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Transkript Menstruation – der weibliche Zyklus (Basiswissen)

Hallo! Was Hormone im menschlichen Körper machen können, weißt du bestimmt schon: Sie spielen bei der Einstellung des Blutzuckerspiegels eine Rolle, wie z.B. das Insulin; oder sie werden bei Stress gebildet, wie z.B. das Adrenalin. Oft wirken Hormone in einem komplexen Zusammenspiel mit anderen Hormonen.

Und ein solches Zusammenwirken mehrerer Hormone möchte ich dir in diesem Video erklären. Das findet man nämlich beim weiblichen Menstruationszyklus und in der Schwangerschaft.

Zyklus allgemein

Im Verlauf des weiblichen Zyklus kommt es zur Reifung eines Follikels im Eierstock und zum gleichzeitigen Aufbau der Gebärmutter- oder Uterusschleimhaut. Die Eizelle wird aus dem Follikel in den Eileiter entlassen und wandert in Richtung Gebärmutter. Findet in diesem Zeitraum keine Befruchtung statt, kommt es zur Abstoßung der Uterusschleimhaut, was wir als Menstruation oder Monatsblutung bezeichnen. Danach beginnt der Zyklus von neuem. Die Zeitspanne vom Beginn einer Mensturation bis zur nächsten beträgt in der Regel etwa 28 Tage.

Hormonelle Ebene

Aber was passiert dabei eigentlich auf hormoneller Ebene im weiblichen Körper? Hier findet man ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Hormonen. Wusstest du, dass dabei auch zwei Hormone des Gehirns eine Rolle spielen?

Das follikelstimulierende Hormon FSH und das luteinisierende Hormon LH sind Hormone, die von der Hypophyse gebildet werden. Der Hypothalamus vermittelt durch Freisetzungshormone die Bildung von FSH und LH. Zudem spielen die Hormone des Eierstocks Östradiol und Progesteron eine Rolle. Und wie diese Hormone sich gegenseitig beeinflussen, siehst du jetzt.

Nach der Menstruation reift im Eierstock eine Eizelle heran. Den bläschenartigen Raum, in dem das Ei heranwächst, nennt man Follikel. Die Reifung des Follikels wird durch das eben schon erwähnte Hypophysenhormon FSH verursacht. Die Produktion von FSH steigt während dieser Phase des Zyklus.

Durch das Wachstum des Follikels wird das Ovar dazu bewegt, Östradiol zu produzieren, so dass auch dessen Konzentration ansteigt. Hier liegt eine positive Rückkopplung zwischen Östradiol und FSH statt; es kommt zu einem starken Anstieg der Östradiolkonzentration. Die Konzentration von FSH sinkt damit wieder ab. Der Östradiolanstieg löst außerdem die Produktion des Hypophysenhormons LH aus.

Durch LH erfolgt schließlich der Follikelsprung, oder auch Eisprung genannt, d.h. die reife Eizelle verlässt den Follikel und wird in den Eileiter entlassen. Der zurückbleibende Follikel wird zum so genannten Gelbkörper, indem lipidhaltige Zellen einwachsen. Der Gelbkörper bildet das Hormon Progesteron, sodass dessen Konzentration stark ansteigt.

Progesteron hemmt die Ausschüttung der beiden Hypophysenhormone FSH und LH; ihre Konzentration sinkt also. Auf diese Weise wird gleichzeitig auch verhindert, dass ein weiteres Ei reift. Unter dem Einfluss von Östradiol und Progestereon ist auch die Uterusschleimhaut herangewachsen.

Durch den weiteren Progesteroneinfluss wird die Uterusschleimhaut dann auf die Aufnahme eines befruchteten Eies vorbereitet. Meist erfolgt aber keine Befruchtung, die Eizelle stirbt innerhalb weniger Stunden ab und der Gelbkörper verkümmert. Die Produktion von Progesteron wird damit eingestellt. Auf diese Weise wird die Uterusschleimhaut schwächer durchblutet und abgestoßen - die Menstruation setzt ein.

Da kein Progesteron mehr bebildet wird, liegt auch keine Hemmung der Ausschüttung der beiden Hypophysenhormone FSH und LH mehr vor. Beide werden wieder gebildet und der Zyklus beginnt von Neuem.

Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille enthalten in der Regel Östradiol und Progesteron oder Substanzen, die chemisch ähnlich aufgebaut sind. Bei der regelmäßigen Einnahme werden die Eireifung und der Eisprung verhindert.

Findet aber eine Befruchtung des Eies durch eine männliche Keimzelle, ein Spermium, statt, ist der Verlauf anders: Das befruchtete Ei wandert vom Eileiter in die Gebärmutter, wo es sich in die Uterusschleimhaut einnistet. Hier werden durch die Einnistung Schwangerschafts-Hormone produziert, die anregend auf den Gelbkörper wirken. Dieser verkümmert dann nicht, sondern er kann weiterhin Progesteron produzieren, das das Abstoßen der Uterusschleimhaut verhindert und auch dafür sorgt, dass keine weiteren Eier heranreifen.

Die Schwangerschaft wird aufrechterhalten. Bei einem Schwangerschaftstest weist man übrigens auch Hormone nach. Und zwar steigt der Gehalt des Humanen Choriongonadotropins, kurz HCG, im Urin einer schwangeren Frau an, wenn sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnistet.

Jetzt weißt, du dass Hormone nicht nur bei der Einstellung des Blutzuckerspiegels oder bei Stress eine Rolle spielen. Beim weiblichen Menstruationszyklus vermitteln die Hypophysenhormone FSH und LH gemeinsam mit den Hormonen des Eierstocks Östradiol und Progesteron die Follikelreifung, den Eisprung und den Aufbau und die Abstoßung der Uterusschleimhaut in einem regelmäßigen Zyklus.

Im Falle einer Befruchtung des Eies setzt eine Schwangerschaft ein. Du hast hier das komplexe Auf und Ab der beteiligten Hormone sowie die Art, wie sie ihre Ausschüttung gegenseitig fördern oder hemmen, kennen gelernt. Tschüss!

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