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Transkript Prokaryoten – Bau und Lebensweise

Hallo. Ich bin Julia und in diesem Film geht es um Prokaryoten und Viren. Du solltest den Grundaufbau der Zelle bereits kennen. Prokaryoten sind alle Lebewesen, die keinen echten Zellkern besitzen. Dazu gehören Bakterien und Archaeen. Archaeen sind Bakterien sehr ähnlich und lassen sich nur durch ihre Ribosomen von Bakterien unterscheiden. Alle anderen Lebewesen - also alle Pflanzen, Tiere und Pilze - haben einen echten Zellkern. Sie sind Eukaryoten. Weitere Eigenschaften von prokaryotischen und eukaryotischen Zellen im Vergleich: Die meisten Prokaryoten haben eine Zellwand aus Peptidoglycanen. Auch Pflanzenzellen haben Zellwände, sie sind allerdings anders aufgebaut. Prokaryoten haben im Gegensatz zu Eukaryoten keine Zellorganellen. Sowohl Prokaryoten als auch Eukaryoten besitzen Ribosomen, die allerdings unterschiedlich groß sind. Das Erbgut von Prokaryoten liegt als ringförmiges Chromosom vor. Die DNA von Eukaryoten ist in länglichen Chromosomen im Zellkern organisiert. Prokaryoten können Plasmide besitzen. Hier noch einmal die Bestandteile einer prokaryotischen Zelle im Bild. Zellwand, chromosomale DNA, Ribosom, Zellmembran, Cytoplasma, Plasmid. Plasmide sind kleine DNA-Ringe, die sich unabhängig vom Bakterienchromosom teilen können und häufig wichtige zusätzliche Erbinformationen enthalten. Mit ihrer Hilfe können die Bakterien zum Beispiel Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. Die Plasmide können von einem Bakterium auf ein anderes übertragen werden. Dazu legen sich die Bakterien aneinander und es bildet sich eine Zytoplasmabrücke. Diese Verbindung bezeichnet man als F-Pili oder Sex-Pili. Durch die Pili werden ein Plasmid oder mehrere auf das andere Bakterium übertragen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Konjugation. Die Lebensweise von Prokaryoten ist sehr unterschiedlich. Sie wachsen auf Pflanzen, im Boden, in und auf Tieren. Einige sind besonders hitze- oder salzressistent. Je nachdem, wie sie ihre Energie gewinnen, kann man Prokaryoten in drei Gruppen aufteilen: chemoorganotrophe, chemolitotrophe und phototrophe. Chemoorganotrophe Prokaryoten gewinnen ihre Energie aus Kohlenstoffverbindungen wie Glucose, Laktose oder Stärke. Chemolitotrophe Prokaryoten nutzen anorganische Substanzen zur Energiegewinnung wie zum Beispiel Wasserstoff, Sulfad oder Schwefelwasserstoff. Phototrophe Prokaryoten können wie Pflanzen Lichtenergie nutzen. Zu ihnen gehört auch das Cyanobakterium. Cyanobakterien leben in Süßgewässern. Man nennt sie auch Blaualgen. Häufig bilden sie lange Ketten und vermehren sich bei hohen Temperaturen sprunghaft, was zu einer Trübung des Gewässers führt. Cyanobakterien gehören zu den wenigen Organismen, die molekularen Stickstoff mit spezialisierten Zellen fixieren können. Der molekulare Stickstoff wird in Ammoniak umgewandelt und ist so auch anderen Lebewesen zugänglich. Eine weitere, häufig stark spezialisierte Gruppe der Prokaryoten sind die Archaeen. Archaeen leben meist ohne Sauerstoff und sind häufig an einen extremen Standort angepasst. Sie tolerieren hohe Temperaturen oder einen großen Salzgehalt. Keine der bisher erforschten Archaeen ist für den Menschen gesundheitsschädlich. Generell sind viele Prokaryoten nützlich für ihre Umgebung. Sie ermöglichen zum Beispiel Wiederkäuern, Zellulose zu verdauen. Ohne Prokaryoten wäre Gras für Kühe ungenießbar. Auch für die Herstellung von Käse aus Milch wird von Prokaryoten bewerkstelligt. Nur wenige Prokaryoten sind schädlich für den Menschen. Ein Beispiel dafür ist EHEC. Viele Krankheiten werden nicht durch Prokaryoten, sondern durch Viren ausgelöst. Viren sind auf einen Wirtsorganismus angewiesen. Sie können sich nicht selbstständig vermehren. Deshalb sind Viren auch keine Lebewesen. Viren bestehen nur aus einer Eiweißhülle und Nukleinsäuren - entweder DNA oder RNA. Viren befallen Tiere, Pfanzen, Pilze und Bakterien. Viren, die Bakterien befallen, nennt man Bakteriophagen. Die Viren heften sich an den Wirtsorganismus und dringen in ihn ein. Die befallene Wirtszelle wird dann vom Virus gezwungen, das Erbgut des Virus zu vervielfältigen und abzulesen. Mithilfe der Enzyme und Ribosomen des Wirtsorganismus entstehen die Eiweiße der Virenhülle und ein neues Virus wird abgegeben. Zusammenfassung: Prokaryoten sind Lebewesen ohne echten Zellkern. Zu den Prokaryoten gehören Bakterien und Archaeen. Prokaryoten besitzen ein ringförmiges Genom. Den Austausch von Plasmiden zwischen zwei Bakterien bezeichnet man als Konjugation. Prokaryoten bevölkern die unterschiedlichsten Lebensräume. Sie können chemoorganotroph, chemolithotroph und phototroph sein. Zu den phototrophen Prokaryoten gehören die Cyanobakterien. Viren sind keine Lebewesen. Sie bestehen nur aus Nukleinsäuren und einer Einweißhülle und können sich nicht außerhalb einer Wirtszelle fortpflanzen. Das war's. Ich hoffe, euch hat dieser Film gefallen und ihr habt viel dazugelernt.

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8 Kommentare
  1. Default

    wie kann es denn sein das Prokaryoten keine Zellorganellen haben,aber trotzdem Ribosomen,Ribosomen sind doch Zellorganellen

    Von Sirhugonameless, vor etwa einem Jahr
  2. Default

    cyanobakterien sind auch in salzgewässer

    Von Marion190257, vor mehr als einem Jahr
  3. Marcel

    Hallo :)

    freie Plasmide findet man in Pflanzenzellen nicht. Jedoch besitzen Chloroplasten und Mitochondrien auch DNA-Fragmente die einem Plasmid ähneln.

    Von Marcel Schenke, vor mehr als 2 Jahren
  4. Default

    Es gibt doch auch plasmide bei pflanzenzellen?!

    Von Kimble99, vor mehr als 2 Jahren
  5. Chrysanthemum

    sry hab KEINE statt KLEINE gelesen ;)

    Von Suki 83, vor fast 3 Jahren
  1. Chrysanthemum

    es gibt doch Ribosomen bei den Prokaryoten !!!
    Die enstehen im Zytoplasma oder hab ich da was falsch verstanden??

    Von Suki 83, vor fast 3 Jahren
  2. Default

    Bestet wo et gibt

    Von Deleted User 94754, vor fast 3 Jahren
  3. Foto%20am%2015.09.11%20um%2022.38

    Sehr gut erklärt, vielen Dank.

    Von Mirella C., vor mehr als 3 Jahren
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