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Transkript Drogenwirkung – Pilze

Hallo mein Name ist Sabine und in diesem Film möchte ich Dir am Beispiel der Psychospilze die Wirkung von Drogen und ihre Gefahren zeigen. Der korrekte Name der Psychospilze lautet psilocybinhaltige Pilze. Es gibt bis zu 150 psychoaktive Arten. Die Bekanntesten sind: der kubanische Träuschling, der spitzkeglige Kahlkopf und der mexikanische Zauberpilz. 70 % der Arten stammen aus Amerika, was man meistens schon am Namen sehen kann. Sie sind aber auch auf anderen Kontinenten verbreitet. Der spitzkeglige Kahlkopf wächst zum Beispiel in Waldnähe und auf Wiesen und löst gelegentlich Pilztourismus aus. Wie beim normalen Pilzesammeln kann es aber auch hier zu gefährlichen Verwechselungen kommen. Umgangssprachlich werden Psychopilze auch Magic Mushrooms, Psilos oder Zauberpilze genannt. Nun zu der Wirkung. Frische oder getrocknete Psychopilze werden gegessen und nach 10 - 30 Minuten setzt ein Rausch ein, der zwischen 4 und 8 Stunden andauern kann. Unter der Wirkung von Psychopilzen spazierte zum Beispiel im Oktober 2007 ein deutscher Tourist, komplett nackt, durch die Innenstadt Amsterdams. Ein halbes Jahr zuvor hatte sich eine Französin, die Psychopilze gegessen hatte, von einer Brücke aus, in den Tod gestürzt. Bei den Azteken hießen Psychopilze: Teonanacatl - Speise der Götter. Bei religiösen Ritualen spielten sie eine große Rolle. Zum Beispiel opferten, von den Pilzen berauschte Priester lebende Menschenherzen ihrem Kriegsgott. Außerdem hörten sie die Stimmen der Götter. Auch mexikanische Schamanen nutzten die Pilze, um die Zukunft vorauszusagen. Objektiv betrachtet hat der Konsum von Psychopilzen also folgende Wirkung: Es kommt zu Halluzinationen, zum Beispiel das Hören von Stimmen oder Sehen von nichtvorhandenen Objekten. Zu Sinnästhesien (Farben schmecken, Töne riechen usw.) Es gibt einen Zeitverlust, das Ich löst sich auf, da kann man auch Ego-Verlust zu sagen. Mann kann göttliche, beziehungsweiße spirituelle Erscheinungen haben. Man verliert eben die Kontrolle über den eignenen Körper, Zeit und Raum. Worauf die Wirkung der Psychopilze nun beruht, ist noch nicht ganz genau erforscht, wie bei den meisten Drogen. Deswegen kann ich hier nur einige Hypothesen vorstellen. Feststeht, dass Psychopilze Psilocin und Psilocybin enthalten. Diese Stoffe sind so ähnlich wie Serotonin gebaut. Serotonin ist ein Neurotransmitter im Gehirn. Wenn ich jetzt hier als lila Strich die Zellmembran eines Neurons zeichne, dann sind in Rosa darauf Rezeptoren zu finden. An diesen docken nun die Stoffe Psilocin und Serotonin an. Serotonin sind die grünen Kästchen und die blauen Kästchen sind dann eben Psilocin bzw. Psilocybin. Da nun mehr Psilocin als Serotonin andockt, entsteht im Gehirn ein Serotoninmangel.

Worauf beruhen nun die Halluzinationen? Man geht zum Beispiel davon aus, dass das Zusammenspiel der einzelnen Hirnregionen gestört ist. Das heißt, der Teil, aus dem die Halluzinationen stammen, ist überaktiv. Wenn Du nun zum Beispiel Stimmen hörst, heißt das, dass Dein akustisches Wahrnehmungsfeld im Gehirn überaktiv ist und dadurch Stimmen entstehen, die gar nicht da sind. Eine zweite Hypothese besagt das die Raphe Kerne im Stammhirn in ihrer Funktion gestört werden. Im Normalfall können sie den Schlaf steuern und das Schmerzempfinden. Unter dem Einfluss von Psychopilzen werden die Raphe Kerne geschwächt und der Gegenspieler, der Locus coeruleus, wird gestärkt. Dieser steuert die eingehenden Informationen aus den Sinnesorganen. Bei der starken Stimulation unter den Psychopilzen, kann es vorkommen, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Arealen, wie sehen, hören, fühlen, verschwimmen. Das wäre eine Begründung für die Sinnästhesien.

Eine dritte und letzte Hypothese geht davon aus, dass die Filterung und Interpretation von Eindrücken, in der Großhirnrinde und in dem Thalamus nicht mehr richtig funktioniert und dadurch Halluzinationen entstehen.

Der Konsum von Psychopilzen birgt aber auch vielerlei Gefahren und Nebenwirkungen, denn Serotonin hat eine Vielzahl an Aufgaben im menschlichen Körper. Zum Beispiel steuert Serotonin den Schlafrhythmus, die Emotionen, die Körpertemperatur, Darmaktivität, Blutdruck, Blutgerinnung, Hunger, Durst, die innere Uhr und hat außerdem Einfluss auf das Lernvermögen und das Gedächtnis.

Durch die Psychopilze kommt der Körper ins Ungleichgewicht, welches durch große Anstrengung wieder ausgeglichen werden muss. Damit ergeben sich für Psychopilze folgende Nebenwirkungen: Schweißausbrüche, Kälteempfinden, Panik, Angststörungen, Depressionen, Zwangsgedanken, Kopfschmerzen, Herzrasen und Atembeschwerden. Das heißt, ein Trip kann ganz schnell zum Horrortrip kippen.

Durch Serotoninmangel im Gehirn werden Depressionen ausgelöst. Deswegen sollten Menschen mit psychischen Erkrankungen auf gar keinen Fall, Psychopilze konsumieren. Die Halluzinationen sind vom Unterbewusstsein abhängig. Das heißt, die Erkrankung kann bei den Menschen sogar noch schlimmer werden. Darüber hinaus können Psychopilze zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Genauso können sie zu einer Persönlichkeitsveränderung führen und zum Realitätsverlust. Darüber hinaus sollten Menschen, die schon Asthma oder Kreislaufprobleme haben, aufgrund der Nebenwirkungen keine Psychopilze konsumieren.

Dann kann es noch allgemein zum Problem beim Konsum mit Psychopilzen kommen. Zum Beispiel weißt Du nie, wie viel Psilocin oder Psilocybin in einem Pilz enthalten ist. Das heißt, die Wirkstoffkonzentration kann stark schwanken. Dann kannst Du Dich ziemlich leicht vergiften, denn Du weißt nicht, ob Du den richtigen Pilz eingesammelt oder gekauft hast, oder ob der Pilz vielleicht schon verdorben ist, weil er zu alt ist. Außerdem ist vom Mischkinsum abzuraten. Also Psychopilze in Kombination mit anderen Drogen.

Ich hoffe Du kannst, nachdem Du dieses Video gesehen hast, nachvollziehen, warum im Betäubungsmittelgesetz drin steht, dass der Besitz, Anbau, die Zubereitung, die Verschreibung und der Verkauf von Psychopilzen verboten ist und mit Gefängnis geahndet werden kann. Ich sage, keine Macht den Drogen und bedanke mich für Dein Interesse und für das Zusehen. Hoffentlich bis bald, Sabine.

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3 Kommentare
  1. Cimg1253

    Versteh mcih nicht falsch, für mich zählen Alkohol und Zigaretten klar zu den Drogen dazu. Da ich während meines auslandsjahr in Frankreich in einer stark hanfrauchenden Familie gewohnt habe, wurde ich mich der Aussage, dass Hanf mehr nutzen als kosten bringt nicht anschließen. Aber das hast du nur auf die Medizin beschränkt oder?

    Von Sabine Basine, vor fast 4 Jahren
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    Das "Keine Macht den Drogen" am Ende finde ich persönlich überflüssig. Drogen wie Tabak und Alkohol, welche tausende Todesopfer fordern, werden in unserer Gesellschaft fröhlich konsumiert und versteuert. Im Gegensatz dazu macht man sich strafbar Pilze oder Hanf zu besitzen. Letzteres bringt medizinisch mehr Nutzen als Kosten. Verkehrte Welt.

    Von Robin A., vor fast 4 Jahren
  3. Default

    Schlechtes Beispiel wenn die Wirkungsweise noch nicht genau geklärt ist. Zeigt jedoch gut wie vielseitig und stark der Drogeneinfluss auf unser Gehirn ist. Empfehle dir ein Beispielviedeo mit der Wirkungsweise im Dopaminhaushalt(z.B. Amphetamine oder Kokain). Auch die Suchtwirkung ist bei diesen Drogen durch den direkt ausgelösten Belohnungsmechanismus leichter zu verstehn.

    Von Stiva, vor fast 5 Jahren