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Transkript Weibliche Keimzellen und Befruchtung

Hallo, da bin ich wieder, eure Sabine Blumenthal. Nachdem du im ersten Video zu den menschlichen Keimzellen den Bau und die Entwicklung von Spermien kennengelernt hast, geht es in diesem Video um die weiblichen Keimzellen sowie den Vorgang der Befruchtung. Sehen wir uns zunächst den Bau und die Entstehung der weiblichen Keimzellen an. Die weibliche Keimzelle ist die Eizelle. Eine reife Eizelle hat einen Durchmesser von etwa 0,2 mm, sie ist damit rund 250000-mal größer als ein Spermium und gehört zu den größten Zellen im menschlichen Körper. Sie ist so groß, dass man sie sogar mit bloßem Auge erkennen kann. Hier siehst du die schematische Darstellung einer reifen Eizelle, ebenfalls im Schnitt, damit du das Innere sehen kannst. Jede Eizelle ist von einer Eihülle umgeben. Sie dient, genau wie die Eizellenmembran, dem Schutz der Zelle. In Gelb siehst du hier den Dotter. Eidotter kennst du vom Hühnerei und auch in der Eizelle speichert der Dotter Nährstoffe. Das hier ist der Zellkern und er trägt ebenso wie der Zellkern im Spermium die Erbinformation. Eizellen sind Keimzellen und werden also in den Keimdrüsen gebildet. Die weiblichen Keimdrüsen sind die Eierstöcke der Frau. Die Bildung von Eizellen in den Eierstöcken beginnt, lange bevor ein kleines Mädchen überhaupt auf die Welt kommt. Im weiblichen Embryo entstehen bereits in der dritten Schwangerschaftswoche erste Ureizellen. Durch häufige Zellteilungen entstehen daraus 5 bis 6 Millionen Eimutterzellen in jedem Eierstock des noch ungeborenen Mädchens. Die meisten von diesen Eimutterzellen sterben ab, bevor das Mädchen geboren wird. Die überlebenden Zellen wachsen heran und verharren bis zur Geburt in einem Ruhestadium. Nach der Geburt hat ein neugeborenes Mädchen etwa 400000 unreife Eimutterzellen in seinen beiden Eierstöcken. Die vollständige Reifung der Eizellen beginnt mit dem Einsetzen der Pubertät. Dann reift in jedem Monat eine Eizelle heran. Im Leben einer Frau werden also nur etwa 450 der vorhandenen 400000 Eimutterzellen zu befruchtungsfähigen Eizellen reifen. Und so wird aus einer Eimutterzelle eine reife, befruchtungsfähige Eizelle. Mit Beginn der Pubertät reift im Eierstock monatlich eine Eizelle in einem Follikel heran. Dieser Follikel ist ein mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen. Während das Ei reift, wächst der Follikel und bildet einen Hohlraum. So ein Follikel kann bis zu 2 cm groß werden, während das Ei heranreift. Wenn die Eizelle reif ist, wandert der Follikel zum Rand des Eierstocks und platzt auf. Dieses Platzen des Follikels bezeichnet man als Eisprung. Beim Eisprung wird die reife, befruchtungsfähige Eizelle zusammen mit der Follikelflüssigkeit aus dem Eierstock herausgeschleudert. Eine Eizelle kann sich nicht wie ein Spermium aus eigener Kraft fortbewegen. Sie wird von den Flimmerhärchen im Eileiter und den Kontraktionen der Eileitermuskulatur zur Gebärmutter transportiert. Wie schon gesagt, hat ein neugeborenes Mädchen ca. 400000 unreife Eizellen in seinen beiden Eierstöcken. Etwa 450 von ihnen werden ausreifen. Nach dem Eisprung lebt eine Eizelle noch etwa 12 Stunden, in Einzelfällen auch bis zu 24 Stunden. Nur in dieser Zeit kann sie befruchtet werden. Und damit sind wir beim letzten Punkt für heute angelangt, der Befruchtung. Die Befruchtung findet im Eileiter statt, meist im oberen Teil, also kurze Zeit nach dem Eisprung. Der Eileiter hat mit seinem Trichter die Eizelle aufgefangen und transportiert sie nun mit dem Flimmerhärchen und durch Muskelkontraktionen in Richtung Gebärmutter. Hat kurz vor dem Eisprung ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden, dann bewegen sich Millionen von Spermien durch Scheide, Gebärmutterhals und Gebärmutter in Richtung der beiden Eileiter. Einige 100 von ihnen finden den richtigen Eileiter, also den, in dem gerade eine Eizelle ist. Während die Eizelle in Richtung Gebärmutter transportiert wird, haben es die kräftigsten und gesündesten Spermien bis zur Eizelle geschafft. Doch nur einem einzigen Spermium gelingt es, die Eihülle zu durchdringen. Wenn der Kopf des Spermiums die Eizellenmembran durchstoßen hat, verliert es seinen Schwanz. Die Eihülle wird für alle anderen Spermien undurchdringlich und sie sterben ab. Der Kopf des Siegerspermiums, also sein Zellkern, bewegt sich auf den Zellkern der Eizelle zu und beide Zellkerne verschmelzen. Damit ist die Befruchtung der Eizelle abgeschlossen und ein neues Leben kann wachsen. Nun noch eine ganz kurze Zusammenfassung: Die Keimzellen beim Menschen sind die Spermien des Mannes und die Eizellen der Frau. Bei der Befruchtung im oberen Teil des Eileiters dringt ein Spermium in die Eizelle ein und die Zellkerne der beiden Keimzellen verschmelzen. Hast du alles verstanden? Na dann tschüss, bis zum nächsten Mal.

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