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Textversion des Videos

Transkript Gonosomaler Erbgang

Hallo! Hier ist wieder Katja und in diesem Video geht es um "Gonosomale Vererbung". Die Verpaarung zwischen Blutsverwandten nennt man Inzucht. Inzucht führt dazu, dass viele Allele homozygot vererbt werden. Das heißt, die Zygote, das Verschmelzungsprodukt der Gameten von Vater und Mutter, enthält die gleichen Allele für viele Gene. Die Vorsilbe "homo" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "gleich". Wenn rezessive Gene homozygot vererbt werden, erscheinen sie auch im Phänotyp, also im Erscheinungsbild des Lebewesens. Ein Beispiel dafür ist die weiße Fellfarbe bei Tigern. Das Allel für weißes Fell ist rezessiv. Inzucht und das damit verbundene häufigere Auftreten von homozygoten Individuen kann aber auch zu verringerter Widerstandsfähigkeit und zu einem vermehrten Auftreten von Erbkrankheiten führen. Bei den durch Inzucht gezüchteten weißen Tigern können neben der Fellfarbe auch unerwünschte Effekte wie deformierte Knochen und ein geschwächtes Immunsystem auftreten. Dieser Effekt wird auch Inzucht-Depression genannt. Kreuzt man wiederum zwei unterschiedliche homozygote Individuen, zum Beispiel einen weißen und einen naturfarbenen Tiger oder 2 unterscherschiedliche Rassehunde, so sind die Individuen der F1-Generation alle mischerbig, also heterozygot und meist auch vitaler als die Eltern oder Parentalgeneration. Dieser Effekt wird Heterosis-Effekt genannt und ist die Umkehr der Inzucht-Depression. Der Heterosis-Effekt wird auch in der Pflanzenzucht ausgenutzt. Durch Inzucht gehen wichtige genetische Informationen verloren. Der Genpool verarmt und die genetische Vielfalt reduziert sich. Die genetische Vielfalt ist von grundlegender Bedeutung für die Krankheitsresistenz und die Anpassungsfähigkeit einer Art. Wenn es zu Änderungen der äußeren Bedingungen kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar Individuen der Art mit den neuen Bedingungen zurechtkommen größer, wenn die Vielfalt innerhalb der Art groß ist. Um Inzucht bei seltenen Tierarten in Zoos zu verhindern, werden Zuchtprogramme entwickelt und Zuchtbücher angelegt. Durch den Austausch von Tieren zwischen Zoos wird versucht, die Vielfalt des genetischen Materials zu erhalten. Auch in freier Wildbahn versucht man, durch die Umsiedlung von Tieren Inzucht zu verhindern. Das Geschlecht der meisten Säugetiere wird durch die Geschlechtschromosomen, die sogenannten Gonosomen, bestimmt. Das Geschlecht des Mannes wird durch ein X- und ein Y-Chromosom, das der Frau durch 2 X-Chromosomen bestimmt. Auf dem X-Chromosom sind viele Gene, die Proteine codieren, die nichts mit der Ausprägung von Geschlechtsunterschieden zu tun haben. Beispiele dafür sind das Gen für den Gerinnungsfaktor VIII oder das Gen für den Faktor IX. Mutationen in diesen Genen können zu einer Verzögerung der Blutgerinnung führen und damit Ursache für übermäßigen Blutverlust bei Verletzungen sein. Die entsprechenden Vererbungsgänge werden geschlechtsgekoppelt oder auch x-chromosomal genannt. Das X-Chromosom trägt wesentlich mehr Gene als das Y-Chromosom. Daher haben die meisten Gene des X-Chromosoms kein Gegenstück auf dem Y-Chromosom. Frauen haben also eine doppelte Ausgabe der Gene auf dem X-Chromosom. Männer hingegen besitzen nur eine Ausgabe der x-chromosomalen Gene. Wenn bei Männern ein Gen auf einem Geschlechtschromosom verändert ist, gibt es dafür keine Ausgleichsmöglichkeit und es kommt häufiger zu Erbleiden als bei Frauen. Wenn ihr einen Stammbaum vor euch habt, gibt es 4 Möglichkeiten, die ihr überprüfen müsst. Ist der Erbgang x-chromosomal dominant, x-chromosomal rezessiv, autosomal dominant oder autosomal rezessiv? Nun noch mal die wichtigsten Begriffe in der Zusammenfassung:

Erhält man von Vater und Mutter 2 unterschiedliche Allele für ein Gen, so bedeutet das: Für dieses Gen ist man heterozygot. Trägt ein Individuum 2 gleiche Allele für ein Gen, so ist es homozygot. Werden viele Gene homozygot vererbt, kann dies zu Inzucht-Depression führen. Ist ein Individuum hingegen für viele Gene heterozygot, kann das zu einer Steigerung der Vitalität führen. Dieser Effekt wird Heterosis-Effekt genannt. Außerdem habe ich in diesem Video die geschlechtsgekoppelte oder x-chromosomale Vererbung erklärt.

Ich hoffe, dieses Video hat euch beim Verständnis der verschiedenen Erbgänge geholfen. Wenn ihr Fragen habt, schreibt einen Kommentar. Tschüss und danke für's Zuschauen.

Informationen zum Video
9 Kommentare
  1. Serpil

    Hallo Vincent,
    bei einem X-chromosomal-dominanten Erbgang liegt das defekte Gen auf einem X-Chromosom und ist das merkmalstragende Allel. Wenn dieser Defekt auf dem einen Chromosom dominant vererbt wird, sind Männer (XY) und Frauen (XX) davon betroffen, weil beide X-Chromosome besitzen.
    Bei einem X-chromosomal-rezessiven Erbang wird das Allel auf dem X-Chromosom rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass Frauen (XX) nur erkranken, wenn dieser Defekt auf beiden X-Chromosomen vorliegt. Wenn nur ein Chromosom das defekte Allel trägt, sind Frauen Trägerinnen des Merkmals und können es an ihre Kinder weitervererben. Männer (XY) hingegen besitzen nur ein X-Chromosom und sind demnach immer betroffen, wenn sie das defekte Allel auf dem X-Chromosom tragen, weil das defekte Allel nicht von einem weiteren X-Chromosom ausgeglichen werden kann.
    Ich hoffe, dass dir die Erklärung weiterhilft. Frag gerne nach, wenn noch etwas unklar ist.
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Hallo, sehr nettes Video!

    Muss jedoch trotzdem eine Frage stellen:

    Wann ist ein Erbgan X-Chromosom dominant, und wann X-Chromosom rezessiv?

    Von Vincentkiaulehn, vor mehr als einem Jahr
  3. Haare 2

    Gonosomal sind alle Gene die auf den Geschlechtschromosomen (=Gonosomen) vererbt werden. Defekte Gene auf den X-Chromosomen können z.B. Ursache für die Bluterkrankheit oder Rot-Grün-Schwäche sein.

    Von Dicty, vor fast 2 Jahren
  4. Default

    beantwortet trotzdem nicht ganz was eigentlich gonosomal ist...

    Von Ell X., vor fast 2 Jahren
  5. Haare 2

    Es gibt die Geschlechtschromosomen (X und Y), das sind die Gonosomen und die anderen Chromosomen, die bei Männern und Frauen gleich sind, das sind die Autosomen. Autosomal vererbte Merkmale sind also auf den Autosomen kodiert.

    Von Dicty, vor etwa 3 Jahren
  1. Default

    was ist autosomal??
    sehr gutes viedeo!!!

    Von A Leonidas, vor etwa 3 Jahren
  2. Default

    danke war hilfreich:)))

    Von Lernbox, vor fast 4 Jahren
  3. Default

    Das Video erklärt eher Homozygotie und Heterozygotie, weniger die gonosomale Vererbung. Aber trotzdem gut erklärt und dargestellt!

    Von Ewi, vor mehr als 5 Jahren
  4. Printimage

    cooles Video, obwohl ein bisschen zu schnell für mich^^, aber ich habe auch so gar keinen Plan davon

    Von Steph Richter, vor mehr als 6 Jahren
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