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Transkript Kulturelle Evolution

Heute lebende Menschen züchten Tiere und Pflanzen, um sie als Nahrung zu nutzen. Sie stellen Waffen, Werkzeuge, Möbel, Häuser und Smartphones her. Sie malen Bilder, machen Fotos, schreiben E-Mails, erzeugen Strom, feiern Weihnachten, sprechen viele Sprachen, fliegen mit Flugzeugen und bezahlen mit Geld. Dieses komplexe Verhalten unterscheidet den Menschen von anderen Säugetieren.Die Entwicklung in solcher Weise wird als kulturelle Evolution bezeichnet.

Wie kam es aber zu dieser Entwicklung? Und. Warum wird sie auch als Evolution bezeichnet? Diese Fragen werde ich dir im folgenden Video beantworten.

Über die biologische Evolution weißt du schon gut Bescheid, oder? Vorteilhafte Merkmale, die durch Mutationen, also kleine Veränderungen in der DNA, entstehen, setzen sich durch natürliche Auslese langfristig durch. Welche Bedeutung hat aber die kulturelle Evolution?

Hier setzen sich bestimmte erlernte Verhaltensweisen durch. Also z.B. das Kochen von Fleisch, um die Nahrungsbestandteile effektiver verdauen zu können oder das Bauen eines Autos, um schnell von A nach B zu kommen, erhöhen die Leistungsfähigkeit des Menschen. Es entstehen also Merkmale, die nicht in den Genen gespeichert sind. Sie werden durch Kommunikation und nicht über die Gene von Generation zu Generation weitergegeben.

Bei der kulturellen Evolution entsprechen also die Ideen und die neuen Erfahrungen den Mutationen in der biologischen Evolution. Wie aber kam es zur kulturellen Evolution des Menschen?

Nachdem sich der aufrechte Gang als Merkmal durchgesetzt hatte, entwickelte der Mensch beginnend vor etwa 2 Millionen Jahren Werkzeuge, später auch Kleidung sowie Pfeil und Bogen. Der Mensch begann Tiere zu züchten und Häuser zu bauen. Damit beeinflusste er die biologische Evolution des Menschen.

Der Mensch war nun in der Lage, auf Umwelteinflüsse aktiv zu reagieren und sich weitgehend unabhängig von ihnen zu machen. Die Menschen, die dabei die besten Ideen hatten, konnten sich häufiger fortpflanzen. Sie konnten sich am besten gegen Feinde wehren und hatten gute Nahrung. Ein stabiles Haus, gutes Werkzeug und bessere Waffen waren die Errungenschaften, die also schlussendlich zu einer guten Angepasstheit führten und auch führen, denn die kulturelle Evolution geht stetig weiter.

Da diese Ideen und Erfindungen nicht über Gene weitergegeben werden, entstanden Kommunikationsmittel, also Sprache, Malerei und Schrift. Insbesondere die Erfindung des Buchdrucks beschleunigte die kulturelle Evolution. Heute kennen wir viele Kommunikationsmittel, wie SMS, Internet, Radio und Telefon. Es ist also möglich, ständig Informationen an viele Individuen weiterzugeben.

Die biologische und die kulturelle Evolution sind aber nicht zwei getrennt entstandene und ablaufende Prozesse. Voraussetzung für eine kulturelle Evolution war der aufrechte Gang, der ein Freiwerden der Hände zur Folge hatte, und ein größeres Hirnvolumen und eine damit verbundene gesteigerte Leistungsfähigkeit. Das sind Merkmale, die sich durch natürliche Auslese durchgesetzt haben.

Die Bedeutung der biologischen Evolution ist aber für den modernen Menschen gering. Hier ein Beispiel: Kurzsichtigkeit wird heute durch eine Brille behoben. Die Brille ist die Reaktion des Menschen auf z.B. eine Mutation, die zu Kurzsichtigkeit führt. Als die Menschen noch vom Jagen lebten, war das Merkmal Kurzsichtigkeit von Nachteil, da angreifende Tiere nicht rechtzeitig gesehen werden konnten.

Zu dieser Zeit pflanzte sich ein kurzsichtiger Mensch sicher seltener fort, da er ständig in Lebensgefahr schwebte und vielleicht auch weniger Nahrung erbeuten konnte.

Die kulturelle Evolution spielt beim Menschen eine herausragende Rolle. Die so entstandenen Verhaltensweisen machen das Menschsein aus. Findet man kulturelle Tradition auch im Tierreich?

Ja. Auch Tiere entwickeln in sehr einfacher Form solche Verhaltensweisen, die eine Reaktion auf Umwelteinflüsse darstellen und nicht genetisch verankert sind. Sie bringen diese Verhaltensweisen dann auch ihren Nachkommen bei.

Ein bekanntes Beispiel sind englische Blaumeisen, die in den 50er Jahren begannen, die vor den Haustüren angelieferten Milchflaschen aufzupicken. Sie kamen so an zusätzliche Nahrung und brachten das Aufpicken auch ihren Nachkommen bei.

Der Mensch tut also viele Dinge, die ihn von anderen Säugetieren unterscheiden. Das ist seine Kultur und sie macht das Menschsein aus. Diese Verhaltensweisen sind im Laufe der kulturellen Evolution entstanden. Sie bezeichnet Verhaltensweisen, Ideen und Erfahrungen, die von Generation zu Generation durch Kommunikation, wie z.B. Sprache, weitergegeben werden.

Diese Verhaltensweisen sind nicht in den Genen verankert. Der Mensch reagiert damit aktiv auf Umwelteinflüsse und macht sich von ihnen unabhängig. Die biologische Evolution ist für die Menschen heute kaum noch von Bedeutung.

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