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Transkript Honigbiene – Lebensweise im Jahreszyklus

Wenn du an Bienen denkst, fallen dir bestimmt die vielen Blüten einer Wiese im Sommer ein, die sie anfliegen können, um daraus Pollen und Nektar zu sammeln. Aber was machen Bienen eigentlich im Winter, wenn es kalt ist und keine Blüten gibt? In diesem Video möchte ich dir zeigen, wie ein Bienenjahr aussieht und möchte dabei auch auf die Fortpflanzung von Bienen eingehen.

Ein Bienenvolk besteht, wie du sicher weißt, aus vielen Arbeiterinnen, einigen Drohnen und einer einzigen Königin. Nur die Königin kann Nachwuchs zeugen und ist daher die Mutter des Bienenvolkes. Bei ihr ist der Stachel zurück,-bzw. umgebildet, da er als Eileiter bei der Ablage der Eier dient.

Die Geschlechtsorgane der Arbeiterinnen sind verkümmert und daher viel weniger leistungsfähig. Die Königin gibt eine Mischung verschiedener Botenstoffe in den Stock ab, die so genannte Königinnensubstanz, die die Funktion der Eierstöcke der Arbeiterinnen unterdrückt. Arbeiterinnen sind daher in der Regel unfruchtbar.

Im Frühling lockt die Königin ebenfalls mit Hilfe von Botenstoffen Drohnenschwärme an und paart sich mit mehreren Drohnen nacheinander im Flug. Dieses nennt man auch Hochzeitsflug. Die Königin speichert die Samenzellen und diese reichen ihr gesamtes Leben lang für die Befruchtung unzähliger Eier.

Im Frühling legt die Königin bis zu 2000 Eier pro Tag in den Brutzellen des Bienenstocks ab, so dass die Anzahl der Bienen im Stock stark ansteigt. Befruchtete Eier entwickeln sich zu Larven und dann zu weiblichen Bienen, also zu Arbeiterinnen und Königinnen. Allerdings entwickeln sich nur die Larven, die mit Bienenmilch aus der Kopfdrüse einer Arbeiterin gefüttert wurden, zu Königinnen.

Alle anderen Larven werden mit Pollen, Nektar und Honig gefüttert und entwickeln sich zu Arbeiterinnen. Die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Insekt dauert etwa drei Wochen.

Die unbefruchteten Eier werden zu männlichen Bienen, den Drohnen. Obwohl sie auch einige Aufgaben im Bienenstock erledigen, besteht ihre Aufgabe hauptsächlich darin, die Königin beim Hochzeitsflug zu begatten. Im Spätsommer ist die Chance allerdings gering, dass die Drohnen noch auf eine paarungswillige Königin treffen. Damit sie im Winter nicht die kostbaren Nahrungsvorräte im Bienenstock aufbrauchen, werden sie in der so genannten Drohnenschlacht aus dem Bienenstock vertrieben und verenden. Im Winter sind also keine Drohnen im Bienenstock.

Die sich im Sommer entwickelnden Arbeiterinnen haben ein kurzes Leben von höchstens 45 Tagen. Sie haben feste Arbeitsdienste, die sie nach dem Schlüpfen zu erfüllen haben: Sie müssen putzen, den Nachwuchs und die Königin füttern, Wachs produzieren und schließlich Pollen und Nektar für die Erzeugung von Honig sammeln.

Die im Herbst aus der letzten Brut hervorgegangenen Arbeiterinnen werden aber wesentlich älter. Sie müssen überwintern und dann im Frühjahr wieder mit der Brutpflege beginnen. Zudem müssen sie auch die Königin im Winter füttern. Solche Arbeiterinnen werden bis zu neun Monate alt.

Die Anzahl der überwinternden Bienen ist allerdings im Vergleich zur Bienenanzahl im Sommer gering. Es überwintern nämlich nur vier- bis zehntausend Bienen, die sich von den Nahrungsvorräten des Sommers ernähren müssen.

Die Bienen bilden ein dicht gepacktes Bienenknäuel um die Königin herum, eine so genannte Wintertraube. Die Königin muss auch nicht frieren, selbst wenn die Außentemperatur weit unter dem Gefrierpunkt liegt. Bienen können durch ihre Muskulatur Wärme erzeugen, so dass im Inneren der Traube immer Temperaturen von über 25°C herrschen.

Neue Larven werden in dieser Überdauerungszeit natürlich nicht herangezogen. Außerdem muss der Imker den Bienen im Winter Nahrung reichen, wenn er zu viele Waben zur Gewinnung von Honig entnahm. Hierbei reicht schon eine Mischung aus Zucker und Wasser. Im Sommer steigt die Anzahl der Bienen im Stock wieder auf bis zu 70.000 an. Was meinst du, ist ein Bienenvolk verloren, wenn es keine Königin mehr hat?

Das passiert nämlich beim so genannten Schwärmen. Dabei verlässt die Königin mit einem Teil des Bienenvolkes den Stock und gründet ein neues Volk. Allerdings zieht ein Bienenvolk immer einige Nachwuchsköniginnen heran, die dann ohne Gefahr schlüpfen können, wenn die alte Königin das Volk verlassen hat.

Schlüpfen mehrere Nachwuchsköniginnen gleichzeitig, entscheiden die Arbeiterinnen, welche die neue Königin wird und stechen die anderen tot. Auch wenn eine neue Königin bei Anwesenheit der alten schlüpft, wird diese von der Königin selbst oder von den Arbeiterinnen erstochen.

Jetzt weißt du, wie ein Bienenjahr aussieht und was die Bienen machen, wenn sie im Winter keine Blüten mit Pollen und Nektar finden. Sie überwintern dicht gepackt im Bienenstock und ernähren sich von den im Sommer angelegten Vorräten.

Im Frühling legt die Königin wieder ganz viele Eier, aus denen sich weibliche Bienen entwickeln, wenn sie befruchtet sind. Die Arbeiterinnen können dann unter anderem der Aufgabe nachgehen, die wir am besten von ihnen kennen: Pollen und Nektar sammeln. Männliche Bienen, die Drohnen, entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern. Tschüss!

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1 Kommentar
  1. Default

    Super

    Von Soylev, vor mehr als einem Jahr