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Transkript Ökologische Nische (Vertiefungswissen)

Hallo! Sicher weißt du, dass in einem bestimmten Ökosystem immer mehrere Tiere und Pflanzen gemeinsam leben können, ohne dass eine Tier- bzw. Pflanzenart die andere behindert. Aber warum funktioniert das eigentlich? Das liegt daran, dass jede Tier- bzw. Pflanzenart ihre eigene ökologische Nische bildet. Und wie das genau funktioniert, lernst du in diesem Video!

Definition "ökologische Nische"

Beginnen wir mit dem Begriff der ökologische Nische. Das ist einfach die Gesamtheit aller biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, die eine bestimmte Art zum Überleben benötigt. Damit ist das System von Wechselbeziehungen zwischen einem Lebewesen und seiner Umwelt gemeint. Man kann auch sagen, dass eine ökologische Nische quasi den Beruf oder die Rolle eines Lebewesens in einem Ökosystem darstellt.

Zu den beeinflussenden Umweltfaktoren gehören zum Beispiel die Temperatur, das Licht, die Luftfeuchtigkeit und die Nahrungsquelle. Aber auch spezifische Eigenschaften einer Art wie Aktivitätszeiten oder die Fortpflanzungs- und Brutzeiten. Da jede Art unterschiedliche Ansprüche an ihre Umwelt hat, können ganz verschiedene Tier- und Pflanzenarten in einem Lebensraum leben, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Unterschied zwischen Lebensraum und ökologischer Nische

Aber Achtung! Verwechsele die ökologische Nische nicht mit dem Lebensraum eines Lebenwesens, sie beschreibt viel mehr. Der Lebensraum bezeichnet nämlich nur das Habitat, also einen geographischen Ort.

Bei der ökologischen Nische handelt es sich dagegen um die Gesamtheit der Umweltfaktoren, die eine Art zum Überleben benötigt. Gut merken kannst du dir das vielleicht mit Hilfe unseres Beispiels: Wenn die ökologische Nische den Beruf oder die Rolle einer Art in einem Ökosystem darstellt, dann ist das Habitat quasi die Adresse oder das Gebäude in dem gearbeitet wird.

Ökologische Nische am Beispiel von Vögeln

Damit du dir das alles besser vorstellen kannst, sehen wir uns jetzt mal ein Beispiel an. Besonders gut kann man eine ökologische Nische verdeutlichen, wenn man sich die Nahrung zum Beispiel von Vögeln anschaut.

Vögel verschiedener Arten können in einem Lebensraum gemeinsam leben, obwohl sie vielleicht die gleichen Brutzeiten, Aktivitätszeiten und Temperaturansprüche haben. Das geht deshalb, weil sich die Vögel zum Beispiel auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert haben. Man kann schön am Schnabel eines Vogels sehen, welche Nahrung er bevorzugt zu sich nimmt.

Insektenfresser haben schmale und spitze Schnäbel, Körnerfresser haben kegelförmige und harte Schnäbel und Greifvögel haben einen gebogenen Hakenschnabel. Und sicher kennst du noch viele andere Schnabelformen.

Verschiedene Vogelarten können nur im gleichen Lebensraum leben, wenn sie zum Beispiel unterschiedliche Nahrung bevorzugen oder sich in mindestens einer anderen Eigenschaft unterscheiden. Sie müssen unterschiedliche ökologische Nischen bilden, um in einem Lebensraum gemeinsam zu leben. Und du hast bestimmt noch viele weitere Ideen für solche Anpassungen an verschiedene Umweltfaktoren, oder?

Menge an ökologischen Nischen

Was meinst du, gibt es in jedem Lebensraum die gleiche Menge an ökologischen Nischen?

Wenn du z.B. sehr extreme Lebensräume wie die Antarktis oder Wüsten mit tropischen Regenwäldern vergleichst, siehst du, dass die Menge an ökologischen Nischen sehr stark sozusagen von der Bewohnbarkeit eines Lebensraumes und den dort herrschenden klimatischen Bedingungen abhängt. Extreme Lebensräume wie Wüsten bieten daher viel weniger ökologische Nischen als andere Lebensräume wie die tropischen Regenwälder.

Einschleppung und Verdrängung von Arten

Dann werde wir uns zum Schluss noch einem wichtigen Problem widmen: Wenn eine Art z.B. aus einem fernen Kontinent eingeschleppt wird und die selbe ökologischen Nische besetzt wie eine heimische Art, dann konkurrieren diese beiden Arten miteinander. Meinst du, dass dann beide Arten auf Dauer innerhalb eines Ökosystems existieren können?

Das ist kaum möglich, da sich die besser angepasste Art oft durchsetzt und die andere Art entweder ausstirbt oder eine andere ökologische Nische besetzt. Oftmals zeigt sich bei den eingeschleppten Arten eine rasche Vermehrung, so dass heimische Arten mit der gleichen ökologischen Nische verdrängt werden.

Ein Beispiel für eine solche Verdrängung von heimischen Arten ist der Signalkrebs in Europa. Dieser große Flusskrebs stammt eigentlich aus Amerika und wurde vom Menschen nach Europa gebracht. Er vermehrt sich hier prächtig und verdrängt die etwas kleineren heimischen Flusskrebse fast vollständig.

Zusammenfassung

Du weißt jetzt, warum in einem bestimmten Ökosystem mehrere Tiere und Pflanzen gemeinsam leben können, ohne dass eine Tier- bzw. Pflanzenart die andere behindert. Das ist darauf zurückzuführen, dass jede Tier- bzw. Pflanzenart ihre eigene ökologische Nische bildet. Verschiedene Arten, die exakt die gleiche ökologische Nische bilden, können nicht in einem Ökosystem existieren. In diesem Fall kann sich nur die besser angepasste Art durchsetzen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Informationen zum Video
8 Kommentare
  1. Default

    Super Video!

    Von Sophia H., vor mehr als einem Jahr
  2. Koala

    einfach geil erklärt!

    Von Madina , vor mehr als 2 Jahren
  3. Marcel

    Hallo :)
    Die Aktivitätszeiten und Brutzeiten der Organismen oder der Art zählen zu den biotischen Faktoren.

    Von Marcel Schenke, vor mehr als 2 Jahren
  4. Default

    Tolles Video :D Würden Aktivitätszeiten und Brutzeiten etc unter biotische, oder unter abiotische Faktoren fallen ?

    Von Alexandra Hartmann95, vor mehr als 2 Jahren
  5. Hz muhammed sav

    Spitze !

    Von Furkan A., vor mehr als 2 Jahren
  1. Spellbookofjudgment

    Sehr gut erklärt!

    Von Bilal Baroud, vor fast 3 Jahren
  2. Default

    toll

    Von Zimtschnecke, vor fast 3 Jahren
  3. Default

    Tolles Video! :)

    Von Theresa Leich, vor etwa 3 Jahren
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