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Transkript Die Entstehung von Arten

Es gibt unzählige Arten auf der Erde. Immer wieder liest man, dass z.B. eine neue Insektenart gefunden wurde oder dass vielleicht eine bestimmte Pflanzenart in einem Gebiet ausgestorben ist.

In Deutschland gibt es z.B. die Raben- und die Nebelkrähe, die sich anhand ihrer Gefiederfarbe unterscheiden lassen, im Osten Deutschlands kommt die Nebelkrähe vor, im Westen die Rabenkrähe. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass neue Arten entstehen? In diesem Video siehst du, wie sich Arten umwandeln oder auf verschiedene Weise aufspalten können.

Artumwandlung

Zunächst müssen wir uns bewusst machen, dass die Veränderung von genotypischen und phänotypischen Merkmalen nicht unbedingt die Bildung einer neuen Art zur Folge haben muss. Eine bereits bestehende Art kann sich also einfach weiterentwickeln. Man bezeichnet diese Gegebenheit auch als Artumwandlung oder Anagenese.

Artumwandlung kommt häufig dort vor, wo sich die Umweltbedingungen kaum verändern. Gleichzeitig muss aber ein leichter Selektionsdruck in eine bestimmte Richtung vorliegen.

Artaufspaltung

Eine Artaufspaltung oder Artbildung findet statt, wenn sich aus einer Ursprungsart zwei neue Arten bilden. Das heißt also, bei der Entwicklung von Arten kommt zwischen zwei Artspaltungen immer zu einer Anagenese.

Allopatrische Artbildung

Beginnen wir mit der allopatrischen Artbildung, zu der es durch geographische Isolation kommt. Stell dir z.B. einen See vor, der durch Sedimentablagerungen in zwei Hälften geteilt wird. Durch eine solche geografische Isolation ist es leicht vorstellbar, dass es zu einer Unterbrechung des Genflusses zwischen zwei Populationen kommt und sich die beiden Populationen unterschiedlich entwickeln. Schließlich sind sie so unterschiedlich, dass keine Fortpflanzung mehr stattfinden kann.

Die allopatrische Artbildung ist die häufigste Form der Artbildung. In Deutschland gibt es z.B. zwei Krähenarten, die aus einer Ursprungsart hervorgegangen sind. Östlich der Elbe gibt es die graugefiederten Nebelkrähen, westlich der Elbe die schwarzfarbenen Rabenkrähen. Hier kam es vermutlich während der letzten Eiszeiten zu einer geographischen Isolation, so dass zwei Rabenarten entstanden.

sympatrische Artbildung

Bei der sympatrischen Artbildung kann eine Artbidlung ohne räumliche Trennung stattfinden. In diesem Fall finden Artbildungen im selben Lebensraum statt. Man spricht auch von Artentstehung im Gebiet der Ursprungsart. Bei dieser Artbildung muss sich also zunächst durch eine Mutation z.B. eine phänotypische Eigenschaft oder auch das gesamte Genom ändern, wodurch es zu einer Fortpflanzungsschranke kommt. Eine Fortpflanzung findet dann nicht mehr statt und die Arten trennen sich.

Es ist schwer vorstellbar, wie sich ohne räumliche Trennung zwei Arten aus einer Ursprungsart bilden können. Ich werde dir daher ein paar Beispiele zeigen.

Bei Pflanzen kommt die sympatrische Artbildung recht häufig vor. Dort sind Genommutationen häufig, in denen sich aus einer diploiden Ausgangart polyploide Individuen bilden. Diese besitzen dann nicht den ihren üblichen Chromosomensatz, sondern mehrfache Chromosomensätze. Beispielweise findet man bei Rosen, Weizen oder auch Tabak solche polyploiden Arten.

Polyploide Pflanzen können zwar unter sich gekreuzt werden, allerdings nicht mit den Ursprungsarten. Die mutierte Pflanze hat dann also keinen Allelaustausch mehr mit der übrigen Population. Aufgrund dieser Gegebenheit kommt es zur Artaufspaltung ohne eine räumliche Trennung.

Aber nicht nur solche Mutationen, die das gesamte Genom betreffen, führen zur sympatrischen Artbildung. Es kann auch eine neue Eigenschaft sein. Stell dir z.B. vor, dass eine Pflanzenart plötzlich auf einem schwermetallhaltigen Boden wachsen kann. Dann ist sie ökologisch isoliert und das könnte auch zur Bildung einer neuen Art führen.

Bei Tieren kann man sich die sympatrische Artbildung schwieriger vorstellen, da das Leben in einem Lebensraum auch immer die Möglichkeit zur Fortpflanzung geben sollte. Tiere, bei denen der Chromosomensatz durch eine Mutation vervielfältigt worden ist, sind im Vergleich zu den Pflanzen weder lebensfähig, noch können sie sich fortpflanzen. Darum findet man solche Mutationen nur im Pflanzen- und nicht im Tierreich. Allerdings kann man sich bei Tieren vorstellen, dass sich z.B. ein phänotypisches Merkmal wie die Färbung eines Tieres, durch eine Mutation ändert.

Dieser neue Phänotyp kann zu einer völlig neuen Präferenz in der Partnerwahl zwischen Männchen und Weibchen führen, wodurch sich aus einer Ursprungsart zwei oder mehrere Arten bilden.

Auch die Partnerwahl an bestimmten Orten, bei Insekten z.B. an einer bestimmten Blüte, könnte ein neue Paarungspräferenz und damit zu einer neuen Art führen. Spezialisiert sich ein Insekt beispielsweise auf eine andere Blütenart oder -farbe, so kann es auf ganz neue Fortpflanzungspartner treffen, die ebenfalls diese Spezialisierung für diese Blütenart besitzt.

Bei der Florfliege konnte man eine solche sympatrische Artaufspaltung beobachten. Durch mehrere Mutation kam es dort zur Veränderung der Körperfarbe, zu einer unterschiedlichen Aktivitätszeit bei der Fortpflanzung und zu einer Veränderung des Paarungsrufes. Diese Veränderungen führten dazu, dass schließlich eine neue Florfliegenart entstand.

Zusammenfassung

Du hast jetzt gesehen, wie sich eine Art verändern kann und es zur Artumwandlung kommt. Arten können sich aber auch in zwei oder mehr Arten aufspalten. Von allopatrischer Artbildung spricht man, wenn es durch geographische Isolation zur Artaufspaltung kommt, beispielsweise bei der Raben- und Nebelkrähe. Sympatrische Artbildung findet man, wenn bei Pflanzen Genommutationen zu polyploiden Pflanzen ablaufen oder sich phänotypische Merkmale ändern, die auf die Fortpflanzungsrate einen Einfluss haben, wie beispielsweise bei der Florfliege. Tschüss.

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7 Kommentare
  1. Marcel

    Bei der allopatrischen Artbildung ist der der ausschlaggebende Faktor der Artbildung die neue Umwelt. Zwei genetisch sehr ähnliche Populationen werden nun jeweils neuen Umweltbedingungen gegenübergestellt (beide sind ja isoliert durch ein Gebirge oder sonstiges). Daraus entwickeln sich zwei neue Arten. Bei der adaptiven Radiation ist der bedeutende Faktor jedoch die innerartliche Konkurrenz und nicht die Umwelt. Die Umwelt wird in dem Fall als "unbesiedelt" angenommen, sodass die Population sich frei ohne weiteren Selektionsdruck in alle ökologischen Nischen ausbreiten kann. Natürlich ist das nur modellhaft beschrieben, aber ich hoffe du verstehst was ich meine.

    Von Marcel Schenke, vor mehr als einem Jahr
  2. Marcel

    Ich fürchte so einfach ist das nicht zu bewerten. Bleiben wir beim Beispiel der Darwin-Finken. Dass eine kleine Population von einer Stammpopulation auf eine Insel gelangt und sich beide Populationen unterschiedlich entwickeln ist sicherlich allopatrisch. Doch du könntest auf der Insel (es kommt ja zu einer mehrfachen Artaufspaltung auf der Insel) die angekommen Vögel auch als Gründerpopulation betrachten. Die dann folgende häufige Artaufspaltung findet ja im Gebiet Gründerpopulation statt, ist also sympatrisch. Ich Versuche dir dennoch einen wichtigen Unterschied zwischen Adaptiver Radiation und allopatrischer Artbildung zu zeigen:

    Von Marcel Schenke, vor mehr als einem Jahr
  3. Default

    Ich habe es so verstanden (grob):
    Im Prinzip ist adaptive Radiaton also das gleiche wie allopatrische Artbildung nur, dass der Vorgang immer wiederholt wird ... wenn ich das richtig verstanden hab ?
    Ursprungsart in einem großen gebiet-> Seperation einer Teilpopulation (geografische Isolation und gründereffekt oder flaschenhalseffekt(Gendrift))
    Die Gründerpopulation(gründereffekt) oder dezimierte Population (flaschenhalseffekt) passt sich an neue Bedingungen an (Selektion , Einnischung) & es entsteht Rekombination &Mutation
    -Teilpopulation trifft auf Gründerpopulation , diese pflanzen sich nicht mehr fort => neue art
    Ich sehe den Unterschied nur in der mehrfachen Wiederholung des Vorgangs und dass bei der adaptiven radiation meistens eine insel besiedelt wird, wo keine interspezifische Konkurrenz vorkommen kann also nur intraspezifische Konkurrenz ( aufgrund der schnellen Vermehrung--knappe Ressourcen)
    Oder ist da noch ein Unterschied oder war etwas falsch ?

    Von Shanty, vor mehr als einem Jahr
  4. Default

    Vielen Dank!
    Ist dies sozusagen eine anderen Form der allopatrischen Artbildung?
    Worin liegt der Unterschied außer, dass mehr als 2 Arten entstehen ? Geht man bei der allopatrischen Artbildung auch von Interspezifischer Konkurrenz aus oder nur von intraspezifischer Konkurrenz wie bei der adaptiven Radiator?

    Von Shanty, vor mehr als einem Jahr
  5. Marcel

    Hallo :)

    Adaptive Radiation meint ja die Spezialisierung einer Art in mehrere verschiedene ökologische Nischen, wodurch viele neue Arten entstehen (schau dir dazu nochmal die Voraussetzungen an!). Der Antrieb für die Artbildung ist hier die innerartliche Konkurrenz. Damit die Art freie ökologische Nischen hat und nur durch sich selbst Konkurrenz bekommt muss sie geografisch isoliert sein, wie die Finken auf der Galapagos-Insel (Voraussetzung). Ist dieser Zustand eingetreten, dann wird die Artaufspaltung natürlich durch ökologische und ethnologische Isolation vorangetrieben. Also auf dieser isolierten Insel, nutzen ein paar Vögel dicke Körner als Nahrung, andere wiederum kleine Samen (ökologische Isolation als Ursache der Artaufspaltung).

    Von Marcel Schenke, vor mehr als einem Jahr
  1. Marcel

    Konnte ich dir damit weiter helfen, sonst frag gerne nochmal nach :)

    Von Marcel Schenke, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Ich schreibe morgen eine Prüfung und mir ist noch eine wichtige Frage aufgekommen, die aber leider in keinem Video auf Sofatutor beantwortet wird.
    Es geht um adaptive Radiaton. In meinem Schulbuch steht, dass diese ausschließlich als Folge geografischer Isolation entstanden ist. Stimmt das ? In einigen anderen Büchern steht, adaptive Radiation ist auf ökologische oder ethnologische Isolation zurückzuführen. HILFE

    Von Shanty, vor mehr als einem Jahr
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