Advent, Advent, 1 Monat weihnachtliche Laufzeit geschenkt.

Nicht bis zur Bescherung warten, Aktion nur gültig bis zum 18.12.2016!

Textversion des Videos

Transkript Sehvorgang – Wahrnehmung bewegte Bilder

Hallo, da bin ich wieder - eure Sabine Blumenthal. Dieses Video erklärt dir, warum wir bewegte Bilder sehen können. Am Ende dieses Videos weißt du, warum wir eine Abfolge von Bildern manchmal nur eben als Abfolge von Bildern, unter bestimmten Bedingungen jedoch als bewegte Bilder, nämlich als Film, sehen. Damit du alles gut verstehst, solltest du den Bau und die Funktion der Teile des Auges sowie den Ablauf des Sehvorganges kennen. Die ersten bewegten Bilder gab es vor etwas mehr als 100 Jahren. Sie wurden damals auf Filmstreifen festgehalten. Wenn du dir einen solchen Filmstreifen ansiehst, dann erkennst du darauf viele einzelne Bilder als Bildfolge. Bei diesen einzelnen Bildern der Bildfolge bewegt sich zunächst natürlich gar nichts. Erst wenn der Filmstreifen mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch einen Filmapparat läuft, dann sehen wir auf der Leinwand tatsächlich einen Film, also bewegte Bilder. Doch warum ist das so? Warum können wir einen Film als kontinuierliche Bewegung sehen? Schuld daran - oder besser gesagt, verantwortlich dafür ist die Trägheit unserer Sehzellen, der Photorezeptoren. Trifft ein Lichtreiz auf die Photorezeptoren der Netzhaut, dann entsteht in ihnen eine elektrische Erregung. Diese elektrische Erregung wird über die Sehnerven ins Sehzentrum unseres Gehirns weitergeleitet. Bleibt der Lichtreiz nun aus, dann verschwindet die elektrische Erregung nicht plötzlich, sondern klingt langsam ab. Wobei "langsam" hier nicht wörtlich zu nehmen ist. Dieses Abklingen der elektrischen Erregung dauert nur etwa 1/18 Sekunde. Wenn ein neuer Lichtreiz in weniger als 1/18 Sekunde auf die Photorezeptoren trifft, dann entsteht eine neue elektrische Erregung, obwohl die vorhergehende noch gar nicht weg ist. Dadurch kommt es zu einer Überlagerung der abklingenden und der neuen elektrischen Erregung. Durch diese überlagerten elektrischen Erregungen entsteht im Sehzentrum unseres Gehirns der Eindruck einer kontinuierlichen Bewegung. Und eine solche kontinuierliche Bewegung im Film können wir nur wahrnehmen, wenn ein Film mit einer Geschwindigkeit von wenigstens 18 Bildern pro Sekunde abgespielt wird. Wird die Geschwindigkeit des Vorführapparates verringert, dann beginnt das Bild für uns zu flimmern und wir erkennen wieder die Einzelbildfolge. Hast du schon mal einen Stummfilm gesehen? In den Produktionen aus den Anfangszeiten des Films wirken Bewegungen oft abgehackt, unnatürlich und eckig. Das war nicht unbedingt so gewollt. Auch wurden damals nicht etwa weniger Einzelaufnahmen für einen Film gemacht. Aber die Technik der Filmvorführgeräte war einfach noch nicht weit genug entwickelt. Zur Stummfilmzeit war es noch nicht möglich, mehr als 12 Bilder pro Sekunde zu zeigen. Wie du nun weißt, sind das aber zu wenig, um den Eindruck einer kontinuierlichen Bewegung im Sehzentrum zu erzeugen. Moderne Filmgeräte arbeiten daher mit einer Geschwindigkeit von 18 bis 24 Bildern in der Sekunde. Wie immer kommt nun zum Schluss eine kurze Zusammenfassung. Die Trägheit unserer Photorezeptoren lässt eine entstandene elektrische Erregung erst innerhalb von 1/18 Sekunde abklingen. Kommt es innerhalb dieser Zeit zu einem neuen Lichtreiz, dann überlagern sich die entstandenen elektrischen Erregungen. Bei der Überlagerung elektrischer Erregungen durch Lichtreize von 18 bis 24 neuen Bildern pro Sekunde entsteht in unserem Sehzentrum der Eindruck einer kontinuierlichen Bewegung. So, das war es schon wieder. Ich hoffe, du hast alles verstanden. Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Informationen zum Video