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Transkript Krötenwanderung – Bedeutung und Schutzmaßnahmen

Hallo! Hast du schon einmal dieses Schild am Straßenrand gesehen? Es weist auf die Krötenwanderung hin. Aber warum? Und warum wandern Kröten überhaupt? Was können wir Menschen tun, um deren Wanderung nicht zu gefährden? All das erfährst du in diesem Video.

Lurche laichen

Lurche - also Frösche, Kröten, Unken, aber auch Molche und Salamander - paaren sich und laichen in Tümpeln und Teichen. Das bedeutet, dass sie dort ihre Eier ablegen. In diesen Gewässern entwickeln sich die geschlüpften Larven zu erwachsenen Lurchen, die anschließend das Wasser verlassen und ihr Leben an Land beginnen. Auf dem Weg zu den Laichgewässern sind besonders die Erdkröten in großer Gefahr. Warum?

Die Erdkröte

Erdkröten fallen - wie alle Lurche - den Winter über in die sogenannte Winterstarre. In Erdhöhlen versteckt überdauern sie den Winter mit heruntergefahrenen Lebensfunktionen. Erst wenn der Frühling kommt kriechen sie aus ihren Verstecken - die Paarungszeit hat begonnen.

Die Besonderheit von Erdkröten besteht darin, dass sie stets zu jenen Gewässern zurückkehren, in denen sie selber geschlüpft und sich entwickelt haben. Dafür legen manche Erdkröten eine bis zu 2km lange Wanderung zurück - die Krötenwanderung.

Gefahren der Krötenwanderung

Die Erdkröten verlassen die Wälder und Hecken, in denen sie leben, und machen sich auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Auf welche Schwierigkeiten treffen sie dabei?

Oft müssen Erdkröten Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Nicht selten werden dabei dutzende, ja hunderte Erdkröten von Autos überfahren. Straßen sind also die erste große Gefahr für Erdkröten. Mit den Erdkröten stirbt auch die nächste Generation. Aber es gibt auch andere Schwierigkeiten.

Oft finden Erdkröten ihre Laichgewässer nicht wieder. Das liegt darin, dass viele Teiche und Tümpel für die Landwirtschaft oder zum Bau von Häusern und Fabriken trockengelegt wurden und schlichtweg nicht mehr da sind. Die Weibchen können ihre Eier nicht ablegen und verenden.

Die Weibchen, die es bis zu einem Gewässer schaffen, werden dort schon von den Männchen erwartet. Die Männchen setzen sich huckepack auf das Weibchen und gemeinsam gehen sie die letzten Meter bis zum Wasser. Dort legt das Weibchen die Eier ab, die vom Männchen sofort mit seinen Spermien befruchtet werden.

Aber auch jetzt ist das Überleben der nächsten Generation noch nicht sicher. Viele Teiche sind vermüllt und verschmutzt. In solchen Gewässern haben die Larven keine Chance, sich zu entwickeln. Und schließlich birgt für die erwachsenen Erdkröten der Weg zurück in ihr Sommerquartier erneut das Risiko auf der Straße überrollt zu werden.

Schutzmaßnahmen - kurzfristig

Was können wir tun, um die Erdkröte zu schützen? Wenn Straßen den Lebensraum von Erdkröten durchschneiden, helfen improvisierte Schutzzäune. Diese verhindern, dass Kröten auf die Fahrbahn gelangen.

Naturfreunde sammeln die Kröten im Frühling mehrmals täglich ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite. Zu diesem Zwecke werden auch oft Eimer eingegraben, in die die Erdkröten fallen bevor sei gerettet werden.

Eine andere Möglichkeit bieten Tunnel. Spezielle Zäune leiten die Kröten zu den Tunnelöffnungen. Der Tunnel führt sie unter der Straße hindurch - auf der anderen Seite können die Kröten ihre Reise zu ihren Laichgewässern fortsetzen.

Schutzmaßnahmen - langfristig

Langfristig ist es sinnvoll, Straßen in Erdkrötengebieten von vornherein so anzulegen, dass sie die Wanderwege der Kröten nicht durchschneiden.

Außerdem kann man in der Landschaftsplanung darauf achten, dass Tümpel und Teiche nicht trockengelegt werden; sie sind der Lebensraum von unzähligen Tieren. Manchmal ist es auch sinnvoll, neue Gewässer anzulegen, um die Erdkröten dorthin umzulenken.

Zukünftige Entwicklung

So könnte der Lebensraum von Kröten aussehen. Wenn die Menschen keine Rücksicht auf den Lebensraum der Kröten nehmen, bauen sie vielleicht eine Straße mitten durch.

Zusammenfassung

Erdkröten suchen ihre angestammten Gewässer auf, um sich zu laichen. Wenn ihre Wanderrouten von Straßen zerschnitten werden, sterben unzählige Kröten noch bevor sie ihren Laichplatz erreichen. Fangzäune, Eimer und Tunnel können Abhilfe verschaffen.

Langfristig ist es noch besser, Straßen in Erdkrötengebieten ganz zu vermeiden und ihre Gewässer weder trockenzulegen, noch zu verschmutzen. Das nächste Mal, wenn du dieses Schild am Straßenrand siehst, weißt du, dass hier Erdkröten wandern. Dann ist vorsichtig geboten! Tschüss!

Informationen zum Video
1 Kommentar
  1. Default

    sehr gutes und hilfreiches Video

    Von Mi Sha2001, vor fast 2 Jahren