Advent, Advent, 1 Monat weihnachtliche Laufzeit geschenkt.

Nicht bis zur Bescherung warten, Aktion nur gültig bis zum 18.12.2016!

Taubheit 06:46 min

Textversion des Videos

Transkript Taubheit

Hallo! In Deutschland leben etwa 80.000 gehörlose Menschen. 15% davon haben die Gehörlosigkeit geerbt, bei den anderen wurde sie erworben. Wie kann Gehörlosigkeit entstehen? Wie sieht eine Therapie aus? Wie funktioniert überhaupt hören? Und wie leben gehörlose Menschen in unserer Gesellschaft? In diesem Video wollen wir mehr darüber erfahren.

Überblick über Ohr und Gehör

Wie wird also ein Geräusch wahrgenommen? Klatscht man in die Hände, wird die Luft in Schwingung versetzt. Die schwingende Luft - also die Schallwellen - werden von der Ohrmuschel aufgefangen und ins Innere des Ohrs geleitet. Über den gekrümmten Gehörgang gelangen die Schallwellen zum Trommelfell, das den Gehörgang abschließt.

Durch die Schallwellen gerät das Trommelfell in Schwingung. Diese Schwingungen werden wiederum auf die drei Gehörknöchelchen - Hammer, Amboss und Steigbügel - übertragen und weiter zum Innenohr geleitet. Die Gehörknöchelchen sind die kleinsten Knochen im menschlichen Körper und haben die Aufgabe, die Schwingungen zu verstärken.

Im Innenohr liegen die drei Bogengänge sowie die knöcherne Hörschnecke mit ihren zweieinhalb Windungen - zusammen nennt man das das Cortische Organ. Die Verbiegung der im Innenohr befindlichen Sinneshärchen - der sogenannten Cilien - wird von den Sinnenszellen wahrgenommen und als Reiz über den Hörnerv weiter zum Gehirn geleitet. Dort entsteht der Höreindruck.

Lärm und Beeinträchtigung des Gehörs

Durch zu laute Musik, andauernde Lärmbelastung - z.B. am Arbeitsplatz, Alkohol, Nikotin und einige Medikamente können die Sinneshärchen beeinträchtigt und beschädigt werden. Je mehr Sinneshärchen beschädigt sind, desto schlechter hört man. Untersuchungen an Völkern die tief im Regenwald leben haben gezeigt, dass 70-Jährige noch genauso gut hören können wie 30-Jährige. In unserer Gesellschaft ist das aber so gut wie nie der Fall. Altersschwerhörigkeit ist weit verbreitet.

Taubheit

15% aller Gehörlosen haben ihre Erkrankung geerbt. Bei erblich bedingter Taubheit, ist das Mittelohr, das Innenohr oder der Hörnerv nur unvollständig ausgebildet. Die Geräuschwahrnehmung kann nicht stattfinden.

Die anderen 85% der Gehörlosen haben die Taubheit erworben. Das passiert zum Teil schon im Mutterleib. Meist ist die Ursache dafür eine Infektionskrankheit der Mutter - zum Beispiel Röteln. Andere Ursachen sind Gifte, etwa bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Alkohol oder Nikotin.

Auch während der Geburt kann die Hörfähigkeit geschädigt werden - Frühgeburten sind dabei besonders gefährdet. Auch Atemstillstand und mechanische Geburtstraumata gelten als Auslöser. Ursachen für eine erworbene Taubheit nach der Geburt sind Infektionskrankheiten wie Mumps oder Masern oder eine Gehirnhautentzündung - die Meningitis.

Entscheidung für eine bestmögliche Therapie ist eine rasche Diagnose. Deshalb werden heute schon bei Neugeborenen erste Hörtests vorgenommen.

Therapie

Die Therapie wiederum hängt vom Ausmaß der Taubheit ab. Handelt es sich um eine mittlere Schwerhörigkeit, kann mitunter ein Hörgerät die Hörleistung verbessern. Hörgeräte werden entweder direkt im Ohr oder dahinter platziert. Ist die Schwerhörigkeit zu stark, können auch Hörgeräte keine Verbesserung bringen.

In diesem Fall kann ein Implantat - eine Innenohrprothese - eingesetzt werden, was eine gewisse Hörfähigkeit wieder herstellen kann. Das passiert meist zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr und erleichtert die Spracherlernung. Menschen lernen Sprechen durch Nachahmung. Ist das Gehör stark geschädigt oder komplett ausgeschaltet, ist es fast unmöglich die Sprache zu erlernen.

Viele Kinder sind auch nur auf einem Ohr taub. In diesem Fall werden sie meist gar nicht behandelt, weil das Hören und das Erlernen der Sprache auch mit nur einem funktionierendem Ohr möglich ist. Eine Therapie wäre aber dennoch ratsam, denn das Ausblenden von Neben- und Störgeräuschen ist nur mit zwei Ohren möglich.

Kinder mit einseitiger Taubheit haben deshalb spätestens in der Schule Nachteile, weil die Konzentrationsfähigkeit aufgrund der nicht ausblendbaren Nebengeräusche schlechter ist als von anderen. Auch das räumliche Hören - also die Bestimmung der Richtung, aus der ein Geräusch kommt - ist mit nur einem Ohr nicht möglich. Das hat etwa eine größere Gefährdung im Straßenverkehr zur Folge. Ein Hörgerät oder ein Implantat für einseitig taube Kinder kann also in jedem Fall hilfreich sein.

Gehörlose untereinander können sich auch mithilfe der Gebärdensprache verständigen. Die Gebärdensprache ist eine Sprache mit eigener Grammatik und länderspezifischen Unterschieden und Dialekten. Zum Buchstabieren von Eigennamen und Fremdwörtern können Gehörlose das Fingeralphabet zur Hilfe nehmen.

Zusammenfassung

Man unterscheidet geerbte und erworbene Gehörlosigkeit. Ursachen für das Erwerben von Taubheit vor oder auch nach der Geburt können Infektionskrankheiten oder Gifte wie Medikamente und Alkohol sein. Früh erkannt, können Hörgeräte und Implantate helfen, die Sprache zu erlernen. Für Gehörlose ist aber vor allem die Gebärdensprache ein wichtiges Instrument zur Verständigung. Tschüss und bis zum nächsten Mal

Informationen zum Video