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Transkript Evolution des Menschen (Vertiefungswissen)

Was macht einen Menschen aus oder ab wann ist ein Mensch ein Mensch? Das sind schwierige Fragen der Evolutionsforschung. Verschiedene archäologische Funde führten dazu, dass man unsere menschlichen Vorfahren relativ gut kennt. In diesem Video werde ich dir zeigen, wie sich der Mensch im Laufe der Evolution veränderte und dir zudem einige bedeutende Funde der Archäologie vorstellen.

Neandertaler

Im Jahr 1856 wurden im Neandertal bei Düsseldorf Überreste eines urtümlichen Menschen gefunden. Zunächst waren die Menschen empört, da die Anatomie dieses Menschen sich sehr von den heutigen Menschen unterschied.

Viele stellten skurrile Vermutungen auf, dass der gefundene Mensch aufgrund von Krankheiten oder Gewalteinwirkung einen solch abartigen Bau hatte. Weitere archäologische Funde belegten aber eindeutig, dass es menschliche Vorfahren gegeben hat, die einen vom heutigen Menschen abweichenden Körperbau aufwiesen.

Lucy - Australopithecus afarensis

Beispielsweise wurde im Jahr 1974 in Äthiopien das älteste Fossil gefunden. Es handelt sich um das Skelett eines jungen Mädchens, das vor 3,5 bis 4 Mio. Jahre lebte. Von den Entdeckern wurde das Mädchen Lucy genannt. Der Name stammt aus einem Song der Beatles, den die Wissenschaftler am Abend des Fundes hörten.

Offiziell heißt Lucy aber Australopithecus afarensis. Man konnte ableiten, dass Lucy aufrecht ging und damit stellt sie das älteste Fossil eines aufrecht gehenden Menschen dar.

Prozess der Hominisation

Ebenfalls spektakulär war 1978 der Fund von Fußspuren einer Familie bei Laetoli in Tansania. Sie sind 3,7 Mio Jahre alt und befinden sich in vulkanischer Asche. Die dort gefundenen Fußspuren lassen eindeutig auf einen aufrechten Gang schließen. Die menschlichen Vorfahren, die diese Spuren hinterlassen haben, werden aber wie Lucy noch nicht zur Gattung Homo gezählt.

Den Prozess der Menschwerdung bezeichnet man übrigens als Hominisation. Man geht allerdings davon aus, dass über einen bestimmten Zeitraum hinweg Vertreter der Gattung Australopithecus und Homo zusammen existierten, bevor sich die Gattung Homo durchsetzte.

Veränderungen im Körperbau

Wir wollen uns im Folgenden anschauen, welche Merkmale sich während dieser Hominisation durchsetzten und was das für den Menschen bedeutete. Wie du eben gehört hast, gab es den aufrechten Gang schon vor der Entstehung der Gattung Homo. Nichtsdestotrotz ist er natürlich ein wichtiges Merkmal des modernen Menschen. Dieser aufrechte Gang wird u.a. durch einige charakteristische Veränderungen im Beckenbau ermöglicht.

Beim modernen Menschen ist das Becken im Vergleich zu den Vormenschen schüsselförmig, sodass beim Stehen die inneren Organe guten Halt finden. Einhergehend damit sind gewölbte Füße, die beim Laufen ein Verlagern des Gewichtes von der Ferse zum Ballen erlauben.

Durch den aufrechten Gang auf den zwei Hinterbeinen hatten unsere Vorfahren nun die Hände frei und konnten Werkzeuge benutzen. Dies wurde auch dadurch möglich, dass sich die Anatomie der Hand so veränderte, dass der Daumen nun jedem anderen Finger der Hand gegenüber gestellt werden kann. Somit wird der so genannte Präzisionsgriff möglich.

Die Benutzung von Werkzeugen ist ein typisch menschliches Verhalten. Die ältesten fossilen Werkzeuge sind etwa 2 Mio Jahre alt. Bei diesen ersten Werkzeugen handelte es sich um einfache Geröllsteine, die durch Abschlagen auf einer Seite eine scharfe Kante bekamen. Später verwendete man auch Faustkeile.

Veränderte Ernährung

Was ist noch typisch Mensch? Man geht davon aus, dass die Gattung Australopithecus sich vorwiegend oder ausschließlich pflanzlich ernährte, während die Gattung Homo auch fleischliche Nahrung zu sich nahm. Daraus ergeben sich Veränderungen im Gebiss und Schädelbau. Die Kaumuskulatur wurde nämlich reduziert und der Schädel auf diese Weise umgebildet. Im Vergleich zu den affenähnlichen Vorfahren mit U-förmigem Zahnbogen und großen Eckzähnen besitzen Menschen ein Gebiss mit einem verkürzten, parabolischen Zahnboden und kleine Eckzähne.

Vergrößerung des Gehirnvolumens

Die wohl wichtigste Vorraussetzung für die Hominisation ist aber die Vergrößerung des Gehirnvolumens, die es dem Menschen ermöglicht aufgrund einer steigenden Denkleistung mit Werkzeugen umzugehen sowie kulturelle Fähigkeiten, wie z.B. Sprache, hochorganisierte Sozialstruktur sowie eine kooperative Arbeitsteilung zu entwickeln.

Missing Link

Obwohl man schon eine sehr gute Vorstellung von den menschlichen Vorfahren hat, fehlen oftmals immer noch fossile, bisher nicht entdeckte Übergangsformen der menschlichen Vorfahren. Man nennt eine solche fehlende Verbindung in einem Stammbaum auch Missing Link.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Video gesehen, was eigentlich einen Menschen ausmacht und welche Merkmale sich im Zuge der Hominisation veränderten. Der aufrechte Gang, und die Benutzung von Werkzeugen wurden durch einige Änderungen im Körperbau möglich. Diese Änderungen betreffen den Gebiss- und Schädelaufbau, die Veränderung der Anatomie der Hände und Füße sowie des Beckens. Eine Vergrößerung des Gehirnvolumens ermöglichte höhere Denkleistungen. Tschüss!

Informationen zum Video
2 Kommentare
  1. Default

    Klasse und sehr spanndend! Habe alles gut verstanden. Besser als die videos auf youTube

    Von Isabell Agne, vor fast 3 Jahren
  2. Default

    Das Video ist wirklich klasse!! Viele wichtige Dinge enthalten und sehr anschaulich erklärt! Danke!!

    Von Annalaurap, vor fast 3 Jahren