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Transkript Einzeller – das Wechseltierchen

Hallo, mein Name ist Anja. In eutrophierten, das heißt, mit vielen organischen Stoffen angereicherten Süßgewässern, findet man viele Einzeller, Protozoen, unter anderem auch das Wechseltierchen. Es lebt frei im Wasser, aber einige Arten können auch als Parasiten im Darm vorkommen. Man findet sie aber auch in Pfützen, Regentonnen, Bächen, Seen und Flüssen, in feuchter Erde, also fast überall. Aber in eutrophierten Gewässern oder als Darmparasiten sind sie besonders häufig anzutreffen. Schauen wir uns das Wechseltierchen, das auch Amöbe genannt wird, genauer an. Wechseltierchen sind Protisten, das heißt, Einzeller mit einem echten Zellkern. Genauer: Sie sind eine Lebensform oder eine Organisationsstufe, aber keine eigene taxonomische Gruppe und zwischen 0,1 und 0,3 mm groß, meist nackt, es gibt aber auch beschalte Formen, einzeln lebend und sie werden Wurzelfüßer genannt. Amöben oder Wechseltierchen haben keine feste Gestalt. Schaut man sich das Wechseltierchen unter dem Mikroskop genauer an, dann fallen zuerst einmal die sogenannten Scheinfüßchen auf, die zur Fortbewegung und Nahrungsaufnahme dienen. Als Nahrung dienen meist Bakterien. Die Nahrungsaufnahme wird Phagocytose genannt und ist eine besondere, weil hierbei die sogenannten Scheinfüßchen die Nahrung umfließen und damit in den Körper aufnehmen und dann verdauen. Ich habe das hier einmal für euch schematisch nachgestellt. Links seht ihr die Amöbe, die ein rotes Bakterium umfließt und damit aufnimmt und dann verdaut. Man kann unter dem Mikroskop auch gut die Nahrungsvakuolen erkennen, die der Speicherung von Nahrungsstoffen dienen. Die pulsierende Vakuole pulsiert augenscheinlich und gibt Exkretstoffe und überflüssiges Wasser nach außen ab. Das Wechseltierchen, auch Amöbe genannt, besitzt natürlich auch einen echten Zellkern, der für die Steuerung der Stoffwechselprozesse verantwortlich ist und hier schwarz markiert wurde. Einige Amöben können Chloroplasten enthalten und somit auch die Fähigkeit der autotrophen Ernährung Photosynthese nutzen. Diese Vertreter zählt man dann aber zu den Algen. Bei der Photosynthese wird mit Hilfe des Chloroplastenfarbstoffs Chlorophyll aus Sonnenlicht und Wasser Energie gewonnen - für alle Lebensprozesse. Weisen die Wechseltierchen keine Chloroplasten auf, ernähren sie sich meist heterotroph, das heißt, von organischen Stoffen, wie schon gesagt meist Bakterien, und dann zählt man sie zu den Wurzelfüßern. Wie schon gesagt, werden die organischen Stoffe durch Phagocytose aufgenommen. Wechseltierchen können sich also auf 2 verschiedene Arten ernähren: Entweder mit Hilfe von Chloroplasten Photosynthese betreiben, also autotrophe Ernährung, dann zählt man sie zu den Algen, oder aber durch Phagocytose organische Stoffe aufnehmen, das heißt heterotrophe Ernährung betreiben, und dann zählt man sie zu den Wurzelfüßern. Wechseltierchen (Amöben) vermehren sich durch ungeschlechtliche Teilung. Das heißt, sie teilen sich einfach einmal in der Mitte durch und vermehren sich so. Das Besondere am Wechseltierchen, an der Amöbe, sind seine Scheinfüßchen und die Fortbewegung mit deren Hilfe, die im Grunde in 3 Schritten verläuft. Als erstes kommt die Extension. Die Scheinfüßchen, auch Pseudopodien genannt, werden in Fortbewegungsrichtung ausgebildet. Dann folgt die Adhäsion, also Anheftung. Die Scheinfüßchen werden dabei mithilfe von Anheftungspunkten, Adhäsions-Plaques, auf der Unterlage befestigt. Und als dritter Schritt folgt die Retraktion, die Zurückziehung. Dabei wird der restliche Körper einfach nachgezogen. Durch die 3 Schritte der Fortbewegung - Extension, Adhäsion und Retraktion - entsteht damit eine Kriechbewegung, die das Wechseltierchen vorwärts bewegt. Viele Wechseltierchen oder Amöben sind pathogen, das heißt, sie lösen Krankheiten aus. Einige können auch beim Menschen schwere Krankheiten hervorrufen, so zum Beispiel die Amöbenruhr, eine schwere Magen-Darm-Erkrankung. Darüber hinaus beherbergen viele Amöbenarten pathogene Bakterien, das heißt, krankheitsauslösende Bakterien, wie beispielsweise Legionellen. Legionellen können zu Übelkeit und Durchfall führen. Ihr habt heute viel über den Lebensraum, den Bau, die Lebensweise und die Besonderheiten des Wechseltierchens, der Amöbe gelernt. Ich hoffe, der kleine Film hat euch gefallen und bis zum nächsten Mal, sagt Anja.

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1 Kommentar
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    Das mit dem Zellkern wurde schon einmal am Anfang gesagt (Protisten).

    Von A Orth07, vor etwa 3 Jahren