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Transkript Das Präparat – Herstellung von Präparaten für das Mikroskop

Hallo! Dies ist ein kurzes Anschlussvideo an das Thema "Aufbau und Handhabung des Mikroskops". In diesem Video habe ich euch das Mikroskop als Werkzeug in der Biologie vorgestellt. Um auch richtig mit dem Lichtmikroskop arbeiten zu können, braucht man Präparate. Diese werden auf Objektträgern, kleinen Glasplättchen, fixiert. Meist verwendet man noch einen Wassertropfen und ein Deckblättchen, eine kleinere Glasscheibe. Um ein Objekt unter dem Lichtmikroskop untersuchen zu können, muss es für Lichtstrahlen durchlässig sein. Bei sehr dünnen, lichtdurchlässigen Objekten ist daher keine Präparation nötig. Die Objekte werden lediglich in einem Wassertropfen auf dem Objektträger angebracht und mit einem Deckgläschen versehen. So lassen sich auch lebende Zellen beobachten. Objekte, die dicker sind, müssen erst geschnitten werden. Dies geschieht meistens mit einer Rasierklinge. Die Präparate werden dabei abgetötet. Da viele biologische Objekte nicht pigmentiert sind und das Licht daher nur wenig absorbieren oder brechen, zeigen die Abbilder nur geringe Kontraste. Damit man diese zur besseren Sicht verstärken kann, nimmt man Farbstoffe, die sich an unterschiedlichen Zellstrukturen anlagern. Sie verstärken die optischen Unterschiede. Unterschiedliche Farbstoffe werden für spezifische Nachweise verwendet. Ich habe euch einmal ein paar Beispiele aufgelistet, mit welchen Farbstoffen welche Zellorgane nachgewiesen werden können: Mit dem Farbmittel Methylblau wird der Zellkern sichtbar gemacht, mit Karmin-Essigsäure die Chromosomen, mit einer Iod-Kaliumiod-Lösung werden Stärkekörner hervorgebracht, Neutralrot färbt die Vakuole ein und Chlorzinkiod die Cellulose. Nun stelle ich euch noch 7 verschiedene Präparattechniken anhand von Beispielen dar: das Erste ist das Abziehpräparat, welches sehr häufig in Schulen genommen wird, um Schülern das Mikroskopieren und Präparieren zu lehren. Hierbei wird zunächst ein Wassertropfen auf den Objektträger gegeben. Dann ritzt man von der konkaven Seite der Zwiebelschuppe ein rechteckiges Stückchen aus und legt es auf den Objektträger, dann glatt streichen und das Deckgläschen vorsichtig draufsetzen. Beim Quetschpräparat verwendet ihr zum Beispiel eine Scheibe Fruchtfleisch der Banane. Dieses positioniert ihr auf einen Objektträger und nehmt einen zweiten, um dieses Fruchtfleisch vorsichtig zu zerdrücken. Dabei werden die Zellen der Banane zerstört. Das Abstrichpräparat wird hergestellt, indem man mit einem Holzspatel beispielsweise über eine Zunge schabt. Dabei lösen sich Schleimhautzellen, die nun in einem Wassertropfen auf einem Objektträger eingebracht werden. Verseht das Präparat mit einem Deckgläschen, und nun könnt ihr es unter dem Mikroskop betrachten. Beim sogenannten Zupfpräparat wird mit einer Pinzette beispielsweise ein Blättchen, oder auch nur ein Teil davon, von einer Pflanze ausgezupft. Dieses wird nun wieder auf einen Objektträger gebracht, welcher mit einem Wassertropfen versehen ist. Zum Schutz wird ein Deckglas draufgesetzt. Wie bereits erwähnt und erklärt, gibt es auch die Dünnschnitte mit einer Rasierklinge. Hierbei wird ein Stängel durchgeschnitten, und dann werden feine Querschnitte mit der Rasierklinge angefertigt. Diese werden wieder in einem Wassertropfen auf einen Objektträger gebracht und abgedeckt. Das Ausstrichpräparat wird meistens bei Blutproben hergestellt. Man nimmt einen Tropfen Blut und positioniert ihn auf einen Objektträger. Mit einem zweiten, schräg angesetzten Objektträger verstreicht man das Blut zu einem dünnen Film und deckt es ab. Dies waren Möglichkeiten, Frischpräparate anzufertigen. Allerdings möchte man auch bestimmte Präparate, die sehr aufschlussreich geworden sind, nicht einfach so wieder entsorgen. Dann kann man Dauerpräparate herstellen. Dazu legt man sie in 80 - 95 %-igen Alkohol ein. Dabei werden die Objekte fixiert. Das Deckglas geht entweder von alleine ab oder muss vorsichtig mit einer Rasierklinge entfernt werden. Zum Entwässern wird das Objekt nun einer aufsteigenden Alkoholreihe entlanggeführt. Zum Schutz und Erhalt wird es mit Kunstharz und einem Deckgläschen versehen. Nun ist es für längere Zeit haltbar und nutzbar. Zum Schluss gebe ich euch noch eine kleine Übersicht über die verschiedenen Präpariertechniken: Es gibt die Abziehpräparate, die Quetschpräparate, Abstrichpräparate, Zupfpräparate, Dünnschnitte mit einer Rasierklinge, Ausstrichpräparate und die Dauerpräparate. Um Kontraste besser hervorzuheben, könnt ihr die Objekte mit verschiedenen Färbemitteln einfärben und so spezifische Nachweise anstellen. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Präparieren und Mikroskopieren. Bis zum nächsten Mal, tschüss!

Informationen zum Video
3 Kommentare
  1. Default

    gut erklärt top

    Von Frank Herrmann Berlin, vor fast 2 Jahren
  2. Default

    toll!

    Von Jacob 1, vor mehr als 3 Jahren
  3. Default

    Sehr gutes Video, bisher das beste und verstänbdlichste in Biologie. Bitte mehr davon, vielleicht auch für den Zellaufbau und den Transportmechanismus in Biomembranen. Weiter so! (:

    Von Chrischanp, vor etwa 5 Jahren