Blindheit 07:34 min

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Transkript Blindheit

Hallo, da bin ich wieder - Eure Sabine Blumental! Stelle Dir einmal vor, um Dich herum wäre es total dunkel, absolut dunkel. Du könntest Deine Augen als Sinnesorgan nicht einsetzen, weil keinerlei Lichtreiz Deine Augen erreichte. Und nun stelle Dir vor, es wäre für immer so dunkel um Dich herum. So dunkel ist es für Menschen, die blind sind. Darum soll es in diesem Video gehen, um die Blindheit. Am Ende dieses Videos weißt Du, wann ein Mensch als blind bezeichnet wird. Du kennst die Ursachen für angeborene und erworbene Blindheit und lernst die Blindenschrift als ein Kommunikations- und Informationsinstrument für Blinde kennen. Es wäre hilfreich, wenn Du den Bau und die Funktion des Auges kennst sowie über die Bildverarbeitung im Gehirn Bescheid weißt. Was bedeutet blind? Wann ist ein Mensch blind? Ist man wirklich erst blind, wenn man überhaupt nichts mehr sieht, wenn es um einen herum stockfinster ist? International hat man sich auf  folgende Festlegung geeinigt: 1. Ein Mensch gilt als blind, wenn das besser sehende seiner beiden Augen weniger als 2 % der vollen Sehstärke hat. Wenn also ein Mensch mit einem Auge gar nichts sehen kann, das andere Auge aber völlig normal funktioniert, dann ist er nicht blind. Er kann dann zwar nicht räumlich sehen, aber er kann sehen. 2. Als blind gilt ein Mensch auch, wenn sein Gesichtsfeld beider Augen auf weniger als 5° Abweichung von der Sehachse eingeschränkt ist. Man spricht dann von einem Röhrengesichtsfeld. Wie Du auf der Zeichnung siehst, können wir normalerweise auch Objekte wahrnehmen, die sich nicht direkt vor der Linse unseres Auges befinden. Wenn wir mit unbewegten Augen geradeaus sehen, nehmen wir auch Dinge war, die sich neben der Sehachse befinden. Ein Mensch mit einem Röhrengesichtsfeld kann das nicht. Rolle einmal 2 DIN A4 Blätter zu einer Röhre zusammen und halte Dir die beiden Röhren so vor die Augen, dass Du nur durch die Röhren etwas sehen kannst. So ungefähr kann ein Mensch mit einem Röhrengesichtsfeld sehen, er muss den ganzen Kopf drehen, um Dinge außerhalb der Sehachse wahrnehmen zu können. Außerhalb der Röhre ist nichts zu erkennen, alles bleibt dunkel. Nachdem Du nun weißt, wann ein Mensch als blind gilt, möchtest Du sicher wissen, warum es überhaupt blinde Menschen gibt. Was funktioniert da nicht mit den Augen? Damit kommen wir zu den Ursachen für Blindheit. Wir unterscheiden hierbei die angeborene und die erworbene Blindheit. Einige Menschen mit angeborener Blindheit kommen auch schon blind zur Welt. Ursachen dafür können vorgeburtliche Fehlbildungen am optischen System sein, wie zum Beispiel fehlende Netzhaut oder ein fehlender Sehnerv. Ebenfalls schon im Mutterleib kann es zu Schäden am Sehzentrum des Gehirns oder überhaupt zu Hirnfehlbildungen kommen. Angeborene Blindheit kann auch erblich sein, wie verschiedene Netzhauterkrankungen oder die Lebersche Kongeniale Amaurose, bei der bei beiden Augen der Sehnerv schwindet und dadurch zu dauerhafter Blindheit führt. Die Ursachen für erworbene Blindheit sind sehr vielfältig. Hier einige Beispiele: Der grüne Star, oder auch Glaukom, ist eine Sehnervschädigung, der graue Star, auch Katarakt genannt, bewirkt eine Linsentrübung. Auch Hornhautschäden durch Verletzungen, Infektionen wie den Herpes, oder auch Hornhautgeschwüre können Blindheit zur Folge haben. Ebenfalls zur Blindheit führen kann ein Gefäßverschluss in zentralen Gefäßen der Netzhaut oder des Sehnervs. Kommen wir nun noch zu einigen Hilfsmitteln, die den blinden Menschen ihr Leben erleichtern können. Blinden Menschen fehlt genau der Sinn, der uns Sehenden 80 % aller Sinneseindrücke liefert. Da Blinden dieser wichtige Sinn fehlt, sind bei ihnen andere Sinne schärfer und besser ausgeprägt, wie zum Beispiel der Hörsinn oder der Tastsinn. Blinde können sehr gut lernen mit einfachen Hilfsmitteln ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Für andere Menschen sind sie am Blindenabzeichen oder auch an dem weißen Blindentaststab zu erkennen. Viele blinde Menschen haben einen Blindenhund, der darauf trainiert wurde, den blinden Menschen sicher zu führen. Dank Louis Braille, der selbst blind war, können Blinde lesen und schreiben lernen, sowie mit speziellen Tastaturen und Computerprogrammen die Welt des Internet erobern. Louis Braille begründete mit dem Sechpunktgrundzeichen die international eingeführte Blindenschrift, die nach ihm die braillesche Schrift heißt. Blinde haben einen besonders gut ausgeprägten Tastsinn, also ertasten sie Schrift bei gedruckten Materialien. Diese Schriftzeichen werden durch Druckpressen als abtastbare, etwas vom Papier erhabene Punkte in das Papier gedrückt. So wie wir sehenden Buchstaben und Zahlen an ihrer Form erkennen, wird in der Blindenschrift jeder Buchstabe durch eine bestimmte Anzahl von Punkten sowie durch ihre Anordnung gekennzeichnet. Viele wichtige Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Fernseher, Rekorder, MP3 Player, Handy oder auch Uhren benutzen wir durch Ablesen der entsprechenden Informationen auf Tasten, Knöpfen oder Displays. Für Blinde werden diese Geräte mit abtastbaren Zeichen in Blindenschrift ausgestattet, so können auch sie sich zeitlich orientieren und weitgehend selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Zum Abschluss wieder eine kurze Zusammenfassung: Blinden Menschen fehlt der Sehsinn. Blindheit kann angeboren sein, sie kann aber auch im Laufe des Lebens aufgrund verschiedener Ursachen erworben werden. Für blinde Menschen gibt es vielfältige Hilfsmittel, die ihnen ein normales und selbstständiges Leben ermöglichen. Trotzdem sollte man immer darauf achten blinden Menschen in der Umwelt zu helfen. Und nun in Blindenschrift 4 Buchstaben, die Dir sagen: Für heute ist Schluss. Tschüss bis zum nächsten Mal!

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1 Kommentar
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    Super Video , danke :)

    Von Mandeep B., vor 11 Monaten