Textversion des Videos

Transkript Tausendfüßer und Hundertfüßer

Hallo! Hast du schon einmal unter Laub nach Tieren gesucht? Bestimmt hast du dort viele Krabbeltiere gefunden. Vielleicht Asseln, Regenwürmer oder Tausendfüßer?

Wir wollen uns in diesem Video die Tausendfüßer näher anschauen. Dabei werde ich dir etwas zu den wesentlichen Merkmalen wie Nahrung, Lebensweise und Fortpflanzung erzählen. Ich werde dir auch zeigen, wie man die Tausendfüßer von den Hundertfüßern unterscheiden kann, da sie auf den ersten Blick ähnlich aussehen.

Merkmale der Tausendfüßer

Schauen wir uns zunächst die allgemeinen Merkmale der Tausendfüßer an. Sie gehören zum Tierstamm der Gliedertiere, zu welchem auch die Krebstiere, Spinnentiere und Insekten gehören. Tausendfüßer sind aus Segmenten aufgebaut, von denen jedes zwei Beinpaare besitzt. Der Name lässt vermuten, dass Tausendfüßer 1000 oder mehr Beine haben. Meist haben sie allerdings sehr viel weniger Beine. Der größte Tausendfüßer besitzt aber immerhin über 700 Beine.

Tausendfüßer werden bei uns bis zu 4cm lang und bewegen sich wellenförmig fort. Den Körper kann man in zwei Abschnitte gliedern: der Kopf, der aus mehreren miteinander verschmolzenen Segmenten hervorging, und der segmentierte Rumpf, welcher die Beine trägt. Am Kopf tragen Tausendfüßer neben einem Paar Antennen auch noch drei Paar Mundwerkzeuge.

Lebensraum der Tausendfüßer

In der Gruppe der Tausendfüßer kommen ausschließlich landlebende Arten vor. Sie lieben feuchte und dunkle Lebensräume, weshalb du sie im Boden, in Laub und Kompost oder auch unter Holz und Steinen finden kannst. Sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten oder toten Insekten und Würmern. Tausendfüßer haben damit eine wichtige Rolle bei der Bildung von Humus.

Fressfeinde der Tausendfüßer

Natürlich haben Tausendfüßer auch Fraßfeinde. Dazu gehören verschiedene Vogelarten, Reptilien und Spinnen aber auch Säugetiere wie Mäuse oder Maulwürfe. An ihren Körperseiten befinden sich deshalb Giftdrüsen, die sie vor solchen Fraßfeinden schützen sollen. Manche Gifte sind übelriechend und führen z.B. beim Menschen zu einer Verfärbung der Haut, die aber nach einigen Tagen wieder verschwindet. Bei manchen Giften kann es als Reaktion aber auch zu Rötungen und Schwellungen kommen.

Die Paarung der Tausendfüßer

Bei der Paarung umschlingen sich Männchen und Weibchen, so dass sie bäuchlings aneinander liegen. Beide betasten sich während der Paarung mit ihren Antennen und bewegen ihre Beine rhythmisch. Die männlichen Geschlechtsorgane werden in das Weibchen eingeführt. Die Paarung kann nur einige Minuten dauern, manchmal dauert sie aber auch mehrere Stunden oder sogar Tage. Danach legt das Weibchen eine Vielzahl von Eiern ab.

Unterschiede Tausend- zu Hundertfüßer

Die Hundertfüßer bilden eine Untergruppe der Tausendfüßer. Obwohl sie in ihren grundlegenden Merkmalen damit natürlich den Tausendfüßern gleichen oder ähneln, gibt es dennoch Unterschiede. Wie du Tausend- und Hundertfüßer unterscheiden kannst, wollen wir uns jetzt mal genauer anschauen.

Während die Tausendfüßer zwei Beinpaare tragen pro Segment tragen, haben Hundertfüßer nur ein Beinpaar pro Segment. Zudem sind die Antennen der Hundertfüßer meist länger als bei den Tausendfüßern. Zudem ernähren sich Hundertfüßer räuberisch. Sie fangen ihre Beute mit dem erstes Beinpaar, welches zu Fangklauen umgebildet ist.

Auch in der Fortpflanzung gibt es Unterschiede: Während die Tausendfüßer ihre Geschlechtsorgane im dritten Segment des Rumpfes tragen, findet man sie bei den Hundertfüßern im letzten Segment. Der bekannteste einheimische Hunderdfüßer ist der gemeine Steinläufer. Er ist etwa 2 bis 3 Zentimeter groß und oft unter Baumrinden an Totholz oder unter Steinen zu finden.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Video die Tausendfüßer näher kennen gelernt. Obwohl der Name Tausendfüßer auf 1000 oder mehr Beine schließen lässt, besitzen die beinreichsten Tausendfüßer lediglich gut 700 Beine. Tausendfüßer leben in feuchten und dunklen Lebensräumen und sind an der Zersetzung von tierischem und pflanzlichem Materials für die Humusbildung beteiligt.

Sie sind aus Segmenten aufgebaut, wobei jedes Segment zwei Beinpaare trägt. Die Hundertfüßer bilden eine Untergruppe der Tausendfüßer und unterscheiden sich von diesen z.B. in der Beinanzahl pro Segment oder der Ernährungsweise. Schau doch beim nächsten Waldspaziergang einfach mal unter Laub oder Steinen nach, vielleicht findest du ja Hundert- oder Tausendfüßer! Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Informationen zum Video