbs freie Reaktionsenergie sehr groß ist (viel größer als 0), die Gibbs freie Aktivierungsenergie ist vom Betrag und auch vom Vorzeichen noch größer. Damit man hier Reaktionsprodukt B gewinnen kann, ist es wichtig, dass sich B überhaupt bildet. Ausreichend sind schon relativ kleine Mengen. Um aber B in ausreichender Menge gewinnen zu können, ist es notwendig, auf einen Trick zurückzugreifen: B wird fortwährend aus dem Gleichgewicht entfernt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen. 3 wichtige Methoden sind die Fällung, die Extraktion und die Destillation. 4. Enzyme und gekoppelte Reaktionen. Der Begriff "Enzym" stammt aus dem Jahre 1877 und geht auf den Physiologen Wilhelm Friedrich Kühne zurück. Enzyme sind Katalysatoren in lebenden Organismen, man bezeichnet sie auch als Biokatalysatoren. Früher wurden Enzyme mitunter als Fermente bezeichnet. Enzyme sind in der Lage die Geschwindigkeit einer Reaktion um den Faktor 105 bis 1017 zu erhöhen. Ein Beispiel für so ein komplexes Enzym ist TM, ein perfektes Enzym für die Zuckerspaltung. Ich habe schon darauf hingewiesen, dass Enzyme kein Wundermittel sind. Eine endergone Reaktion A zu B läuft auch mit Enzymen nur schlecht ab. Da ∆ G1-0 größer als 0 ist, läuft diese Reaktion laut Thermodynamik nicht ab. Damit diese Reaktion ablaufen kann, ist es notwendig, sie mit einer zweiten Reaktion zu koppeln, und zwar mit den beiden Reaktionspartner B und C. C soll dabei energetisch günstiger sein als B. Das bedeutet aber, ∆ G2-0 ist kleiner als 0. Die Reaktion läuft von B nach C. Das heißt, wir haben folgende Reaktionskette: Von A zu B zu C. A zu B und B zu C sind miteinander gekoppelt. Die Gibbs freie Energie unter Standardbedingungen ergibt sich als ∆ G1-0 + ∆ G2-0. Damit der gesamt Vorgang stattfinden kann, muss gelten: 0 ist größer ∆ G0-gesamt. Bei den einzelnen Teilreaktionen muss es sich, wenn wir so argumentieren, um Gleichgewichtsreaktionen handeln. Das heißt A im Gleichgewicht zu B ergibt als Gleichgewichtskonstante K1 und B zu C ergibt als Gleichgewichtskonstante K2. A steht im Gleichgewicht zu B und B steht im Gleichgewicht zu C. Man kann dann zeigen, dass die Gleichgewichtskonstante der gesamten Reaktion Kges = K1 × K2 ist. Und nun noch ein akademisches Beispiel, das heißt, ich habe mir die Zahlen ausgedacht und sie entsprechen keiner realen chemischen Reaktion. K1 soll 10^+3 betragen, entsprechend dem endergonen Charakter dieser Reaktion. K2 soll 105 sein, dass diese Reaktion exergon ist. Es ergibt sich als K gesamt 100, denn 10^-3 × 105 = 10² und das ist 100. Die Gesamtreaktion läuft daher ab. Alle Reaktionen, die Einzelreaktionen und die Gesamtreaktion laufen ab.   5. Zusammenfassung. Katalyse bedeutet Verwendung eines Katalysators bei einer chemischen Reaktion. Wenn eine chemische Reaktion exergon ist, aber eine hohe Gibbs freie Aktivierungsenergie hat, so führt der Einsatz eines Katalysators zu einer Verminderung dieser Gibbs freien Aktivierungsenergie.Verminderung der Gibbs freien Aktivierungsenergie führt zu einer Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit. Der Begriff des Katalysators wurde 1835 von Berzelius eingeführt. 1877 wurde von Kühne der Begriff Enzym eingeführt. Enzym bedeutet Katalysator in lebenden Organismen. Ein wichtiges Enzym ist TM für die Zuckerspaltung. Enzyme können die Geschwindigkeit einer Reaktion um den Faktor 105 bis 1017 steigern. Wenn eine Reaktion von A nach B endergon ist, so kann sie nur dann ablaufen, wenn sie mit einer exergonen Reaktion B nach C gekoppelt ist. Im ersten Fall ist die Gibbs freie Reaktionsenergie positiv, im zweiten Fall die Gibbs freie Reaktionsenergie negativ. Die gesamt Gibbs freie Energie ergibt sich als Summe der beiden Gibbs freien Energien der Reaktionen. Sie muss, damit der Gesamtprozess ablaufen kann, negativ sein. Solche Reaktionen in lebenden Organismen bezeichnet man als gekoppelte Reaktionen. Ich danke für die Aufmerksamkeit. Alles Gute, Auf Wiedersehen!      

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2 Kommentare
  1. 001

    Es muss nicht. Das Beispiel wurde gewählt, weil es bei Enzymen so ist. Die Prozesse laufen ständig ab. Gleichgewichte sind daher ein gutes Modell.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  2. Default

    Hallo Herr Otto. Warum muss es sich bei Minute 6:45 bei der gekoppelten Reaktion um Gleichgewichtsreaktionen handeln?

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren