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Transkript Konkurrenz - Formen und detailliertes Prinzip

Hallo! Du kennst ja bestimmt das Revierverhalten von Hunden, wenn sie ihre Duftmarken zur Abgrenzung ihres Reviers benutzen und damit z.B. Nahrungskonkurrenten vertreiben. Konkurrenz gibt es im Tier- und auch im Pflanzenreich. Oftmals geht es beim Konkurrenzverhalten um Nahrung.

Vielleicht hast du die Vorstellung, dass immer der Stärkere den Kampf um Nahrung gewinnt und der Schwächere nicht überleben kann. In diesem Video wirst du sehen, dass es doch Möglichkeiten gibt, dass verschiedene Organismen zusammen leben können, obwohl sie die gleiche Nahrung bevorzugen. Organismen können nämlich der Konkurrenz auch aus dem Weg gehen.

Innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz

Konkurrenzverhalten kann zwischen Individuen der gleichen Art herrschen, also z.B. zwischen den einzelnen Stockenten an einem See. Das nennt man dann innerartliche oder intraspezifische Konkurrenz.

Findet das Konkurrenzverhalten zwischen Individuen verschiedener Arten statt, also z.B. zwischen verschiedenen Vogelarten, handelt es sich um zwischenartliche oder interspezifische Konkurrenz.

Beispiel Pantoffeltierchen

Um die Konkurrenz zu erklären wollen wir uns näher mit der zwischenartlichen Konkurrenz von Pantoffeltierchen beschäftigen. Dazu schauen wir uns zunächst ein Experiment an. Man kann diese kleinen Einzeller, die sich von Bakterien ernähren und die man einfach in einer Nährlösung anziehen.

Kultur allein

Wenn man die zwei Pantoffeltierarten Paramecium aurelia und Paramecium caudatum in getrennten Nährlösungen anzieht und dann die Anzahl der Pantoffeltierchen pro Mililiter Nährlösung auszählt, kann man beobachten, dass sich bei beiden Arten nach einigen Tagen eine konstante Anzahl von Individuen einstellt, die sich später auch nicht mehr verändert.

Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip

Wenn man beide Arten zusammen in einer Nährlösung anzieht, kann man zunächst beobachten, dass die Anzahl beider Arten ansteigt. Nach etwa zwei Wochen kann man aber nur noch Paramecium aurelia in der Nährlösung finden. Hast du eine Idee, woran das liegt?

Wie du in der Graphik sehen kannst, wächst die Population von P.aurelia schneller als die Population von Paramecium caudatum. Da sich beide Arten von den selben Bakterien ernähren, konkurrieren sie um Nahrung. Paramecium caudatum hat nicht genügend Nahrung und das Wachstum der Population kommt zum Erliegen.

Das Prinzip, das du in diesem Experiment gesehen hast, bezeichnet man als Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip. Es sagt aus, dass Arten mit sehr ähnlichen ökologischen Ansprüchen, wie im Beispiel die gleichen Bakterien als Nahrung, nebeneinander nicht existieren können. Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Pantoffeltierchen. Auch bei Versuchen mit verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ist es bestätigt worden.

Konkurrenzverminderung/-vermeidung

Wenn wir unser Pantoffeltierchen-Experiment noch weiter führen, können wir uns noch ein weiteres Prinzip herleiten. Zieht man nämlich Paramecium aurelia gemeinsam mit einer anderen Pantoffeltierchenart, Paramecium bursaria, an, so kann man nach drei Wochen sehen, dass beide Arten überleben, obwohl sie zueinander in Konkurrenz stehen. Aber wie kann das sein?

Das liegt daran, dass Paramecium aurelia sich im oberen Bereich des Nährmediums aufhält, während Paramecium bursaria sich am Boden des Gefäßes aufhält und sich von absinkenden Bakterien ernährt. Dieses ist das Prinzip der Konkurrenzverminderung oder Konkurrenzvermeidung, da die beiden Pantoffeltierchenarten Konkurrenz vermindern oder vermeiden, indem sie sich in einem unterschiedlichen Bereich der Nährlösung aufhalten.

Beide Arten bilden also unterschiedliche ökologische Nischen und können deshalb überleben. Die beiden Arten aus dem ersten Experiment können nicht in einem Nährmedium gemeinsam leben, da beide Arten die gleichen ökologischen Nischen bilden.

Beispiel Pflanzenwelt - Kultur allein

Und das gleiche gibt es auch bei Pflanzen. Wenn man die Wiesengräser Fuchsschwanz, Glatthafer und Trespe jeweils allein auf einer Versuchsfläche aussät, wachsen alle dort am besten, wo eine mittlere Bodenfeuchte herrscht. Alle drei Gräserarten haben also in diesem Bereich ihr Optimum.

Kultur gemeinsam

Werden die drei Gräser gemeinsam ausgesät, besiedelt der Glatthafer hauptsächlich den Bereich der mittleren Bodenfeuchte. Der Fuchsschwanz findet sich vermehrt im feuchten, während sich die Trespe im trockenen Bereich findet. Diese beiden Bereiche liegen zwar weit entfernt vom Bodenfeuchte-Optimum des Fuchsschwanzes und der Trespe, allerdings können die beiden Gräser sich in diesen Bereichen gegen den Glatthafer durchsetzen. Und so können alle drei Gräserarten koexistieren, obwohl sie zueinander in Konkurrenz stehen.

Zusammenfassung

An diesen beiden Beispielen hast du gesehen, dass es nicht immer so ist, dass die stärkere Art die schwächere auslöscht, indem sie ihr die Nahrung wegnimmt. Dass also eine Konkurrenz nicht immer nach dem Konkurrenzausschlussprinzip endet.

Du hast gelernt, dass verschiedene Arten mit ähnlichen Ansprüchen koexistieren können, wenn sie die Konkurrenz vermeiden, indem sie etwas entfernt von ihrem Optimum bezüglich eines Umweltfaktors leben. Tschüss!

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1 Kommentar
  1. Default

    Schlecht

    Von Reichert Erna, vor etwa einem Jahr