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Transkript Moose – Bau und Stoffwechsel

Hi! Schön, dass ihr wieder da seid, ich möchte euch auf eine kleine Wanderung in die Welt der Moose mitnehmen. Moose finden wir überall auf dem Lande: Auf Steinen und Dächern, in der prallen Sonne, auf Bäumen, totem Holz und alten Baumstumpen, im Gras und im Schatten. Auf feuchtem Boden und sogar in den Höhlen existieren die lichtempfindlichen Leuchtmoose, deren Vorkeime bei einem bestimmten Einfallswinkel des Lichtes sichtbar werden. Moospflanzen sind vierzellige Landpflanzen, die mehr oder weniger gut an die Lebensräume auf dem Land angepasst sind. Das Dachmoos - ich benenne das Moos nach seinem Standort - erträgt die extreme Trockenheit in der sengenden Sonnenhitze und harrt bis zum nächsten Regen aus. Wenn es einmal auf den porös gewordenen Ziegeln Fuß gefasst hat, ist es kaum zu vertreiben. Das Waldmoos ist eher versteckt am Boden und zwischen den Gräsern und Kräutern zu finden und dämpft aufgrund seiner Polsterwirkung sanft unsere Schritte beim Waldspaziergang. Im Monat Mai bildet es kleine Stiele mit Kapseln - die hier gut zu sehen sind - die der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienen. Man nimmt an, dass Moose von bestimmten Grünalgenformen abstammen. Die Moospflanzen teilt man in 2 Gruppen ein: Die Lebermoose - hier ist das Brunnenlebermoos zu sehen - und die Laubmoose. Als Vertreter habe ich das gewellte Katharinenmoos ausgewählt, das unter anderem so heißt, weil es bei Wassermangel seine Blättchen eigentümlich wellig einrollt. Ich schreibe euch die Einteilung hier kurz auf. Die Bestimmung der Moose ist schwierig. Nur wenige Experten kennen sich mit den mehr als 20.000 Arten aus, die es weltweit gibt. In Deutschland schätzt man die Artenanzahl auf ungefähr 1.100. Kommen wir nun zum Bau der Moose. Lebermoose sind flächig ausgebildet und sehr vielgestaltig. Das Brunnenlebermoos, zum Beispiel, hat 1 bis 2 cm bandförmige, gablig geteilte Körper mit vorgewölbter Mittelrippe. Der Körper, auch Thallus genannt, scheint direkt auf dem immer feuchten und schattigen Untergrund zu sitzen. Laumoose sind stets in Stämmchen und Blättchen gegliedert. Die Blättchen sind meistens spiralig angeordnet, gut beim gewellten Katharinenmoos zu sehen. Was man bei den Moosen nicht finden kann, sind erstaunlicherweise die Wurzeln. Womit halten sie sich aber am Boden fest? Betrachtet man ein Moosstämmchen mit Blättchen, findet man die Antwort. Allerdings muss man schon genau hinsehen, um die Rhizoide zu finden, die nur aus wenigen oder einzelnen Zellen bestehen und Halt oder Verankerung im Boden, auf Steinen oder sonst wo geben, mehr aber auch nicht. Man sagt, sie nehmen aktiv kein Wasser über die Rhizoide auf. Die Wasseraufnahme soll über die Moosblättchen erfolgen. Um zu prüfen, ob das stimmt, habe ich mir das gewellte Katharinenmoos genauer angesehen. Das Moos hat verschiedene Gestalt, je nach Feuchtigkeit. Ich habe die trockene und die feuchte Stelle gekennzeichnet. Was geschieht, wenn man tropfenweise Regenwasser auf das trockene Moos gibt? Die Lupenvergrößerung zeigt hier, wie die Blättchen entwellt und wirtelig entfaltet wurden. Ein hinzugefügter Wassertropfen perlt nicht ab oder bleibt, wie auf einem Blatt, erst einmal haften. Nein, die Oberflächenspannung des Wassers wird sofort aufgehoben, der Tropfen zerfließt und das Wasser wird schwammartig und blitzschnell aufgesaugt. Aufschluss gibt unter anderem die mikroskopische Aufnahme des Moosblättchens. Viele Zellen mit Chloroplasten bilden die Blattfläche. Seitlich am Epidermisrand sind helle, spitz geformte und leicht abstehende Zellen zu sehen. Sie sind hydrophil, das heißt, Wasser liebend und sie heben die Oberflächenspannung des Wassertropfens auf, sobald sie diesen berühren. Man kann sie sich als Saughaarzellen vorstellen. Bei den soeben geschilderten Vorgängen erfährt das gewellte Katharinenmoos, wie die meisten anderen Moose auch, einen erstaunlichen Farb- und Gestaltwandel.  Den Rekord bei der Wasseraufnahme und Wasserspeicherung halten die Torfmoose. Sie können das 30-Fache ihres Trockengewichtes an Wasser speichern. Tote Zellen stellen riesige Wasserspeicherzellen dar, die mit einer Öffnungspore versehen sind und über Verdickungsleisten stabilisiert werden. Leider gelang es mir nicht, einen Blattquerschnitt eines Mooses mit meinen bescheidenen Mitteln herzustellen. Die Blätter waren zu zäh.Ich konnte sie mit dem Skalpell nicht schneiden. Deshalb skizziere ich einfach einen ähnlichen Querschnitt. Das Blatt ist schlicht gebaut, wie man sieht. Es rollt sich zusammen, wenn es trocken ist. Während der Wasseraufnahme wird es entrollt. Dabei dringt das Wasser in die kapillaren Zwischenräume der Epidermishaarleisten - hier rot dargestellt - und in die chlorophyllhaltigen grünen Zellen ein und strafft sie, wodurch das Auftrollen vonstattengeht. Da aber keine Verdunstungsschutzeinrichtungen vorhanden sind, wird das Wasser allmählich wieder abgegeben. Das Moos reduziert seine Lebensvorgänge, bis es in Trockenstarre verfällt und vom nächsten Regen ergrünend geweckt wird.  So, nun ist unsere Wanderung zu Ende. Ich hoffe, du begleitest mich erneut. Bis bald, dein Octavus.   

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5 Kommentare
  1. Default

    Drei mal so gut erklärt wie die Lehrer in der Schule!!!
    Hat mir sehr weiter geholfen <3

    Von Sorolar, vor 4 Tagen
  2. Dsc00009 %282%29

    Danke sehr

    Von Roland Hesse, vor 12 Monaten
  3. Default

    :-)
    SUPER VIDEOS

    Von Ennio12, vor 12 Monaten
  4. Default

    Schade das Sie das Blatt nicht zeigen konnten
    ):
    Aber sonst sehr gut gemacht.(: (: !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Hat geholfen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Von M Walch, vor etwa einem Jahr
  5. Default

    COOL

    Von Andrew3000, vor etwa 2 Jahren