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Transkript Ist im Spiritus wirklich Methanol?

Einen schönen guten Tag. Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge "Die häufigsten Chemieirrtümer". Was haben wir denn hier: Spiritus, was eine feine Sache. Party machen, Alkohol wird teurer, warum nicht so etwas kaufen. Was steht denn hier drauf: Ethanol 96 %. Warum nicht, mit Cola verdünnt, hat man ein wunderbares Partygetränk. Was steht denn hier drauf? Nicht für Kinder. Gut, die haben wir nicht. Aber, nicht für den menschlichen Genuss geeignet. Wie denn das? Warum ist das so? Alkohol ist ein beliebtes Genussmittel und es liebt die Brandnntweinsteuer. Die Branntweinsteuer ist relativ hoch. Das dürften so zwischen 10 und 13 Euro pro Liter sein. Damit das nicht getrunken wird, denn Spiritus ist eigentlich zum Reinigen von Geräten oder Folien säubern, wird die Branntweinsteuer auf ihn erhoben. Dieser Alkohol wird vergällt. Er wird untrinkbar gemacht. Nun gibt es im Volksmund die Saga, dass in diesem Alkohol, es handelt sich um Ethanol, Methanol geschüttet wird. Methanol und Ethanol sind beides Alkanole,  beides Alkohole. Ich schreibe einmal die Formeln auf, damit wir auch etwas Chemisches lernen. CH3 und wir haben da die funktionelle Gruppe OH, das ist die alkoholische, die Hydroxylgruppe. Das ist, wie ihr alle wisst, Methanol. Der zweite Alkohol, der Trinkalkohol, der Genussalkohol, ist der Ethanol, CH3CH2 und die funktionelle Gruppe OH. Ethanol, der Alkohol, den wir in Maßen genießen können. Wenn der, der für uns giftig ist, 50 ml führen zum Tode und kleinere Mengen zur Erblindung, ist Methanol. Darum hält sich im Volksmund die Saga, dass in diesem Spiritus Methanol enthalten sei als Vergällungsmittel, damit wir ihn nicht trinken. Einige wissen das gar nicht und einige denken, was soll`s mir, kleine Mengen machen nichts, Methanol gibt es im Whiskey also trinke ich ihn. Diese Menschen haben recht. Im Ethanol gibt es keinen Methanol. Warum ist das so? Ganz klar. Obwohl unsere Branntweinsteuer eintreibenden Organe der Meinung sind, dass man Alkohol teuer machen sollte, sind sie nicht der Meinung, dass man von vergälltem Alkohol sterben sollte. Und von Methanol kann man sterben. Aber was ist denn nun hier drin, in diesem Spiritus, damit wir ihn nicht trinken können? Es gibt 2 Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit bezieht sich auf den Siedepunkt des Ethanols. Ethanol hat einen Siedepunkt von 78 Grad Celsius. Wir bräuchten jetzt eine Verbindung, die eine ähnliche Siedetemperatur hat, damit man die beiden nicht voneinander trennen kann, die aber den Ethanol völlig unbrauchbar macht. Das, was wäre in diesem Falle CH3CH2 und die hat eine funktionelle Gruppe, C=O. Also ein Keton. Und CH3. Abgekürzt MEK oder EMK. Also Butan-2-on. Diese Verbindung, dieses Ethyl-Methylketon hat eine Siedetemperatur von 80 Grad Celsius. Das können wir mit der besten Destillationsanlage nicht voneinander trennen. Die kriegen wir nicht auseinander. Der Effekt ist, man riecht auch ein bisschen. Dieses Keton hat ähnliche Eigenschaften wie Aceton. Es riecht auch so ein bisschen wie Aceton. Riecht auch nicht so gut, ein bisschen süßlich, ein bisschen seltsam. Das wäre eine Methode der Vergällung. Eine zweite Methode der Vergällung sieht dann anders aus als diese. Da wird nicht etwas hinzugegeben, dass es untrennbar ist, sondern es wird etwas hinzugegeben, damit es bitter ist. Damit es bitter ist, kann man verschiedene Stoffe hinzufügen. Einen dieser Stoffe, den nennt man Denatoniumbenzoat. Das ist ganz klar eine organische Verbindung mit einer nicht ganz so einfachen Formel. Wir haben einen aromatischen Sechsring mit einer Methylengruppe, ein Stickstoffatom, an dem 2 Ethylreste dran sind. Dann eine Methylengruppe mit einer Doppelbindung O, das ist eine Carbonylgruppe und wieder ein Stickstoffatom, eine sekundäre Aminogruppe. Dann haben wir wieder einen aromatischen Sechsring. An dem aromatischen Sechsring befinden sich in der Nachbarschaft jeweils Methylgruppen.  Vom Götz wird es da Videos geben, ich hoffe noch in diesem Monat, wir schreiben inzwischen September 2010, sodass man dann das auch nachvollziehen kann. Das ist also CH2, CH2, das ist ein Kohlenstoffatom, das ist jeweils CH3, CH3, und das ist eine Ethylgruppe, hier C2H5. Eine recht komplizierte Verbindung, das ist Denatonium. Das hat hier eine positive Ladung und unten schreibe ich noch Folgendes an. Das ist ein Kation. An das positive Kation kommt ein Anion. Das ist das Benzoat. Das habt ihr vielleicht mal gehört. Lebensmittelindustrie, an den Würstchenbuden steht, enthält Benzoesäure. Der Säurerest dieser Säure, das ist das Benzoation. Das hat dann eine negative Ladung. So sieht diese Verbindung dann aus. Denatoniumbenzoat. Was ist das für eine Verbindung? Die hat eine besondere Eigenschaft. Das ist der bitterste Stoff. Was haben wir hier nun drin? Also liebe Kinder, nicht nachmachen! Es ist scharf, es brennt, der bitterste Stoff ist es nicht. Methylethylketon! Es ist nicht möglich zu destillieren. Gut, ich muss meinen Mund ausspülen gehen. Jetzt wird es bitter. Haben sie beides reingehauen. Gut, es hat mir sehr viel Spaß bereitet. Alles Gute und viel Erfolg. Tschüss.  

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6 Kommentare
  1. 001

    Frage alt, trotzdem:
    Ich denke mein Gesicht hat am Ende des Videos geantwortet.
    Außerdem ist Methylethylketon ungenießbar/reizend/schwach giftig.
    Alles Gute
    André

    Von André Otto, vor etwa 2 Jahren
  2. Default

    Wieso ist vergällter Alkohol nicht trinkbar?

    Von Ludy1900, vor etwa 3 Jahren
  3. 001

    Genau.

    Von André Otto, vor mehr als 4 Jahren
  4. Ich2

    Das wäre dann aber wohl so teuer und aufwändig, dass man sich lieber gleich versteuerten Trinkalkohol kauft.
    mfg

    Von Dflow, vor mehr als 4 Jahren
  5. 001

    Doch...

    Von André Otto, vor mehr als 4 Jahren
  1. Default

    gibt es denn gar keine Möglichkeit die Stoffe voneinander zu trennen ?

    Von Christian O., vor mehr als 4 Jahren
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