Textversion des Videos

Transkript Entwicklung des Menschen – vom Embryo zum Fetus

Hallo, da bin ich wieder, eure Sabine Blumenthal.
"Vom Embryo zum Fetus" - In diesem Video erfährst du etwas zur vorgeburtlichen Entwicklung des Menschen. Am Ende des Videos kennst du die Begriffe Zygote, Morula, Blastozyste, Embryo und Fetus und kannst diese den verschiedenen Phasen der vorgeburtlichen Entwicklung zuordnen. Zum Verständnis des Videos ist es hilfreich, wenn du noch weißt, wo und wie der Vorgang der Befruchtung stattgefunden hat.
Jedes neue menschliche Leben beginnt mit der Befruchtung einer weiblichen Eizelle durch eine männliche Samenzelle im Eileiter der Frau. Doch wie geht es dann weiter? Sehen wir uns die einzelnen Phasen der vorgeburtlichen Entwicklung eines neuen kleinen Menschen dazu mal genauer an. Natürlich beginnen wir direkt nach der Befruchtung. Der Kopf der Samenzelle ist in die weibliche Eizelle eingedrungen und die beiden Zellkerne sind miteinander verschmolzen. Die befruchtete Eizelle wird nun als Zygote bezeichnet. Sie ist die erste Zelle eines neuen Menschen.
Die Zygote wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Auf dieser Wanderung teilt sich die Zygote nach etwa 30 Stunden das erste Mal. Aus der einzelligen Zygote wird der nun zweizellige Keim. Auch diese 2 Zellen teilen sich wieder. Am 2. Tag besteht der Keim schon aus 4 Zellen, er befindet sich nun im Vierzellstadium. Durch weitere Zellteilungen, die in diesem frühen Stadium auch als Furchung bezeichnet werden, ist nach 4 Tagen ein Keim aus 32 Zellen entstanden. Dieser dichte Zellhaufen heißt Morula (oder auch Maulbeerkeim); ganz einfach, weil er so ähnlich wie eine Maulbeere aussieht. Dieser Maulbeerkeim hat übrigens immer noch denselben Durchmesser wie die ursprüngliche Zygote. Auf dem Weg durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter finden immer weitere Zellteilungen an. Diese Zellen ordnen sich jedoch nun zu einer Hohlkugel an, die sich mit Flüssigkeit füllt. Die Blastozyste (oder auch der Blasenkeim) ist entstanden. An einer Seite dieser mit Flüssigkeit gefüllten Hohlkugel bildet sich durch eine Ansammlung von Zellen der Keimschild, der von Hüllzellen umgeben wird.
Etwa am 7. Tag nach der Befruchtung erreicht der Blasenkeim die Gebärmutter. Dort nistet er sich in die vorbereitete Schleimhaut ein. Wie kannst du dir diese Einnistung vorstellen? Also, die Hüllzellen der äußeren Zellschicht des Blasenkeims bilden kleine Zotten aus. Wie winzige Wurzeln dringen diese Zotten immer tiefer in die Gebärmutterschleimhaut ein. Dabei stehen die Zotten in direktem Kontakt zu Blutgefäßen der Mutter. Kindliches Gewebe der Zotten und mütterliches Gewebe der Gebärmutterschleimhaut bilden nun zusammen die Plazenta (oder auch den Mutterkuchen). Ab sofort versorgt dieses spezielle Organ den wachsenden Keim mit Sauerstoff und Nährstoffen. Mit der Einnistung des Keimlings in die Gebärmutterschleimhaut beginnt die Embryonalentwicklung. Der Embryo liegt geschützt im Fruchtwasser der Fruchtblase und ist über die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden. Schon beim 4 Wochen alten Embryo sind die Körpergliederung sowie erste Anlagen von Organen erkennbar. In diesem Schema eines Embryos kannst du den Embryo selbst, hier den Dottersack, die Zotten der Plazenta und hier die sich entwickelnde Nabelschnur sehen. Die Augenanlage sowie Arm- und Beinknospen sind vorhanden. Auch das Gehirn ist bereits angelegt und verarbeitet erste Impulse. Das Herz ist noch ungekammert, doch es beginnt zu arbeiten und schlägt etwa 140 bis 150 Mal pro Minute. Deutlich zu erkennen ist auch die Wirbelsäule und die Anlagen für Kopf und Rumpf.
In den nächsten Wochen werden alle größeren Organe und Organsysteme angelegt: Augen, Nase, Lippen und Ohren entstehen und an den winzigen Armen und Beinen bilden sich Finger und Zehen aus. Jetzt treten auch schon erste Muskelzuckungen auf. Mit dem Ende der 12. Schwangerschaftswoche ist die embryonale Entwicklung abgeschlossen. Der Embryo ist nun etwa 6 Zentimeter groß. Er ist in Körperform und Gesicht deutlich als Mensch zu erkennen. Alle Organe sind vorhanden und müssen in den folgenden Monaten nur noch reifen und wachsen.  Mit Beginn der 13. Schwangerschaftswoche beginnt die fetale Entwicklung. Das heranwachsende Kind heißt jetzt Fetus. Die fetale Entwicklungsphase ist die Wachstums- und Reifezeit. Die bereits angelegten inneren Organe entwickeln sich bis zu ihrer vollständigen Funktionstüchtigkeit etwa am Ende des 7. Schwangerschaftsmonats. Danach wachsen alle äußeren und inneren Organe noch bis zu ihrer Geburtsgröße heran. Am Ende des 4. Monats ist der Fetus etwa 15 cm groß und sieht schon wie ein fertiger, nur eben noch sehr kleiner Mensch aus. Er übt nun Bewegungen mit Armen und Beinen und die werdende Mutter kann diese Bewegungen ihres Babys zum ersten Mal spüren.
Im 5. Monat kann der Herzschlag des Kindes von außen abgehört werden. Das Kind nimmt akustische Reize wahr und reagiert auch darauf. So erschrickt es bei lauten Geräuschen und sein Herz schlägt dann schneller; bestimmte Musik beruhigt es jedoch. Die äußeren Geschlechtsorgane sind jetzt gut entwickelt und bei einer Ultraschalluntersuchung sichtbar.
Im 6. Monat hat das Kind einen eigenen Schlaf-Wachrhythmus entwickelt. Außerdem kann es jetzt die Augen öffnen, die bisher von den geschlossenen Augenlidern geschützt waren. Im 7. Monat ist der Fetus etwa 35 Zentimeter groß, er wiegt jetzt etwa 1300 Gramm. Alle Organe, besonders die Lunge und das Nervensystem, sind jetzt so weit entwickelt, dass der Fetus eine mögliche zu frühe Geburt überleben kann.
Auch die beiden letzten Monate der Fetalentwicklung sind sehr wichtig, damit ein gesundes Kind geboren werden kann. Der Fetus nimmt jetzt fast ausschließlich an Größe und Gewicht zu. Außerdem reifen die Lunge und das Nervensystem vollständig aus. Nach insgesamt 40 Schwangerschaftswochen, am Ende des 9. Monats, wiegt der Fetus zwischen 2800 und 3400 Gramm. Er ist etwa 50 bis 52 Zentimeter groß und damit bereit für die Geburt.
Fassen wir nun noch ein Mal zusammen, was du heute gelernt hast.
Die vorgeburtliche Entwicklung läuft in 3 Phasen ab. In der ersten Phase nach der Geburt teilt sich die Zygote mehrmals. Der Keim entwickelt sich über die Morula zur Blastozyste und nistet sich schließlich in die Gebärmutterschleimhaut ein. Aus kindlichem und mütterlichem Gewebe entsteht die Plazenta - das Organ zur Versorgung des Keimlings.
Die 2. Phase der vorgeburtlichen Entwicklung ist die Embryonalentwicklung. Sie beginnt mit der Einnistung des Keimlings in die Gebärmutterschleimhaut und dauert bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Während der Embryonalentwicklung erfolgt die Anlage aller inneren und äußeren Organe. Mit der 13. Schwangerschaftswoche beginnt die fetale Entwicklung. Der Fetus nimmt jetzt fast ausschließlich an Größe und Gewicht zu. Alle Organe des heranwachsenden Kindes reifen zu ihrer vollen Funktionsfähigkeit heran.
Na, alles klar zur vorgeburtlichen Entwicklung des Menschen? Prima! Tschüss dann, bis zum nächsten Mal!          

Informationen zum Video