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Transkript Immunsystem – spezifische Abwehr

Dies ist der 2. Teil des Videos zur Immunabwehr. Hier wird euch erklärt, was für Bestandteile und Mechanismen das spezifische Abwehrsystem beherbergt. Die unspezifische Immunabwehr ist immer sofort einsatzbereit. Bei den spezifischen dauert es allerdings immer ein wenig länger, denn dessen Zellen, die Lymphozyten, müssen erst noch geschult werden, um die Erreger an deren Fingerabdruck, den Antigenen, zu erkennen. Dann allerdings vermehren sie sich tausendfach durch Zellteilung. Die Lymphozyten kommen aus dem Lymphsystem und sind besonders hoch konzentriert in den Lymphknoten, in denen bei Krankheiten vermehrt Zelltrümmer und andere toxische Stoffe abgebaut werden können. Die dendritischen Zellen, die Erreger vernichtet haben, gehen jetzt in die Lymphknoten um Trümmerstücke der Bakterien, also den speziellen Fingerabdruck oder auch das Antigen, den Lymphozyten zu zeigen. Es gibt im menschlichen Körper ca. 30 Millionen Arten verschiedene T-Lymphozyten, die alle unterschiedliche Rezeptoren besitzen. Hat die dendritische Zelle den T-Lymphozyten mit dem passenden Rezeptor für ihr Antigen gefunden, also den T-Lymphozyten, der genau den Bestandteil des Erregers erkennt, den die dendritische Zelle ihm zeigt, fängt die T-Lymphozyte an sich zu teilen. Dadurch werden neue Generationen an T-Lymphozyten produziert, die alle denselben Rezeptor tragen. Dabei werden auch die T-Killerzellen produziert, die besonders wichtig für die Abwehr von Viren sind, denn sie können Erreger sogar erkennen und bekämpfen, wenn sie sich in körpereigenen Zellen oder Makrophagen aufhalten. Und da Viren sich nicht selbstständig vermehren können, halten sie sich meist in Körperzellen auf. Die T-Helferzellen wiederum sind dazu da, andere Immunzellen zu aktiveren, wie die B-Lymphozyten. Diese produzieren Antikörper, die zu den Antigenen des Erregers passen und die ins Blut ausgeschüttet werden. Wenn die Antikörper auf Erreger stoßen, setzen sie sich an seiner Oberfläche fest und machen es so den Makrophagen leichter, die Erreger zu identifizieren und zu verdauen. Die B-Lymphozyten vermehren sich genau wie die T-Lymphozyten massenhaft, aber nur dann, wenn ihre Antikörper zu den Antigenen des Erregers passen. Zuletzt, wenn die Krankheitserreger erfolgreich abgewehrt wurden, kommt die letzte Art von Immunzellen ins Spiel, die T-Regulatorzellen. Die sind dafür da, den Normalzustand des Körpers wiederherzustellen, denn die giftigen Toxine der gestorbenen Bakterien, Viren und Fresszellen, die Botenstoffe die ausgeschüttet wurden und Fieber und Entzündungen hervorrufen, all das ist für den Körper eine große Belastung und muss wieder zurückgefahren werden. Dies tun die T-Regulatorzellen, indem sie Eiweißketten absondern, die die Immunreaktion beenden. z.B. dadurch, dass sie in den T-Helfer- und T-Killerzellen ein Selbstmordprogramm auslösen. Die T-Regulatorzellen sind z.B. auch ein Schlüsselfaktor bei Autoimmunkrankheiten. Denn wenn sie es nicht schaffen, das körpereigene Immunsystem in Schach zu halten, können die Immunzellen auch gegen körpereigene Zellen vorgehen. Bestimmte Lymphozyten verwandeln sich nach einer Krankheit in sogenannte Gedächtniszellen, die unaktiviert im Blut schwimmen, bis sie auf einen Erreger treffen der das passende Antigen trägt. So kommt es, dass wir manche Krankheiten im Leben nur einmal bekommen, weil wir danach die Erreger sofort wiedererkennen, bevor sie sich vermehren und dem Körper schaden können. Das heißt, wir sind immun geworden. Im 2. Teil haben wir jetzt erfahren, was für Bestandteile die spezifische Abwehr hat und wie sie funktioniert. Wir haben das Lymphsystem kennengelernt mit den T-Lymphozyten, den T-Killerzellen, den T-Helferzellen, den B-Lymphozyten und den T-Regulatorzellen und wissen, wie Immunisierung funktioniert. Ich hoffe, es hat euch das Immunsystem näher gebracht, und wir sehen uns im nächsten Video.

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