Pest und Cholera 06:44 min

Textversion des Videos

Transkript Pest und Cholera

Hallo, ich bin Julia. In diesem Film geht es um die Krankheiten Pest und Cholera. Pest und Cholera sind Infektionskrankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden. Die Pest kam 1347 aus Asien nach Europa. Dort breitete sie sich innerhalb kürzester Zeit stark aus und in den folgenden Jahren starb fast ein Drittel der damaligen Bevölkerung an der Pest. Der Pesterreger ist Yersinia pestis, ein stäbchenförmiges Bakterium. Es befällt nicht nur die Menschen, sondern auch andere Säugetiere, wie Ratten, Mäuse oder Katzen. Man nimmt an, dass die Pest im Mittelalter vor allem durch Ratten übertragen wurde. Die Ratten waren in den Häusern der Menschen allgegenwärtig. Wenn sich eine Ratte mit dem Pesterreger angesteckt hat, breitet sich die Pest unter den Ratten einer Population sehr schnell aus. Und meist sterben nach kurzer Zeit alle infizierten Tiere. Die Ratten stecken sich nicht direkt untereinander an, sondern der Erreger wird über den Rattenfloh übertragen. Der Rattenfloh nimmt das Blut einer infizierte Ratte auf, sticht das nächste Tier und verbreitet so das Bakterium. Wenn alle Ratten einer Population tot sind, suchen sich die Flöhe neue Wirte und gehen auch auf den Menschen über. Durch den Flohbiss gelangen die Pestbakterien in das menschliche Gewebe und sammeln sich meist in den Lymphknoten. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden, bis zu 7 Tagen, schwellen die Lymphknoten an und es bilden sich die für die Beulenpest charakteristischen Pestbeulen. Der Kranke leidet unter Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist dringt das Pestbakterium mit der Zeit auch in die Blutbahn ein und vermehrt sich dort. Es produziert starke Gifte, sodass der Kranke innerhalb kurzer Zeit stirbt. Wenn der Erreger über die Atemluft aufgenommen wird oder durch die Blutbahn in die Lunge gelangt, entsteht eine Lungenpest. Das Lungengewebe wird dabei zerstört und der Kranke leidet unter Atemnot und beginnt Blut zu husten. Er stirbt nach Ausbruch der Krankheit meist innerhalb von 2-5 Tagen. Wenn die Pest rechtzeitig erkannt wird, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Heutzutage ist das Risiko an Pest zu erkranken durch verbesserte Hygiene sehr gering. Trotzdem lässt sich die Pest nicht vollständig ausrotten, da es immer noch infizierte Wildtierpopulationen in Asien, Ostafrika und Amerika gibt. Durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren treten so immer wieder vereinzelte Pestfälle auf.   Cholera wird ebenfalls durch ein Bakterium ausgelöst, Vibrio cholerae. Das Bakterium wird meist über das Trinkwasser oder verseuchte Nahrung aufgenommen. Es verursacht nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen starkes Erbrechen und Durchfall. Der Patient verliert so in kurzer Zeit große Mengen an Flüssigkeit und gelösten Stoffen wie Zucker und Salze, sogenannte Elektrolyte. Nach Ausbruch der Krankheit sterben unbehandelt 20-70% aller Patienten. Eine wirksame Therapie darin, den Kranken optimal mit Wasser und Elektrolyten zu versorgen, zum Beispiel mit einer Lösung aus 20 Gramm Traubenzucker, 4,2 Gramm Kochsalz, 1,8 Gramm Kaliumchlorid, 4 Gramm Natriumhydrogencarbonat und einem Liter Wasser. Schon damit lässt sich die Sterblichkeit auf 1% der Erkrankten senken, außerdem können Antibiotika erfolgreich eingesetzt werden. Der Cholera kann man am besten durch sauberes Trinkwasser vorbeugen. Zur Reinigung können verschiedene Methoden eingesetzt werden. Das Trinkwasser kann abgekocht werden. Wenn nicht genug Brennmaterial vorhanden ist, kann das Trinkwasser auch gefiltert werden. Um die Zahl der Bakterien zu vermindern, reicht es oft schon das Wasser durch mehrere Stofflagen zu gießen. Außerdem kann das Wasser durch Sonnenstrahlung desinfiziert werden. Man legt dazu PET-Flaschen für 6 Stunden in die Sonne. Die UV-A-Strahlung tötet die im Wasser vorhandenen Mikroorganismen ab. Dieses Verfahren bezeichnet man als Solar Water Disinfection, kurz SoDis. Trotz der vielfältigen Methoden der Vorbeugung tritt die Cholera immer wieder auf, besonders in Entwicklungsländern oder nach verheerenden Naturkatastrophen, wie zum Beispiel 2010, nach dem Erdbeben in Haiti. Dort starben fast 5000 Menschen an der Cholera. Im Gegensatz zur Pest, die nur noch selten auftritt, fordert die Cholera bei immer wieder auftretenden Epidemien bis heute viele Tote. Ich hoffe, ihr habt in diesem Film viel Neues gelernt. Tschüss!

Informationen zum Video
2 Kommentare
  1. Default

    jo vielen dank.

    Von Sales 1, vor etwa 2 Jahren
  2. Default

    Sehr gut Erklärt.

    Von Paulea, vor mehr als 4 Jahren